Tierpark-Sprecherin Agata Furmann zeigt den Schülern das Erdmännchen-Gehege. Die Kinder erhielten vorher ein Lunch-Paket. Links steht Krzystof Soska, rechts Dietger Wille. In der Mitte ist der Übersetzer zu sehen.
Tierpark-Sprecherin Agata Furmann zeigt den Schülern das Erdmännchen-Gehege. Die Kinder erhielten vorher ein Lunch-Paket. Links steht Krzystof Soska, rechts Dietger Wille. In der Mitte ist der Übersetzer zu sehen.
Sprachprojekt

Völkerverständigung im Haff-Zoo

Weil sie die Sprache ihrer Nachbarn lernen sollen, haben sich rund 100 Kinder aus Polen und Vorpommern getroffen. Die Kinder hatten es einfacher als die Erwachsenen.
Ueckermünde

Der Ueckermünder Haff-Zoo sorgt für Völkerverständigung! Vorpommern-Greifswalds Vizelandrat Dietger Wille und Stettins stellvertretender Stadtpräsident Krzystof Soska nahmen gemeinsam mit 100 Kindern im Alter zwischen sieben und zehn Jahren an einer „Tierpark-Rallye” teil. Die Kinder kamen dabei unter anderem aus Stettin und von der Insel Usedom.

Die Kinder waren sprachlich natürlich schon viel weiter als die beiden Erwachsenen, die für ihre Gespräche noch einen Übersetzer brauchten. „Nachbarspracherwerb von der Kita bis zum Schulabschluss – der Schlüssel für die Kommunikation in der Euroregion“ heißt der etwas sperrige Titel des Projekts, das mit 2,6 Millionen Euro gefördert wird. 24 Einrichtungen, unter anderem Kitas und Grundschulen, nehmen daran teil.

Kosten von 500 Euro

Wie die Evangelische Grundschule Benz, die mit ihren ersten und zweiten Klassen sowie Polnisch-Lehrer Andrzey Lobodzinski die Einladung in den Tierpark gerne angenommen hatte. „So ein Ausflug würde uns sonst 500 Euro kosten, deshalb bin ich sehr dankbar, dass es dieses Projekt gibt”, sagte Lehrer Lobodzinski.

In vier sprachlich gemischten Schüler-Gruppen ging’s dann los Richtung Storch, Lama, Känguru und Co. Die Politiker Wille („Ich hatte noch Russisch in der Schule”) und Soska („Muss üben, üben, üben”) landeten mit ihrer Gruppe bei den Erdmännchen. Am Gehege forderte Tierpark-Sprecherin Agata Furmann die Schüler auf, die Erdmännchen farblich zu beschreiben. „Weiß und braun”, riefen die deutschen Kinder. „Biały i brązowy”, antworteten die Polen. So ging es zweisprachig weiter.

Neue Freunde dank neuer Sprache

Krzystof Soska: „Das Projekt wird in Stettin sehr gut angenommen, für uns ist es in Zukunft eine Selbstverständlichkeit, gut Deutsch zu sprechen. Wer früh mehrere Sprachen beherrscht, hat Studien zufolge mehr Selbstvertrauen. Und häufig auch bessere Schulleistungen als Gleichaltrige.”

Kollege Wille: „Die Grenze in unserer Region verliert an Bedeutung. Es ist wichtig, dass wir unsere Nachbarn besser verstehen. Polen kann auch für Deutsche ein interessanter Arbeitsmarkt sein.”

Polnisch-Lehrer Lobodzinski: „Es könnte sein, dass meine Schüler heute neue Freunde gefunden haben. Sie haben sich mit den Kindern aus Stettin toll verstanden.”

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