Zu laute Motorräder
Verstärkte Kontrollen gegen Lärm-Rowdys

Bei gutem Wetter ist der Markt in Ueckermündes Altstadt beliebtes Ziel bei Bikerausfahrten. In der Gruppe halten sich die Fahrer zumeist an die Verkehrsregeln.
Bei gutem Wetter ist der Markt in Ueckermündes Altstadt beliebtes Ziel bei Bikerausfahrten. In der Gruppe halten sich die Fahrer zumeist an die Verkehrsregeln.

In Ueckermünde verschreckt das Motorengeheul von Motorrädern Anwohner und Besucher. Deshalb kündigt die Polizei verstärkte Kontrollen an. Mit Erfolg?

Über die Osterfeiertage waren sie wieder zu hören. Bei gutem Wetter belästigen Lärm-Rowdys mit ihren Motorrädern Anwohner und Besucher der Ueckermünder Altstadt. Sie rasen mit absichtlich lautem Motorengeheul in die Tempo-20-Zone der Ueckerstraße, umkreisen das Stadtzentrum, setzen so ihre persönliche "Duftmarke".

Ueckermündes aktueller Rathauschef Jürgen Kliewe ärgert sich: „Bei offenem Fenster ist der Krach mehr als störend.” Deshalb brachte er das Thema beim jährlich stattfindenden Frühjahrstreffen mit der Polizei zur Sprache. Dabei kündigte Ueckermündes Revierleiter Hartmut Braun verstärkte Kontrollen an, meldete erste Erfolge: „Im Rahmen von Geschwindigkeitskontrollen stellten Beamte mehrere manipulierte Krafträder fest. Gegen deren Halter sind Verfahren eingeleitet worden.”

Meist sorgen Mopeds für den Lärm

Dabei ging es zumeist um den illegalen Ausbau von Schalldämpfern, die den Lärm einschränken sollen. Polizeisprecher Jörg-Peter Käding von der Polizeiinspektion Anklam: „Wir haben die Möglichkeit, den Haltern solcher Maschinen die Betriebserlaubnis zu entziehen. Sie bekommen sieben Tage Zeit, den Sachstand zu ändern und den Rückbau zu machen.”

Wrrruuummm, wrrruuummm! „Posing” („Angeberei”) wird dieses Gebaren in der Szene bezeichnet. Zumeist sind es aber nicht die schweren Motorräder, sondern die kleineren Mopeds und Mokicks, an denen die Fahrer die Dezibel-Killer ausgebaut haben, hemmungslos den Gasgriff bis zum Anschlag hochdrehen.

Unnützes Hin- und Herfahren verboten

In Ueckermündes „Lärmaktionsplan” ist festgeschrieben, dass die Grenzwerte von 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht nicht überschritten werden sollen. Manche der Lärm-Rowdys dürften mit ihren Motoren mit doppelten Dezibelwerten die Umwelt belasten. Unnützes Hin- und Herfahren ist laut Straßenverkehrsordnung übrigens verboten.

Stocksauer auf die Lärm-Rowdys ist auch Tätowierer Ralf Mentzel, der in der vom Krach betroffenen Ueckerstraße ein Tattoostudio betreibt und selbst Motorradfahrer ist: „Wenn ich einen der Typen erwische, dann kann der sich auf einiges gefasst machen.“