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Unbekannte entsorgen Wildreste im Wald

Wild im Wald ist ganz normal. Nicht normal ist, dass in einem Wald bei Lübs etliche Kadaverteile von Wildschwein, Hirsch, Muffelwild und Reh einfach entsorgt wurden. Möglicherweise wollte dort jemand seine Jagdreste loswerden.
Lutz Storbeck Lutz Storbeck
Unter anderem ist das Haupt eines Rehbockes – in diesem Fall eines sogenannten Spießers – gefunden worden. Zudem lagen auch etliche Kabelbinder in dem Waldstück bei Lübs. 
Unter anderem ist das Haupt eines Rehbockes – in diesem Fall eines sogenannten Spießers – gefunden worden. Zudem lagen auch etliche Kabelbinder in dem Waldstück bei Lübs. ZVG
Vorpommern.

Unbekannte haben offenbar kürzlich Wildreste im Wald bei Lübs entsorgt. Ein Nordkurier-Leser hat die Entdeckung gemacht, als er mit seinem Hund im Wald spazieren war. „Ich bin schon am Tag vorher aufmerksam geworden auf die vielen Kolkraben, habe mir aber anfangs nichts dabei gedacht – es passiert ja ab und zu, dass da mal ein verendetes Tier im Wald liegt“, sagt der Mann.

Tatsächlich stießen er und sein Vierbeiner am Tag darauf auf verendetes Wild. Besser gesagt: auf Teile von Wild – es sah so aus, als ob da die Überreste einer Jagd im Wald bei Lübs abgelegt worden sind. In nicht allzu großer Entfernung voneinander entdeckte der Lübser das, was von Rot-, Reh-, Muffel- und Schwarzwild übrig geblieben ist.

Einige Läufe waren mit Kabelbinder verschnürt

„Offenbar hat irgendjemand hier Jagdabfall entsorgt“, sagt der Lübser. Ob es Wilderer waren oder normale Jäger? Gesehen hat der Mann niemanden. „Aber ich halte das für Jagdfrevel“, sagt er.

Insofern hat der Mann dokumentiert, was er da im Wald, nicht sehr weit von einem öffentlichen Wanderweg, entdeckt hat: Innereien, Häupter von Mufflons und Rehen, Felle – sogenannte Decken – von Wildschweinen. „Da lagen auch etliche Kabelbinder herum, mit denen zum Teil noch die Läufe von Tieren verschnürt waren“, sagt der Lübser.

Jetzt befasst sich die Untere Jagdbehörde mit dem Fall. „Was auf den Bildern zu sehen ist, entspricht weder den Vorschriften noch einer guten jagdlichen Praxis – im Gegenteil. Aufbruch, also Innereien, sowie sonstige Überreste wie Häupter und Decken sind nach einem Einzelansitz ausreichend tief – mindestens einen halben Meter – im eigenen Revier zu vergraben. Fallen größere Mengen von Überresten an, wie beispielsweise nach Drückjagden, sollte ein Spezialbehälter zwecks Entsorgung bei einer Tierkörperbeseitigungsanstalt bereitstehen“, sagt Achim Froitzheim, Pressesprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald.

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Kommentare (2)

gehören nicht in den Wald! Der Rest schon.

Wie gesagt, das ist ne schweinerei. Schon wenn der Jagdschein gemacht wird, bekommt man beigebracht wie Jagdabfälle entsorgt werden müssen! Genauso wie im Artikel schon beschrieben. Das hat schon Gründe warum man das so machen muss.
Und wenn man mit dem Hund spazieren geht und der sich dann noch darin wälzt und frißt.....ganz lecker!!! Von eventuellen Krankheiten ganz zu schweigen.
Bei uns in der Nähe von Woldegk macht das ein unverbesserlicher Jäger auch so. Wie gesagt...schweinerei