DIEBSTAHL VON SEENOTRETTUNGSBOOT

Von „Dora“ fehlt jede Spur

Im August ist passiert, was keiner für möglich gehalten hat. Unbekannte haben ein komplettes Rettungsboot gestohlen. Hatten es die Diebe nur auf den Motor abgesehen?
Lutz Storbeck Lutz Storbeck
Das Rettungsboot „Dora“ von der Ueckermünder Seenotretterstation ist im August gestohlen und bislang nicht gefunden worden. Vermutlich hatten es die Diebe auf den 225 PS starken Motor abgesehen.
Das Rettungsboot „Dora“ von der Ueckermünder Seenotretterstation ist im August gestohlen und bislang nicht gefunden worden. Vermutlich hatten es die Diebe auf den 225 PS starken Motor abgesehen. Christopher Niemann
Ueckermünde.

Es fehlt jede Spur vom Seenotrettungsboot „Dora“, das Ende August vom Gelände der Seenotretter in Ueckermünde gestohlen wurde. Das bestätigte Christian Stipeldey, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Er zeigt sich noch immer sehr erstaunt darüber, dass es Unbekannte gewagt hatten, Ausrüstung von Menschen zu stehlen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, anderen das Leben zu retten. Insofern sei dieser dreiste Diebstahl einmalig in der DGzRS-Geschichte. Durch den Diebstahl ist der Gesellschaft ein Schaden von etwa 10.000 Euro entstanden. „Wir haben noch keine Informationen von der Polizei darüber, dass die ‚Dora‘ oder Teile von ihr gefunden worden sind“, sagt der Pressesprecher. Also ist das Seenotrettungsboot inzwischen von der Gesellschaft abgemeldet worden, ebenso wie das Funkrufzeichen, mit dem das Boot bei Inbetriebnahme geortet werden kann.

Was bedeutet, dass derzeit die „Gerhard ten Doornkaat“ als einziges Seenotrettungsboot an der Ueckermünder Station liegt. Allerdings klingt das dramatischer, als es ist. Denn die „Dora“, ein Festrumpfschlauchboot, gebaut im britischen Liverpool, hätte die Wintermonate ohnehin an Land verbringen müssen. Zudem wäre die „Dora“ bald einer eingehenden Inspektion und möglicherweise umfassenderen Instandsetzung unterzogen worden. Immerhin ist das Seenotrettungsboot schon 15 Jahre alt, und in dieser Zeit altert das Schlauchmaterial. „Und eins kann man sagen – so ein Boot wird keine 30 Jahre alt, nach zehn, 15 Jahren spätestens ist der Schlauch witterungsbedingt verschlissen“, sagt Stipeldey. Was nun wird mit der Ausstattung der Seenotretter um Vormann Manfred Fastnacht, das soll demnächst besprochen werden. Unter anderem während einer Vormann-Tagung der DGzRS.

Vielleicht tauchen Einzelteile wieder auf

Wobei das Festrumpfschlauchboot bislang seine Aufgaben auf dem Haff gut erfüllt hat. Bei der Rettung zweier Kinder, die mit ihrem Spielzeug-Schlauchboot aufs Haff getrieben waren. Oder bei der Suche nach Menschen, die im September 2016 mit ihrem Flugzeug über dem Haff verunglückt waren. Da hatte sich gezeigt: Wegen des vergleichsweise geringen Tiefgangs kann so ein Boot in flachen Gewässern wie dem Haff gut eingesetzt werden. Der 225 PS starke Motor hat die „Dora“ zudem zu einem recht flotten Fahrzeug gemacht. 37 Knoten – fast 70 Kilometer pro Stunde – konnte das Rettungsboot erreichen. Somit war es auch gut geeignet, im Bedarfsfall schnell Ärzte vom Festland auf ein Passagierschiff zu bringen oder Patienten von dort aus an Land.

Dass die „Dora“ als komplettes Boot die Diebe interessiert hat, scheint unwahrscheinlich. So ein Boot fällt auf. Weniger auffällig dürfte hingegen der starke Yamaha-Motor sein, mit dem das Boot angetrieben wurde. Vielleicht hatten es die Ganoven nur auf dieses Teil abgesehen und möglicherweise noch anderes Zubehör. Weshalb vermutlich, wenn überhaupt, nur noch vereinzelte Teile des Bootes zu finden sein werden.

 

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