PAPAGEI IM TIERHEIM

Wer bringt Frechdachs „Rico“ Manieren bei?

Im Tierheim Berndshof steht Papagei „Rico“ in seinem Käfig unter Stress. Der Vogel sehnt sich wieder nach jemandem, der ihn lieb hat – auch wenn er manchmal böse Sachen sagt.
Holger Schacht Holger Schacht
Papagei „Rico“ ist eine Gelbscheitelamazone und in der Lage, Stimmen aus der Umgebung gut zu imitieren. Wer ihn ni
Papagei „Rico“ ist eine Gelbscheitelamazone und in der Lage, Stimmen aus der Umgebung gut zu imitieren. Wer ihn nimmt, sollte das mit Bedacht tun. „Rico“ könnte noch 50 Jahre leben. Holger Schacht
Ueckermünde.

Papagei „Rico“ ist ein Frechdachs. Wenn es ihm in den Kram passt, sagt er: „Eierkopp!“ Vor gut vier Wochen strandete die Gelbscheitelamazone im Tierheim Berndshof und wartet seitdem auf einen neuen Besitzer. Inzwischen ist er Tierheim-Leiterin Sabine Schultz richtig ans Herz gewachsen. „Dass er hier im Käfig sitzt, hat er nicht verdient, das ist purer Stress für ihn“, sagt sie.

Gelbscheitelamazonen werden 80 bis 100 Jahre alt, „Rico“ ist etwa 50 und hat seine Vorbesitzerin überlebt. Bevor die Ueckermünder Rentnerin (90) verstarb, legte sie schriftlich fest, „Rico“ solle nach ihrem Tod ins Tierheim gebracht werden. „Die alte Dame hat uns leider nicht darüber informiert. Ich bin aus allen Wolken gefallen, war gar nicht vorbereitet“, sagte Sabine Schultz. Fast wie aus dem Nichts stand der Bestatter mit dem bunten Vogel plötzlich vor ihr.

Rico singt „Hänschen klein” und setzt sich sofort auf die Schulter

„Für die verstorbene Rentnerin war Rico offenbar ein Gesprächspartner, das ist ihm deutlich anzumerken“, sagt die Tierheimchefin. Wenn sie den Raum verlässt, in dem sein Käfig steht, krächzt er: „Komm‘ wieder rein!“. Der Papagei kann seinen Namen sagen, singt Lieder wie „Hänschen klein“, verstellt seine Stimme. Ist „Rico“ aus dem Käfig, setzt er sich bei Menschen sofort auf die Schulter.

Enttäuscht ist Sabine Schultz vom Veterinäramt, das nach ihren Angaben drei Wochen nicht klären konnte, ob „Rico“ unter Artenschutz steht. In freier Wildbahn gibt es wegen der Zerstörung der Regenwälder nur noch mehrere tausend Exemplare. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Südamerika in Staaten wie Brasilien und Peru. „Bei Rico greift der Artenschutz. Deshalb muss er vom Tierarzt gechipt werden“, sagt Sabine Schultz. Auch das dauert. „Der spezielle Chip musste an einer bestimmten Stelle erst bestellt werden.“ Bis heute dürfte die Angelegenheit aber erledigt worden sein.

An Kinder und Hunde ist der Papagei nicht gewöhnt

Eine Interessentin für „Rico“ sprang bereits ab, weil sie bei der Vermittlung immer wieder vertröstet werden musste. „Sie hätte eine Voliere gehabt. Das wäre ideal gewesen“, sagt Sabine Schultz. Vermittelt werden soll der Papagei in ein ruhiges Zuhause. Möglichst ohne Hunde und ohne Kinder. „An die ist Rico nicht gewöhnt. Bei seiner Vorbesitzerin hatte er den ganzen Tag Freiflug in der Wohnung, ging erst abends zum Schlafen zurück in den Käfig. Das sollte wieder so sein.“

 

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Kommentare (1)

... ich habe eine Katze. Diese hätte den sicher zum fressen gerne....

Daher: Viel Erfolg bei der Vermittlung dieses Kerls. ich hoffe, er findet ein gutes Heim :)