Nach Drogen-Beichte

:

Ueckermündes Bürgermeister suspendiert

In der Stunde der Entscheidung war Bürgermeister Gerd Walther selbst nicht anwesend. Er hatte sich bereits am Mittwoch krank gemeldet.
In der Stunde der Entscheidung war Bürgermeister Gerd Walther selbst nicht anwesend. Er hatte sich bereits am Mittwoch krank gemeldet.
NK-Archiv

Seit Donnerstagabend ist klar: Ueckermündes Bürgermeister Gerd Walther kann die Diskussion um seinen Drogen-Konsum nicht einfach aussitzen.

Gerd Walther (Linke) muss seine Amtsgeschäfte als Bürgermeister von Ueckermünde ruhen lassen. Gegen seinen Willen. Das ist das Ergebnis der Stadtvertretersitzung vom Donnerstagabend. Der Umgang mit Walther und seiner Drogen-Beichte wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert. Stadtpräsident Andreas Texter bemühte sich im Anschluss um maximale Sachlichkeit. „Es war keine hitzige, sondern eine sachliche Debatte“, sagte er.

Die Entscheidung fiel am Ende mit breiter Mehrheit. 17 der 20 anwesenden Stadtvertretern stimmten für den entsprechenden Antrag. Walther wurde damit gleichzeitig aufgefordert, von einem Amtsarzt oder einem verbeamteten Arzt seine Dienstfähigkeit nachweisen zu lassen. Ein solches Vorgehen hatte der Bürgermeister im Vorfeld der Entscheidung mit Methoden aus der Nazi-Zeit verglichen.

Mit diesem Nordkurier-Artikel ging alles los: Der Bürgermeister, die Einsamkeit und der tiefe Absturz in die Sucht – Die Drogen-Beichte des Bürgermeisters von Ueckermünde

Kommentare (3)

Die Geduld der Stadtvertreter ist bewunderungswürdig, aber eben nun endlich zu Ende. Wenn der zu eigener Einsicht unfähige Bürgermeister der Linken, Gerd Walther, aus Sturheit unwillig ist, zu handeln und zurück zu treten, dann muß er dazu gezwungen werden. Ueckermünde macht sich national zur Lachnummer, als Ersten Bürger einer Stadt einen Drogenkonsumenten noch länger zu dulden. Drogeneinnahme ist keine Krankheit, schon gar nicht ein Mittel gegen Krankheit, und wieso sollen Andere die Arbeit machen, die durch die häufigen Abwesenheiten des Bürgermeisters liegen geblieben sind ? Man sollte ihn nicht nur suspendieren, sondern die Bezüge mindestens erheblich kürzen.

Walther ist nicht entlassen. Er darf lediglich nicht die Amtsgeschäfte führen, bis ein Nachweis für seine Diensttauglichkeit vorliegt. Entlassen kann eine Stadtvertretung einen Bürgermeister nicht. Ihre Rechtsbruchwünsche in Form von Gehaltskürzungen wegen Krankheit sind keine lebenswerte Zukunft in der Arbeitswelt für folgende Generationen.

Sehr geehrter Kommentator karsten.doerre, niemand hat geschrieben, Walther sei entlassen. Und Ihren Satz "Gehaltskürzungen wegen Krankheit sind keine lebenswerte Zukunft in der Arbeitswelt für folgende Generationen" möchte ich umkehren: Es ist also eine lebenswerte Zukunftschance für folgende Generationen, volles Geld für die halbe Arbeit bekommen zu können ? Wollen wir Schmarotzer großziehen ? Auch Krankengeld wird nicht in selber Höhe gezahlt wie regulärer Arbeitslohn....wieso dann bei Bürgermeistern ?