ZWISCHEN TORGELOW UND EGGESIN

Warum gibt es an dieser Todes-Kurve keine Leitplanke?

Zwischen Torgelow und Eggesin ist eine Frau gestorben. Schon häufiger hat es an dieser Stelle gekracht. Jetzt wird der Ruf nach einer Leitplanke laut.
Fabian Beyer Fabian Beyer
Bei dem Unfall Mitte September ist eine 30-jährige Frau ums Leben gekommen.
Bei dem Unfall vor knapp einer Woche ist eine 30-jährige Frau ums Leben gekommen. Fabian Beyer
Torgelow.

Vor knapp einer Woche ist eine 30-jährige Autofahrerin aus Torgelow bei einem schweren Verkehrsunfall auf Höhe Gumnitz ums Leben gekommen. Ein Facebook-Nutzer warf in diesem Zusammenhang die Frage auf, „warum wieder ein Mensch auf tragische Weise in dieser Kurve zwischen Torgelow und Eggesin sterben musste.“ Die Kurve müsse entschärft werden, und zwar so schnell wie möglich. So etwas dürfe nicht noch einmal passieren.

Die Frage nach dem „Warum“ taucht auch an der Unfallstelle auf. Allerdings in einem anderen Zusammenhang: „Warum musstest du so früh von uns gehen?“ und „Du fehlst uns“ heißt es auf einem Kreuz. Einige Blumen und Kerzen stehen daneben, an einem Baum hängen selbst gemalte Bilder von Kindern.

Straßenbauamt entscheidet: Tempo runter oder Leitplanke

Doch wie gefährlich ist diese Kurve wirklich? Zwischen 2016 und 2018 gab es einen Toten sowie jeweils zwei schwer- und leichtverletzte Personen nach Verkehrsunfällen, teilte die Polizei auf Nordkurier-Anfrage mit. Die Beamten sprechen von einer „Häufungsstelle“, also einem Unfallschwerpunkt. „Entsprechende Maßnahmen werden in Betracht gezogen“, sagte Katrin Kleedehn von der Polizeiinspektion Anklam.

Das heißt: Entweder soll künftig die Geschwindigkeit verringert werden – momentan sind bei Nässe 80 Kilometer pro Stunde erlaubt –, oder es wird eine Leitplanke aufgebaut. Die Entscheidung könnten aber nicht die Beamten, sondern das Straßenbauamt Neustrelitz treffen. Auf Nordkurier-Anfrage war dort bis Redaktionsschluss jedoch niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Frau fuhr offenbar zu schnell

Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich derweil im Sozielen Netzwerk Facebook unter dem eingangs erwähnten Kommentar mit der Bitte, die Kurve zu entschärfen. Während der eine meint, dort müsse nichts gemacht werden, ergänzte ein anderer, dass dort „sinnig“ gefahren werden müsse.

Im Grunde passt diese Aussage auch zum Unfallhergang. Der Polizei zufolge sei die jetzt verunglückte Autofahrerin aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit und der vorherrschenden Witterungsverhältnisse nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Anschließend drehte sich das Auto und krachte mit der Fahrerseite gegen einen Straßenbaum. Dabei wurde die 30-Jährige in dem Wagen eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Sie starb an den schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle.

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Kommentare (3)

In diesem land ist jeder kraftfahrzeugführer für die gewählte geschwindigkeit verantwortlich! Was soll denn noch geschützt werden von den staatl. Stellen? Wir haben eh 90% zu viele Verkehrsschilder und leitplanken an geraden Straßen. Unfälle liegen zu 95% in eigenverantwortung der fahrer. Es ist nicht nachzuvollziehen wie in gebirgsregionen der nachbarländer mit weniger leitplanken und warnschildern ordentlicher gefahren wird als im flachen land. Liegt es an den fahrschulen oder der geistigen unzureichenden reife der fahrzeuführer? Vor der fürrscheinöprüfung sollte man eine mpu vorschalten.

Na ob die Mpu davor oder danach stattfindet ist im Endeffekt auch Wumpe. Glaub kaum, dass Hintz und Kuntz prinzipiell ungeeignet sind, sofern die nicht schon vorher auffällig geworden sind.

Die Frage: Unterschätzen sie aus der täglichen Gewohnheit heraus und weil sie nie an Fahrsicherheitstrainings nehmen evtl. die physikalisch/mechanischen Kräfte von PKWs im dessen Grenzbereichen? Wer beantwortet sowas mit Ja? Natürlich sind die alle immer vernünftig, bis man es eilig hat, sich auf die Hose ascht oder gerade das Telefon klingelt.

Leitplanken sollen die menschlichen Fehler eben kompensieren, gerade an den Stellen an denen Aufmerksamkeit gefordert ist - die eben nicht jeder immer zu hundert Prozent bringen kann. Sind ja keine trainierten Rennpiloten mit Fokus, sondern Jedermann.

So lautete der Slogan, der Anfang der 90er Jahre in Brandenburg - und später auch in Schleswig-Holstein - helfen sollte, Unfälle in Alleen zu verhindern. Es hat geholfen!