Gerd Walther

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Ueckermündes Bürgermeister muss in Zwangsruhestand

Gerd Walther wurde am Donnerstagabend von den Stadtvertretern in den Ruhestand geschickt. Er hatte zurvor angekündigt, dagegen klagen zu wollen.
Gerd Walther wurde am Donnerstagabend von den Stadtvertretern in den Ruhestand geschickt. Er hatte zurvor angekündigt, dagegen klagen zu wollen.
Christian Johner

Die Entscheidung über den suspendierten Bürgermeister im Ueckermünder Stadtparlament fiel eindeutig aus. Es gab nur eine Gegenstimme.

Die Tage von Gerd Walther als Ueckermündes nur vorerst suspendierter Bürgermeister sind gezählt! Ueckermündes Stadtvertreter versetzten ihn bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend zum 31. Oktober in den „Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen“. Das Votum fiel mit 18 Stimmen bei einer Gegenstimme aus dem Lager der Linken eindeutig aus. Stadtpräsident Andreas Texter: „Damit gab es eine breite Mehrheit über alle Fraktionen.“ Die Entscheidung fiel im nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Walther selbst war nicht vor Ort.

Er hatte aber im Vorfeld bereits angekündigt, gegen die Entscheidung klagen zu wollen. Unterschiedliche Auffassungen zwischen ihm und den Stadtvertretern hatte es über das Ergebnis einer amtsärztlichen Untersuchung Walthers auf dessen „Diensttauglichkeit“ gegeben. Walther: „Das von der Stadtvertretung bestellte Gutachten sagt seit Juni aus, dass ich voll arbeitsfähig bin.“

Im Ueckermünder Rathaus hieß es dagegen, die amtsärztliche Untersuchung konnte nach Ansicht der Stadtvertreter den Vorwurf der anhaltenden Drogenprobleme Walthers „nicht ausräumen“. Walther ist seit dem Jahr 2013 im Amt, war nach seiner Drogenbeichte im Nordkurier und verschiedenen Eskapaden im März dieses Jahres von seinem Posten freigestellt worden.

Am Vormittag hatte in Walthers Wohnort Vogelsang-Warsin die Bundespolizei für Aufsehen gesorgt. Mit einem Großaufgebot stand sie mit mehreren Einsatzwagen auf einem Feld hinter dem Grundstück Walthers. Dem galt der Einsatz, wie Nachbarn vermuteten, allerdings nicht. Die Bundespolizisten führten lediglich eine Übung mit ihren Fährtenhunden durch.