Machbarkeitsstudie liegt vor

Usedom-Fähre ist mehr als eine Schnapsidee

Noch ist es eine Vision, aber schon im Jahr 2023 könnten drei Auto-Fähren alle 40 Minuten zwischen Ueckermünde und der Insel Usedom pendeln. Jetzt sind erste Ergebnisse einer Studie über den Nutzen einer solchen Verbindung bekannt gemacht worden.

Mit der Autofähre in etwa 50 Minuten ohne Staus und Stress von Ueckermünde übers Stettiner Haff bis zur Insel Usedom. Für Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) ist diese Idee eines der „Leuchtturmprojekte“ der Region – und er förderte mit 30.000 Euro eine Potenzialanalyse und Machbarkeitsstudie. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.

In einer Zwischenpräsentation, die in Rostock stattfand, wies Diplom-Ökonom Thomas Rust im kleinen Rahmen nach, dass aufgrund der jetzigen Verkehre auf der Insel die Einrichtung eines Fährbetriebes zur Verkehrsentflechtung auf den Hauptrouten der Insel führen könnte, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Ueckermünde. Diplom-Ökonom Rust ist vom Fach, gilt als Experte in der Hafen-, Seeverkehrs- und Logistikwirtschaft. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte sind Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen.

Mehr Touristen nach Ueckermünde locken

Ueckermündes Vizebürgermeister Jürgen Kliewe war bei der Präsentation dabei und will den Fähre-Gegnern deswegen schon jetzt den Wind aus den Segeln nehmen: „Wer vermutet, dass sich hunderte Autos Stoßstange an Stoßstange durch Ueckermünde oder die kleinen Gemeinden der nördlichen Haffküste schlängeln werden, der kann beruhigt werden. Derzeit wird mit etwa 25 Autos und eventuell einem Bus gerechnet, die die Fähre benutzen können, ohne lange Wartezeiten auf sich zu nehmen.“

Ins Auge gefasst ist die Anschaffung von drei Elektro-Fähren, die alle 40 Minuten auf die rund 16 Kilometer lange Strecke gehen könnten. Kliewe: „Urlauber auf der Insel könnten dann Sehenswürdigkeiten in der Tourismusregion Ueckermünde zu einem Tagesbesuch ansteuern und somit die Aufenthaltsdauer auf der Insel verlängern. Auch Urlauber an der südlichen Haffküste könnten die Insel erkunden, ohne an den Nadelöhren Zecheriner Brücke beziehungsweise der Brücke in Wolgast zu stehen.

Auf Usedom fehlt noch jegliche Infrastruktur

Startplatz der Haff-Fähren in Ueckermünde dürfte der Industriehafen Berndshof werden, ankommen könnten sie auf der Insel nahe des Flugplatzes Heringsdorf in Zirchow. Dort fehlt allerdings noch jegliche Infrastruktur. Kliewe: „Deshalb wäre eine Inbetriebnahme der Fährverbindung frühstens im Jahr 2023 möglich.“

Jetzt wenden erst mal die Investitionskosten berechnet, die Wirtschaftlichkeit geprüft. Kliewe: „Wenn diese Zahlen vorliegen, wird es eine Runde mit den betroffenen Regionen und den zuständigen Ministerien geben müssen, um die Ergebnisse zu diskutieren.“

Holger Schacht

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