Reinder Luinge aus Luckow mit einem seiner Esel. Drei Tiere hat er, und die sind nun abgeholt worden.
Reinder Luinge aus Luckow mit einem seiner Esel. Drei Tiere hat er, und die sind nun abgeholt worden. ZVG/R. Luinge
Die Tiere hatten offenbar keine Lust, von der Polizei auf einen Transporter geladen und zu einem anderen Aufenthaltsort gebrac
Die Tiere hatten offenbar keine Lust, von der Polizei auf einen Transporter geladen und zu einem anderen Aufenthaltsort gebracht zu werden. ZVG/R. Luinge
Zu eng und zu gefährlich ist der Eselunterstand, sagt das Amt.
Zu eng und zu gefährlich ist der Eselunterstand, sagt das Amt. ZVG/R. Luinge
Die Polizisten hatten zu tun, die Tiere auf den Anhänger zu bekommen.
Die Polizisten hatten zu tun, die Tiere auf den Anhänger zu bekommen. ZVG/R. Luinge
Tierschutz

Vernachlässigung – Amt nimmt Mann drei Esel in Vorpommern weg

Das Veterinäramt wirft dem Esel-Besitzer vor, seine Tiere vernachlässigt zu haben – und ließ sie abholen. Der Luckower sieht die Aktion als persönlichen Rachefeldzug an.
Luckow

Drei Esel, die Reinder Luinge aus Luckow auf seinem Grundstück gehalten hat, sind dem Eigentümer auf Anordnung des kreislichen Veterinäramtes weggenommen worden. Das bestätigte Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald, auf Nordkurier-Nachfrage. Diese sogenannte Ersatzvornahme sei vorgenommen worden, „nachdem der Tierhalter über ein Jahr lang vom zuständigen Amtstierarzt gestellte Fristen verschleppt und Auflagen zur Tierhaltung und Tierpflege wiederholt nicht erfüllt hat“, sagte Froitzheim. Da die Tierhaltung nicht den geltenden Bestimmungen entsprochen habe und die Tiere sich teilweise in einem vernachlässigten Zustand befunden hätten, seien diese vorerst zeitlich befristet von Amts wegen weggenommen worden.

Das muss nicht so bleiben: Luinge kann seine drei Grautiere wiederbekommen. Der Halter habe „eine Frist von vier Wochen erhalten, um für die Esel einen passenden Unterstand zu bauen, eine Raufe für die trockene Lagerung und Fütterung von Heu einzurichten und die Voraussetzungen für eine regelmäßige professionelle Hufpflege zu schaffen sowie dies nachzuweisen“, so der Pressesprecher. All diese Forderungen seien vom Amt zuvor schon wiederholt an den Halter gerichtet und nie erfüllt worden. „Daher sahen wir uns jetzt gezwungen, zum Wohle der Tiere entsprechend zu handeln“, hieß es.

Lesen Sie auch: Esel aus Luckow sorgen erneut für Aufsehen

Besitzer: Hintergrund ist ein persönlicher Streit

Und was sagt der Besitzer des Esel-Trios? „Ich sehe diese Geschichte als einen persönlichen Streit zwischen einer Frau vom Veterinäramt und meiner Person! Als Beamte sitzt sie am längeren Hebel und missbraucht ihre Machtposition“, sagt der Luckower. Die Frau vom Veterinäramt habe, so Luinge, im Sommer schon mehrere größere Unwahrheiten aufgelistet, die er widerlegt habe. „Sie fand den Unterstand zu eng. Groß ist anders, stimmt, aber er reicht als Unterstand zum Schutz bei schlechtem Wetter“, sagt Luinge.

Der alte Unterstand, eine Strohhütte, sei durch Sturm zusammengebrochen, so der Vorwurf. „Ich habe die Gefahr selbst erkannt und die Hütte einstürzen lassen. Denn fast täglich spielen da Kinder, und auch für die Tiere gab es Risiken“, erläutert der Eselbesitzer. Die Heuballen würden zum Fressen auf einer Palette liegen, um der Schimmelbildung am Boden vorzubeugen. „Die Palette sollte angeblich die Tiere gefährden und das umliegende Abfallheu, das natürlich schimmelig geworden ist, hat die Frau vom Veterinäramt als Futter bewertet“, sagt der Luckower. Aber dieses Abfallheu sei ohnehin nie von den sehr wählerischen Eseln gefressen worden.

Auch interessant: Zwei Esel sorgen für Ärger

„Ein Leben ohne Esel ist sinnlos!”

Bei Abwesenheit müsse er sich selbstverständlich um Ersatzversorgung kümmern, was ein Tierfreund außergewöhnlich behutsam mache. „Umgekehrt versorge ich auch seine Tiere bei Abwesenheit“, sagt Luinge. Dieser Tierfreund sei aber vom Amt nie befragt worden nach dem Wohlbefinden der Tiere. Einen größeren Stall hat der Luckower eigenen Angaben zufolge schon länger geplant, aber eine zu spät ausgezahlte Corona-Hilfe habe die Realisierung verzögert.

Eine Mitarbeiterin vom Veterinäramt Pasewalk sei vor einem Monat zur Kontrolle vor Ort gewesen und habe alles für in Ordnung befunden, sagt der Luckower. Für ihn sei die Ersatzvornahme eine „reine überbürokratische Bemühung, die nichts bringt als negativen Stress!“ Auf jeden Fall wolle er seine Esel wieder zurück. Denn: „Ein Leben ohne Esel ist sinnlos!“, sagt der Luckower.

Mehr lesen: Anwohner hängt totes Eichhörnchen als Raser-Mahnung auf

zur Homepage