Aus Psychiatrie entlassen

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Ueckermündes Bürgermeister will eigene Partei gründen

Ueckermündes suspendierter Bürgermeister Gerd Walther (parteilos) brachte im Rathaus Argumente gegen seine Freistellung vor (Archivbild).
Ueckermündes suspendierter Bürgermeister Gerd Walther (parteilos) brachte im Rathaus Argumente gegen seine Freistellung vor (Archivbild).
Christian Johner

Nach einem Polizeieinsatz und der zwischenzeitlichen Zwangseinweisung in die Psychiatrie will Ueckermündes suspendierter Bürgermeister Gerd Walther eine eigene Partei gründen.

Es war eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, und die Stimmung dürfte eisig gewesen sein. Am Montag betrat Gerd Walther (parteilos) gegen 16.10 Uhr das Ueckermünder Rathaus, um Argumente gegen seine Suspendierung als Bürgermeister vorzubringen.

Ueckermündes Vizebürgermeister Jürgen Kliewe: „Gerd Walther hatte eine schriftliche Stellungnahme vorbereitet, die er übergab.“ Die Prozedur ist eine Zwischenstation im Verfahren um die Freistellung des Rathauschefs von dessen Posten. Jetzt ist wieder die Stadt am Zug.

Über die Abberufung Walthers als Bürgermeister wollen die Stadtvertreter am 27. September endgültig entscheiden. Kliewe: „Es geht um eine ‚Zur-Ruhe-Setzung aus gesundheitlichen Gründen.‘“ Sollten die Stadtvertreter Walther in den Ruhestand versetzen, kann er vor dem Verwaltungsgericht dagegen vorgehen. „Das könnte einen sehr langwierigen Rechtssteit geben“, sagte Kliewe.

Walther will eigene Partei gründen

Wenige Tage vor der Stadtvertreterversammlung will Walther eine eigene Partei gründen, kündigte er im Internet an. Am 21. September soll nach seinen Angaben in Ueckermünde die „Deutsche FriedensPartei“ ins Leben gerufen werden. Anlass sei, so Walther, dass an diesem Datum der „Internationaler Tag des Friedens“ der Vereinten Nationen begangen werde.

Zuletzt sorgte Walther wegen des Polizeieinsatzes in seinem Haus in Vogelsang-Warsin für Schlagzeilen. Polizisten mussten ihn am vergangenen Donnerstag mit Pfefferspray überwältigen, weil er sich der geplanten Zwangseinweisung in die Psychiatrie widersetzte. Nachbarn riefen zuvor den Notarzt, weil Walther stundenlang rumgebrüllt und sich nackt im Garten gezeigt hatte. Am Sonntag wurde Walther aus dem Klinikum auf eigenen Wunsch entlassen.

Kommentare (2)

Es hat den Anschein, Herr Walther ist aus dem falschen Grund in die Psychiatrie eingewiesen und aus einem weiteren falschen Grund aus ihr entlassen worden.

Vorab: Ich kenne nur die Veröffentlichungen im nordkurier.de, meine aber, dass Herr W. erst einmal Ruhe bewahren und sich auskurieren lassen sollte, ehe er neue Anläufe wie Arbeitsaufnahme und Parteigründung unternimmt. Eine Entlassung auf eigenen Wunsch aus der Psychiatrie zeugt von wenig Einsicht. Die Ärzte behalten keinen Geheilten länger als nötig und darauf sollte er auch vertrauen und dankbar sein für dieses Hilfsangebot.