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Wäschewaschen wie zu Omas Zeiten

Bild links: Ruth Hafenstein erklärt Rainer Buchholz, dass nach dem Krieg Flüchtlinge aus Hinterpommern sogar mit Asche ihre Wäsche gewaschen haben. Bild rechts: Waschfrau Annelie Möller an der Wäschemangel.  FOTOs: S. Weirauch

VonSimone WeirauchDie Superwaschmaschine der DDR war die WM66. Dazu eine Tischschleuder mit Gummiring und der Waschtag kann beginnen. Wie früher Wäsche ...

VonSimone Weirauch

Die Superwaschmaschine der DDR war die WM66. Dazu eine Tischschleuder mit Gummiring und der Waschtag kann beginnen. Wie früher Wäsche sauber wurde, zeigt das Heinrichswalder Heimatmuseum.
Heinrichswalde.Was ein anstrengender Waschtag ist, das wissen wohl nur noch unsere Mütter und Großmütter. Die Wäsche wird heute zum Glück nebenbei gewaschen. Moderne Maschinen und Waschpulver mit Enzymen erledigen das. Welche Frau hätte wohl auch das sonnige Wochenende beim Wäschewaschen verbringen mögen. Aber zuzugucken, wie in längst vergangenen Zeiten von Waschbrett und Wäschemangel so ein Waschtag für die Hausfrau ablief, das hat vielen Heinrichswaldern gefallen. Zumal sie es sich vor dem kleinen Heimatmuseum bequem machen konnten, es gab Kaffee und Kuchen, sogar Bowle hatten die Mitglieder des Natur- und Heimatvereins angesetzt.
Zinnwannen mit Laugen, diverse Waschbretter und eine beheizbare Bottichwaschmaschine vor dem Heimatmuseum boten einen ungewohnten Anblick. Oder besser: Einen fast vergessenen Anblick. Denn so manche Heinrichswalderin hat diese Art des Wäschewaschens noch selbst erlebt. Allerdings ist es lange her. An die ersten Monate und Jahre nach dem Krieg erinnert Ruth Hafenstein. Sie erzählt, dass Flüchtlinge aus Hinterpommern, die im Dorf einquartiert waren, nach Asche aus Buchenholz fragten. Die Asche haben sie als Waschpulver benutzt. Und es hat funktioniert. Kein Wunder, Asche ist basisch, im Wasser aufgelöst entsteht eine Lauge, die durchaus eine Waschwirkung hat, erläutert Vereinsvorstand Gerhard Michalik. Der einstige Chemielehrer muss es wissen.
„So ein Waschtag zum Zugucken macht unser Heimatmuseum lebendig“, freut sich Michalik. Genau das ist es, was die Vereinsmitglieder anstreben: Keine Schau der toten Dinge, sondern lebendige Erinnerungen wollen sie mit dem Heinrichswalder Dorfmuseum präsentieren. „Und solche Tage sind geeignet, aus den eigenen vier Wänden herauszukommen und gemütlich mit anderen zu plauschen“, findet Rainer Buchholz.