INSEL USEDOM

▶ Weltkriegsbombe gesprengt – In Swinemünde zitterten die Fensterscheiben

Gute Nachricht aus Swinemünde: Polnische Sprengstoff-Experten haben die Riesen-Bombe „Tallboy” in der Swine zwischen den Inseln Usedom und Wollin unschädlich gemacht. Die Explosion war gewaltig.
Die britische 5,4-Tonnen-Fliegerbombe "Tallboy" wurde am Dienstag nachmittag in der Swine gesprengt.
Die britische 5,4-Tonnen-Fliegerbombe "Tallboy" wurde am Dienstag nachmittag in der Swine gesprengt. Youtube/eswinoujscie.pl
Eigentlich war der Mittwoch für die Neutralisierung der Weltrkiegsbombe angedacht. Wegen der Wetteraussicht am Mittwoch wurde einen Tag früher gesprengt.
Eigentlich war der Mittwoch für die Neutralisierung der Weltrkiegsbombe angedacht. Wegen der Wetteraussicht am Mittwoch wurde einen Tag früher gesprengt. Youtube/eswinoujscie.pl
Von dieser Plattform in der Swine aus arbeiten die Spezialisten der polnischen Marine an der Neutralisierung der Bombe.
Von dieser Plattform in der Swine aus arbeiten die Spezialisten der polnischen Marine an der Neutralisierung der Bombe. Christopher Niemann
Swinemünde.

Seit 14.30 Uhr stellt die in der britische Weltkriegsbombe „Tallboy” („Großer Junge”) keine Gefahr mehr für die Menschen rund um die Insel Usedom dar. Zuvor führte die polnische Marine bei der in der Swine am Boden liegenden Bombe eine Sprengstoff-Verpuffungsaktion durch. „In vielen Wohnungen in Swinemünde zitterten die Fenster. Die Explosion war am stärksten in den Gebäuden zu spüren, die dem Hafenkanal am nächsten liegen”, heißt es beim Swinemünder Stadtportal „Swinoujskie.Info”. „Die Bombe kann als neutralisiert angesehen werden.

Entschärfung ursprünglich für Mittwoch geplant

Die Minentaucher befanden sich alle außerhalb der Gefahrenzone. Bei allen angenommenen Sicherheitsmaßnahmen wurde die Möglichkeit einer Detonation durch den Verpuffungsprozess berücksichtigt. Die angewandte Methode stellte kein Risiko für Soldaten und Personen dar, die direkt an Operationen beteiligt waren”, teilte Grzegorz Lewandowski von der polnischen Marine mit.

Ein Video von der Sprengung sehen Sie hier:

Mit der Aktion waren die Sprengstoff-Experten schneller vorangeschritten, als im Zeitplan vorgesehen. Ursprünglich war die Entschärfung erst für Mittwoch geplant. Ursache für die Planänderung könnte die bevorstehende Wetterlage sein. Für Mittwoch sind in Swinemünde „orkanartige Böen” angekündigt. „Bevor mit der eigentlichen Neutralisierung begonnen werden konnte, musste die Bombe gesichert werden. Damit sich das Objekt in keiner Weise bewegt, weil jede Vibration, jede Verschiebung zu einer unerwarteten Explosion führen könnte”, hatte Grzegorz Lewandowski am Montag erklärt. Im Lauf des Dienstags war es Tauchern der Marine gelungen, die Bombe mithilfe eines Unterwasser-Sauggeräts von Sand zu befreien und teilweise auszugraben.

Landkreis überrascht von Geschwindigkeit der Entschärfung

Der „Tallboy“ ist 5340 Kilo schwer, 6,35 Meter lang und trägt 2400 Kilo hochbrisanten Sprengstoff in sich. Der Fundort in der Swine war im Radius von 2,5 Kilometern abgesperrt und wurde mit Videokameras überwacht.

Während der Entschärfung war nur der polnische Teil des Stettiner Haffs für die Schifffahrt gesperrt. Der Betrieb mehrerer Fähren (u.a. nach Stettin) wurden für die Zeit von 7 bis 17 Uhr eingestellt.

Beim Landkreis Vorpommern-Greifswald waren die Verantwortlichen von der Schnelle der Entschärfung offenbar überrascht. „Wir werden die Bevölkerung kurzfristig über Maßnahmen informieren”, hatte Achim Froitzheim gesagt, der Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Eine Warnung gab es vom Landkreis nicht, auf der deutsche Seite des Stettiner Haffs musste die Schifffahrt nicht eingestellt werden.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Swinemünde

Kommende Events in Swinemünde (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (3)

war 1945 das Ziel dieser Tallboy-Bombe. Sie verfehlte es um nur hundert Meter. Das 186 Meter lange Schiff wurde aber durch einen weiteren seitlichen Treffer in unmittelbarer Nähe (Nahtreffer) schwer beschädigt. Schon im November 1944 besiegelten solche Tallboy-Bomben das Schicksal des größten jemals in Europa fertiggestellten Schlachtschiffs - der "Tirpitz". Mehr als 900 deutsche Marinesoldaten kamen damals vor Tromsø in Norwegen nach mehreren direkten Treffern ums Leben.

der Tallboy-Bombe in Swinemünde war die weltweit die Erste, die unter Wasser durchgeführt wurde. Weil das Wasser in der Kaiserfahrt die Druckwelle und die Splitterwirkung stark dämpfte gab es keine Schäden in der Stadt.

Wurden ja auch nicht so viele von gebaut
Wenn ich mich nicht irre, keine 900.

Außerdem dürfte das hohe Eigengewicht mit iwas bei 5 Tonnen wohl sehr selten dazu geführt haben, dass das Hexogen von bunkerbrechenden Gefechtsköpfen nicht zündet, selbst wenn die Nitratampulle vom Aufprallzünder für den Torpedosprengkopf nicht zerbrochen wurde. Da musste die schon "weich" landen, bzw eben weicher als die 5500kj cm2 Festkörperwiderstand, um die Reaktion nicht anzustoßen.