KOSTEN STEIGEN

Wasser-Grundgebühr am Haff fast 100 Euro teurer

Der Wasserpreis steigt. Der Versorger verweist auf sinkende Eigenkapitalquote, fehlende Fördermittel und notwendige Investitionen. Doch Preissprünge wie 2021 sollen nicht die Regel werden.
Die Wasserpreise im Zweckverband Ueckermünde ziehen in diesem Jahr an, allerdings nicht für den Verbrauch, sondern a
Die Wasserpreise im Zweckverband Ueckermünde ziehen in diesem Jahr an, allerdings nicht für den Verbrauch, sondern allein für den Anschluss. Knapp 100 Euro mehr pro Jahr und Haushalt. Karl-Josef Hildenbrand
Ueckermünde ·

Alles wird teurer, kaum jemand wundert sich noch über Preiserhöhungen. Ärgerlich ist es trotzdem. In diesem Jahr sind es unter anderem die Wasserpreise, die steigen. Mit dem Gebührenbescheid der Gesellschaft für Kommunale Umweltdienste (GKU) sind auch die Kunden am Haff über die Preiserhöhung informiert worden.

„Wir haben unseren Kunden auf der Rückseite der Rechnung die alten und die neuen Preise aufgezeigt, die Reaktionen waren eher zurückhaltend, um nicht zu sagen: verschwindend gering“, sagt Frank Strobel, der im Auftrag der Zweckverbände Ueckermünde, Strasburg, Altentreptow-Demmin und Anklam den GKU-Betrieb führt.

Nun 20,45 Euro stat 12,14 Euro im Monat

Erhöht wurden nicht die Verbrauchspreise, sondern allein die Grundgebühr. So können Kunden auch durch sparsamen Verbrauch die Preiserhöhung nicht abfangen. Der monatliche Wasser- und Abwassergrundpreis betrug für die Kunden im Zweckverband Ueckermünde 2020 je Wohneinheit 12,14 Euro, jetzt beträgt er 20,45 Euro im Monat. Fast 100 Euro muss jeder Haushalt im Jahr mehr zahlen.

„Über den Grundpreis bekommen wir etwa 40 bis 50 Prozent unserer Gesamteinnahmen, über den Mengenpreis würden wir nicht die Mehreinnahmen erreichen, die wir brauchen“, sagte Frank Strobel. Außerdem wären dann vor allem Familien mit hohem Wasserverbrauch betroffen, und das sei nicht das Ziel. „Wir sind von den Rechnungsprüfern ausdrücklich angehalten, unsere Eigenkapitalquote konstant zu halten, damit die Gesellschaft sich nicht überschuldet“, erläutert Frank Strobel.

Keine anderen Einsparmöglichkeiten

Außerdem sind die Fördermittel weggefallen, mit denen die Preise bisher über viele Jahre stabil gehalten werden konnten. „Hinzu kommt, dass auch wir von Preiserhöhungen betroffen sind und somit die Kosten steigen“, so Strobel weiter. Jegliche Einsparmöglichkeiten über Rationalisierung und Personalabbau seien bereits ausgereizt. „Uns blieb nur noch die Grundpreiserhöhung als eine sicher kalkulierbare Größe für unseren Wirtschaftsplan für 2021.“ Die neuen Preise gelten für zwei Jahre. Dass es danach erneut einen so hohen Preissprung geben wird, wollte Frank Strobel aber ausschließen. „Wie jeder Versorger werden wir kleine Anpassungen an das veränderte Preisniveau vornehmen.“

Strobel widersprach auch Behauptungen, die Preiserhöhung im Bereich Ueckermünde hänge mit dem Bau der Wasserleitung zwischen Altwarp und Eggesin zusammen – ein mehrere Millionen Euro teures Projekt, für das auch Fördermittel beantragt sind. Die neue Leitung wird die Wasserversorgung am Haff für weitere 40 bis 50 Jahre sichern.

Leitungsbau nicht der Grund für Preissteigerung

Wenn in Ueckermünde ein Hotel und eine Reha-Klinik gebaut werden, steigt auch der Wasserbedarf, gibt Frank Strobel zu bedenken. Doch bei der Grundpreiserhöhung schlagen die Kosten für den Leitungsbau nur in sehr geringem Maße zu Buche. „Es ist für jeden Haushalt gerade mal ein kleiner Centbetrag“, sagt Frank Strobel. Die Wasserleitung soll Ende 2022 fertiggestellt sein.

Einen erheblichen Anstieg der Grundpreise für Wasser und Abwasser gibt es auch in den Zweckverbänden Strasburg, Altentreptow-Demmin und Anklam. Vor allem Großvermieter wie Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften kritisieren die Preiserhöhung und kündigten eine rechtliche Prüfung der Vorgänge an.

Mehr lesen: Vermieter laufen Sturm gegen Erhöhung der Wasserpreise

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Ueckermünde

zur Homepage