VORFALL IM ASYLBEWERBERHEIM

Was passiert jetzt mit dem Messerstecher?

Bei einer Messerstecherei im Torgelower Asylbewerberheim ist ein Mann verletzt worden. Der mutmaßliche Täter sitzt noch in Haft und wird vernommen. Nun muss die Ausländerbehörde des Landkreises entscheiden, wie es weitergeht.
Thomas Krause Thomas Krause
Am Tag nach dem Vorfall herrschte im und vorm Torgelower Asylbewerberheim wieder Alltag.
Am Tag nach dem Vorfall herrschte im und vorm Torgelower Asylbewerberheim wieder Alltag. Thomas Krause
Torgelow.

Am Tag danach war nichts mehr zu spüren von dem Vorfall, der sich am späten Dienstagabend im Asylbewerberheim in der Torgelower Ahornstraße zugetragen hatte. Ein Vater tollte am Mittwoch vor der Tür mit seinem Kind herum. Ein Afrikaner saß auf der Treppe und spielte mit seinem Handy. Ein alter Mann schwang sich aufs Fahrrad, wahrscheinlich wollte er in den nahen Supermarkt  – Alltag in der Ahornstraße.

Gut zwölf Stunden zuvor hatte große Aufregung in dem Wohnblock im Torgelower Ortsteil Drögeheide geherrscht. Ein Armenier und ein Palästinenser hatten erst gemütlich zusammengehockt, sich dann im Laufe des Abends ein verbales Duell geliefert. Dann eskalierte das Ganze: Der Armenier schlug dem 27-Jährigen zweimal mit der Faust in den Rücken und stach ihm ein etwa 15 Zentimeter großes Küchenmesser in den Hintern. Der Palästinenser wurde mit Schnittverletzungen ins Ueckermünder Klinikum eingeliefert. „Die Verletzungen waren nur leicht, Lebensgefahr bestand überhaupt nicht. Der Mann ist schon wieder entlassen worden“, sagte Polizeisprecher Axel Falkenberg am Mittwoch.

Hintergründe unklar

Der mutmaßliche Täter, in dessen Wohnung es zum Streit kam, sitzt laut Falkenberg noch in Haft, er werde erst noch vernommen. „Danach wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, wie es weitergeht. Die Hintergründe sind aber noch völlig unklar“, sagte der Sprecher.

Wie es mit dem mutmaßlichen Messerstecher weitergeht, muss nun die Ausländerbehörde des Landkreises entscheiden. Möglich sei, dass er in ein anderes Asylbewerberheim verwiesen wird.

Rein private Streitigkeiten

Harald Rinkens, der die Asylbewerber in Torgelow ehrenamtlich betreut, hatte von dem Vorfall erst am Mittwoch aus der Zeitung erfahren. „Wir hatten am Nachmittag noch gemeinsam Fußball gespielt. Da war alles ruhig im Haus“, erzählte der Torgelower. Er weiß, dass es um die Asylbewerber jetzt wieder Diskussionen in der Stadt geben wird – nach dem Motto: Die Ausländer, wir haben es ja gewusst! „Diese Menschen sind seit November hier, und es war seitdem der zweite Vorfall im Heim. Ich gehe davon aus, dass es rein private Streitigkeiten waren. Das ist nicht schön. Aber solche Streitigkeiten in einem Wohnblock, in dem nur Deutsche leben, gibt es doch auch ständig“, sagte er.

 

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Torgelow

zur Homepage