DROGENVERFAHREN GEGEN BÜRGERMEISTER

Walther überrascht im Kreistag mit Rede

Damit dürfte sich Ueckermündes suspendierter Bürgermeister Gerd Walther keine Freunde im Rathaus gemacht haben. Bei einer Sitzung im Kreistag monierte er, dass der Stadt nach seiner Freistellung ein „Ansprechpartner“ im Tourismusbereich fehle.
Ueckermündes suspendierter Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) meldete sich nun im Kreistag zu Wort.
Ueckermündes suspendierter Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) meldete sich nun im Kreistag zu Wort. Nk-Archiv
Ueckermünde.

Offenbar völlig unbeeindruckt von den laufenden Drogenverfahren gegen ihn sorgt Ueckermündes suspendierter Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) für die nächste Überraschung. Am Dienstag meldete er sich im Kreistag zu Wort, hielt im Ausschuss für Tourismus und Verkehr eine Rede. Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Schröder (CDU): „Herr Walther machte dabei deutlich, wie mit ihm der Tourismus in Ueckermünde weiter entwickelt werden könnte.“ Wörtlich sagte Walther: „Die Menschen, die was von Ueckermünde wollen, haben es schwerer als gewöhnlich, da ich zurzeit nicht als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.“

Mit diesem Satz dürfte er sich im Rathaus Ueckermünde keine Freunde gemacht haben. Vizebürgermeister Jürgen Kliewe: „Das ist seine persönliche Wahrnehmung, aber es ist nicht so.“ Ausschussvorsitzender Schröder dagegen zollte Respekt: „Herr Walther ist nicht abberufen. Es ist aller Ehren wert, dass er sich als gewähltes Kreistagsmitglied trotz aller Gerüchte einbringt.“

Ergebnis zu Diensttauglichkeit steht noch aus

Ebenso überaschend wie der aktuelle Auftritt im Kreistag war Walthers Erscheinen beim Amtsarzt in Stralsund, der dessen „Diensttauglichkeit“ untersuchte. Damals hieß es im Ueckermünder Rathaus, aus Stralsund sei signalisiert worden, in „14 Tagen“ sei mit dem Ergebnis zu rechnen. Die zwei Wochen waren am Donnerstag rum. Vizebürgermeister Kliewe: „Bisher liegt uns nichts vor.“ Ueckermündes Stadtsprecher Sven Behnke ergänzte: „Die Zeitangabe war eine Schätzung, möglicherweise braucht der Amtsarzt fürs Gutachten etwas länger.“

In Neubrandenburg wird bei der Staatsanwaltschaft weiter auf die Auswertungen der Analysen der Dinge gewartet, die bei Walther beschlagnahmt worden sind. Bei der Verkehrskontrolle nach Walthers mutmaßlicher Drogenfahrt fanden Beamte unter anderem „weißes Pulver“ im Auto. Walther verlor vorläufig seinen Führerschein. Bei der Durchsuchung seines Hauses in Vogelsang-Warsin im März, so Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler, seien neben „Substanzen“ auch andere „Gegenstände“ entdeckt worden, bei denen geprüft werde, ob sie mit Rauschgift in Kontakt gekommen waren.

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