TIERHEIM BERNDSHOF

Vier Plätze für ganz arme Hunde

Das Tierheim in Berndshof hat seit Kurzem vier Gandenhofplätze. Gedacht sind sie für Vierbeiner, die wohl keine Chance mehr haben, vermittelt zu werden.
Zwei Hunde im Berndshofer Tierheim haben einen Platz im Gnadenhof bekommen. Das Projekt mit insgesamt vier Plätzen soll v
Zwei Hunde im Berndshofer Tierheim haben einen Platz im Gnadenhof bekommen. Das Projekt mit insgesamt vier Plätzen soll vorerst für ein Jahr laufen. ZVG
Ueckermünde ·

Es gibt einen Unterschied zwischen den Hunden, Katzen, Kaninchen und anderen Tieren, die im Tierheim unterkommen, und denen, die auf einem Gnadenhof leben. Für die Tierheiminsassen besteht die Möglichkeit, dass sie ein neues Zuhause finden. Für die Gnadenhoftiere ist der Gnadenhof aber der Ort, den sie in den allermeisten Fällen bis zu ihrem Lebensende bewohnen.

Im Berndshofer Tierheim haben Leiterin Sabine Schultz und ihre Mitstreiter vom Tierschutz ein neues Projekt begonnen. Das Tierheim gibt es natürlich nach wie vor, aber seit ein paar Tagen mit einer wichtigen Erweiterung: Es ist nunmehr ein Tierheim mit vier Gnadenhofplätzen, sagt Sabine Schultz. Diese Plätze sind für Hunde reserviert, die gar keine oder bestenfalls eine minimale Chance haben, bei neuen Besitzern einziehen zu dürfen.

Der Hund wurde vegetarisch ernährt

Zwei der vier Plätze sind derzeit schon belegt. Terrierhündin Maja, 16 Jahre alt, hat den einen Platz für sich. Platz Nummer zwei ist für Willi reserviert. Das ist ein Rottweiler, etwa neun bis zehn Jahre alt. Zu dem Gnadenhofplatz ist er gekommen, weil die Besitzerin einfach nicht genügend Geld hatte, um den Hund artgerecht halten zu können. Dem Vernehmen nach muss die Frau, wenn sie alle ihre fixen Kosten beglichen hat, im Monat mit 40 Euro auskommen. Natürlich viel zu wenig – für die Frau und erst recht, wenn dann noch ein Hund gehalten wird. Dass er nicht richtig zu fressen hatte, das sei Willi, als er ins Tierheim kam, anzusehen gewesen. Mangels richtigen Futters sei der Rottweiler vegetarisch ernährt worden...

Die Anregung, einen Gnadenhof einzurichten, ist vom Veterinäramt gekommen, sagt Tierheimchefin Sabine Schultz. Der Hintergrund für diese Anregung: Die Region Uecker-Randow ist überaltert. Was auch bedeutet, dass es zunehmend so sein wird, dass sich ältere Tierhalter in manchen Fällen gar nicht mehr um ihre Hunde kümmern können. „Das fällt Älteren meist schwer, und die Kinder wohnen meistens nicht mehr hier, können sich also in den seltensten Fällen um so ein Tier kümmern“, ist die Erfahrung von Sabine Schultz. In Sadelkow gibt es zwar ein Tierheim mit Gnadenhof. „Aber es ist meistens überfüllt, hat kaum Gnadenhofplätze“, sagt die Berndshoferin.

Nach einem Jahr wird entschieden, ob’s weitergeht

Geplant ist, den Gnadenhof erst einmal für ein Jahr zu betreiben. „Denn es ist ja auch eine finanzielle Frage“, sagt Sabine Schultz. Wobei dieser Aspekt bei der Aufnahme von Hunden zunächst nachrangig ist. Allerdings können die Ausgaben, gerade bei älteren Tieren, unter anderem für Tierarztrechnungen oder Medikamente, schnell sehr steigen. Aus dem Grund ist das Tierheim natürlich noch mehr auf Spenden angewiesen. Sabine Schultz und die Tierschützer gehen aber davon aus, dass die Spendenbereitschaft auch künftig nicht abreißen wird. Beispiele dafür gibt es ganz viele, sagt Sabine Schultz, unter anderem die junge Frau, die mit ihrem Geschäft wegen Corona gerade keine nennenswerten Einnahmen hat, aber gefragt hat, wie sie dem Tierheim helfen könne. „Sie hat uns einen Gutschein für einen Tierarztbesuch übergeben“, sagt Sabine Schultz.

Ob das läuft mit dem Gnadenhof, kann sie nicht vorhersagen. „Nach einem Jahr entscheiden wir, ob wir uns das weiter leisten können“, sagt die Tierheimchefin.

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Ueckermünde

zur Homepage