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Was ist eigentlich, wenn man auf hoher See mal muss?

Das Plumpsklo mit direktem Meerblick nach unten dient lediglich zu Anschauungszwecken und sollte beim Koggenrundgang unbedingt besichtigt werden.
Das Plumpsklo mit direktem Meerblick nach unten dient lediglich zu Anschauungszwecken und sollte beim Koggenrundgang unbedingt besichtigt werden.
Katja Richter

Bald ist es soweit: Die Pommernkogge „Ucra“ wird zu ersten Trainingsfahrten aufs Haff hinaus fahren. Für die Crew und die späteren Gäste gäbe es da allerdings noch ein ganz wichtiges Problem zu klären.

Egal, ob weiblich oder männlich, ob arm oder reich, ob Koggen-Crew oder Gäste: Wenn die Blase drückt, ist es von Vorteil, wenn man weiß, wohin oder vor allem wie man seine Notdurft verrichten kann. Selbstverständlich wurde deshalb auch beim Nachbau des mittelalterlichen Handelsschiffes an ein stilles Örtchen gedacht. Das Örtchen, welches in bestimmten Situationen zum wichtigsten Ort der Welt werden kann.

„Wir möchten unseren Gästen natürlich ganz anschaulich zeigen, wie das früher funktioniert hat und wie das war, wenn man mal musste“, erzählt Wolfgang Schubert vom Koggenverein. „Deshalb hat die ‚Ucra‘ auch ein richtiges Holzplumpsklo mit direktem Meerblick nach unten.“

Was vor Jahrhunderten völlig normal und gar nicht anders zu lösen war, wird heute aus Umweltschutzgründen nicht praktiziert, ist aber längst noch nicht überall verboten. Auf mittelalterlichen Handelsschiffen jedenfalls wurden die Fäkalien auf direktem Wege im Meer entsorgt. Keine Panik! Das passiert auf der Ucra nicht.

Die Pommernkogge verfügt ganz unspektakulär über zwei moderne Toiletten mit Wasserspülung. Nach Betätigung der beiden Knöpfe wird die Notdurft zerhäckselt, in einem 1000 Liter Abwassertank gesammelt und dann im Hafen fachgerecht entsorgt.

Das hölzerne Koggenplumpsklo dient lediglich zu Anschauungszwecken. Ein Blick auf dieses Örtchen sollte sich allerdings kein Gast entgehen lassen.