INSEL USEDOM

Weltkriegsbombe „Tallboy” - Der Countdown läuft

Spezialisten der polnischen Marine werden wohl bis Freitag damit beschäftigt sein, die britische Bombe zu entschärfen. Auswirkungen auf die Bevölkerung sind noch unklar.
Historische Aufnahme einer „Tallboy“.
Historische Aufnahme einer „Tallboy“. zVg
Die Bombe liegt in der Swine, einem Meeresarm der Ostsee, gelegen zwischen den Inseln Usedom und Wollin.
Die Bombe liegt in der Swine, einem Meeresarm der Ostsee, gelegen zwischen den Inseln Usedom und Wollin. Nordkurier/D. Focke
Swinemünde.

Die 5340 Kilo schwere, 6,36 Meter lange und mit 2400 Kilo Sprengstoff gefüllte Weltkriegsbombe „Tallboy” soll am Montag in der Swine, einem Meeresarm der Ostsee, neutralisiert werden. Experten der polnischen Marine werden die britische Bombe neutralisieren. Noch ist offen, welche Auswirkungen die Aktion auf die Schifffahrt im Stettiner Haff und die Haff-Region haben wird. „Wir werden die Bevölkerung kurzfristig über die Maßnahmen informieren“, sagte Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald.

Feuerwehr Eggesin war im Einsatz

Nach Erfahrungen aus der Vergangenheit ist allerdings mit ziemlich viel Aufregung zu rechnen. Vergangenes Jahr im Oktober waren wegen der Bergung einer „Luft-See-Mine“ unter anderem Teile des Stettiner Haffs gesperrt worden. Betroffen waren die Schifffahrt, Fischer, Angler, Surfer und Schwimmer. Vier Wochen zuvor war eine Fliegerbombe unschädlich gemacht worden. Damals hatte es auf deutscher Seite Überlegungen gegeben, den Parkplatz für Wohnmobile am Hafen in Altwarp zu sperren. Diese Pläne wurden aber verworfen. Zum Einsatz kamen bei der Aktion auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Eggesin, die mit ihrem Boot das Ufer kontrollierten.

Arbeiten zwischen 7 und 17 Uhr

Fest steht bisher, dass die Sprengstoff-Experten bis kommenden Freitag mit dem „Tallboy“ (Großer Junge) zu tun haben werden. Allein zwei Tage haben die Taucher der Marine eingeplant, um die Weltkriegsbombe von Sand zu befreien. Dann sollen die Zünder von der Sprengladung getrennt werden, wie ein Vertreter der Marine der Agentur PAP sagte.

„Während des Zeitraums wird die Möglichkeit der Nutzung von Fährüberfahrten in Swinemünde eingeschränkt sein. Die allgemein zugängliche Fährverbindung Centrum als Transitroute ins Landesinnere nach Kolberg, Gdansk oder Misdroy wird außer Betrieb gestellt. Zwischen dem 12. und 16. Oktober sollten Kraftfahrer die benachbarten Grenzübergänge Linken und Pomellen nutzen“, teilte Swinemündes Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz mit.

Die Arbeiten an der Bombe dauern jeweils von 7 bis 17 Uhr. Der „Tallboy“ liegt 12 Meter tief im Schlamm der Swine, die zwischen den Inseln Usedom und Wollin verläuft und das Stettiner Haff mit dem Meer verbindet. Die Bombe war beim Vertiefen der Fahrrinne entdeckt worden. „Aufgrund der Größe und des Gewichts sowie des technischen Zustands ist ein Abbau nicht möglich. Die Bombe wird zerstört, indem der Sprengstoff teilweise verbrannt wird“, erklärt ein Marinesprecher die Vorgehensweise. Die Neutralisierung ist seit etwa einem Jahr geplant, hatte sich aber immer weiter verzögert. Erst waren es ungünstige Bedingungen, später der Beginn der Corona-Krise. Nach Angaben polnischer Behörden habe man es mit einem so schweren Objekt zum ersten Mal zu tun.

Bombenangriffe auf Swinemünde

In der Region waren 1944 und 1945 unter anderem die damals deutsche Stadt Swinemünde sowie der Schwere Kreuzer „Lützow“, der an der Mündung Swine/Kaiserfahrt vor Anker gelegen hatte, bombardiert worden. Die „Lützow“ wurde nach einem Beinahe-Treffer mit einer „Tallboy“ damals schwer beschädigt. Dort liegt nun auch eine der nicht explodierten Riesen-Bomben, die entschärft werden soll.

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Kommentare (4)

Der schwere Kreuzer "Lützow" wurde bereits am 25. September 1940 in "Petropawlowsk" und später nach notdürftiger Reparatur am 1. September 1944 in "Talinn" umbenannt. Hier handelt es sich hingegen um das umbenannte Panzerschiff "Deutschland".

Bitte vollständig und richtig aus Wikipedia abschreiben.

1940 wurde ein unfertiges Schiff verkauft, kein fertiger Schwerer Kreuzer Lützow.

Im Artikel ist also alles richtig!

Ohnehin Fakten aus der Datenbank des nutzlosen Wissens 😂.

Wenn man sich denn unbedingt wie Bogdan zu dem Thema äußern muss, kann man durchaus, auch ohne Wikipedia mal gewusst haben, dass Panzerschiff keine Schiffsklasse der Kriegsmarine war. Ansonsten gilt wie immer, wer keine Ahnung hat...

Panzerschiff ist nur ne Bezeichnung für, rate mal, gepanzerte Schiffe. Deutschland-Klasse waren schwerer Kreuzer. Graf Spee, Scheer und die in Lützow umbenannte Deutschland. Was du meinst war die Hipper-Klasse der Lützow, und die wurde wie du geschrieben hast an die Sowjetunion verkauft.