TRAGÖDIE IN TORGELOW

Was tat Leonies Mutter in der Mordnacht?

Die Mordanklage gegen den Stiefvater der kleinen Leonie liegt beim Landgericht Neubrandenburg vor, jetzt konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Mutter des getöteten Mädchens.
Andreas Becker Andreas Becker
Im April war die Mutter für wenige Stunden in die Wohnung nach Torgelow zurückgekehrt, in der Leonie am Abend des 12.
Im April war die Mutter für wenige Stunden in die Wohnung nach Torgelow zurückgekehrt, in der Leonie am Abend des 12. Januars zu Tode gekommen war. Christopher Niemann
Neubrandenburg.

Seit sechs Monaten sitzt David H. in Untersuchungshaft. Der Stiefvater der sechsjährigen Leonie steht unter dem dringenden Tatverdacht, den Tod des Mädchens maßgeblich verschuldet zu haben. „Mord durch Unterlassen” sowie sieben weitere Fälle der Misshandlung von Schutzbefohlenen werden dem 27-jährigen in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg vorgeworfen. Der Beschuldigte soll Leonie und ihren kleineren Bruder mehrfach schwer misshandelt haben.

Nachdem die Anklage jetzt dem Landgericht Neubrandenburg zugestellt worden ist, bekommt die anwaltliche Verteidigung von Leonies Stiefvater die Möglichkeit, innerhalb einer zweiwöchigen Frist Stellung zu beziehen. Ist dies geschehen, entscheidet das Landgericht endgültig über die Zulassung der Anklage und die mögliche Eröffnung eines Hauptverfahrens. Sollten alle Formalien ordnungsgemäß abgearbeitet werden, sei es laut Landgericht Neubrandenburg das Ziel, einen Prozessbeginn zeitnah, wahrscheinlich für den September/Oktober zu terminieren.

Mutter im Visier von Staatsanwaltschaft und Kripo

Während sich die juristische Schlinge um Leonies Stiefvater langsam zuzieht und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sind, laufen die Recherchen zur Rolle von Leonies leiblicher Mutter weiter. Unmittelbar nach dem Tod des kleinen Mädchens war auch die Mutter ins Visier von Staatsanwaltschaft und Kripo geraten. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Fahrlässigen Tötung durch Unterlassen ermittelt.

Leonies Mutter wurde wenige Tage nach dem Tod ihrer Tochter in einer Einrichtung untergebracht, in der sie gemeinsam mit ihrem elf Monate altem Baby rund um die Uhr betreut wird. Dort soll sie sich nach Information des Nordkurier heute noch befinden. Der genaue Aufenthaltsort ist aus ermittlungstaktischen Gründen nur einem kleinen Kreis an Personen bekannt.

Flucht aus Polizeigewahrsam

Im April war die Mutter für wenige Stunden in die Wohnung nach Torgelow zurückgekehrt, in der Leonie am Abend des 12. Januars zu Tode gekommen war. Gemeinsam mit Staatsanwaltschaft und Kripo sollte der genaue Tatablauf vor Ort rekonstruiert werden.

An Leonies Todesabend hatte David H. Rettungskräfte alarmiert und anschließend versucht, den Sanitätern zu versichern, dass Leonie an einem Treppensturz gestorben sei. Da die offensichtlichen Verletzungen Leonies aber nicht deckungsgleich mit denen eines Treppensturzes waren, hatten die Rettungskräfte die Polizei eingeschaltet.

Zwei Tage später nutzte Leonies Vater bei einer Vernehmung im Polizeihauptrevier Pasewalk die Schlafmützigkeit der Beamten und floh aus dem Polizeigewahrsam. Nach sieben Tage intensiver Fahndung ging David H. den Polizisten auf der Bundesstraße 109 kurz vor Anklam wieder ins Netz. Bei der anschließenden Vernehmung bestritt David H. die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

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