TIERSCHUTZ

Wer will Katzen aus dem Tierheim ein Zuhause geben?

Alle Räume für die Unterbringung der Stubentiger sind in Berndshof derzeit belegt, sagt die Tierheimchefin.
Mohrchen ist im Anklamer Gebiet gefunden worden.
Mohrchen ist im Anklamer Gebiet gefunden worden. ZVG/Tierheim
Sputnik musste im Quarantäne-Zimmer untergebracht werden.
Sputnik musste im Quarantäne-Zimmer untergebracht werden. ZVG/Tierheim
Mascha ist ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Heim.
Mascha ist ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Heim. ZVG/Tierheim
Kater Moritz möchte am liebsten immer mit im Bett schlafen
Kater Moritz möchte am liebsten immer mit im Bett schlafen ZVG/Tierheim
Ueckermünde.

"Jetzt ist erst einmal Schluss mit Katzen", sagt Tierheimchefin Sabine Schultz aus Berndshof. Nicht, dass Katzen dort nicht gern gesehen wären. Aber: Es sind elf Katzen derzeit dort im Kleintierhaus, im Auslauf und in der Quarantänestation untergebracht. „Mehr geht einfach nicht“, sagt die Tierheimleiterin. Sie bedauert dies zwar. Aber das Wohlergehen der Stubentiger geht einfach vor. Und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht.

Neuzugänge müssen erst behandelt werden

Zum einen haben die Tierfreunde vom Haff in der Quarantäne-Abteilung, die ohnehin nicht übermäßig groß ist, derzeit zwei Jungkatzen untergebracht, Sputnik und Mohrchen heißen die Neuzugänge. Sie kamen aus dem Anklamer Bereich und waren verfloht und verwurmt. „Und es kann ja niemand sagen, ob die beiden noch irgendeine Krankheit haben, die dann anderen Katzen schaden könnte“, erklärt Sabine Schultz. Insofern bekommen die beiden Neuen erst mal die grundlegende tiermedizinische Versorgung, werden entwurmt, geimpft und sterilisiert.

Gemeinschaftsunterkunft behagt nicht jedem

Und sollte sich dann herausstellen, dass weitere Behandlung nötig ist, dann bekommen die Tiere die auch. „Schließlich wollen wir die Fundtiere javermitteln, und darum sollen sie vor der Abgabe auch möglichst gesund sein“, sagt die Tierheimleiterin. Doch zum Wohlergehen der Katzen gehört mehr als nur die körperliche Gesundheit – auch das Wohlfühlen spielt für diese Tiere eine Rolle. Wer ein wenig Ahnung hat von Katzen und Katern, der weiß, dass es da ganz unterschiedliche Typen gibt. Eben auch die Sensibelchen. So wie der Kater namens Peter. Das achtjährige Tier hat bislang bei seinen beiden Besitzern in einem Plattenbau in Ueckermünde-Ost gelebt – behütet, beschützt, ja vielleicht auch verhätschelt.

Auf jeden Fall stand er allein im Mittelpunkt. Kannte also weder andere Artgenossen noch den Freilauf in der Natur. Die beiden Besitzer mussten nun in ein Heim und darum den Kater abgeben. Die Verwandtschaft hat ihn dann schließlich ins Tierheim gebracht, wo der Kater vermutlich erst einmal einen Riesenschreck bekommen hat. Die Ruhe und Beschaulichkeit in einer Plattenbauwohnung, das ungestörte Dösen, die allein auf ihn gerichtete Zuwendung – alles futsch. Das muss so ein Tier auch erst einmal verkraften. Peter jedenfalls hat mächtig dran zu knabbern, dass er nun mit zwei anderen Stubentigern das Revier teilen muss, und wäre froh, wenn er zu älteren Leuten in eine ruhige Umgebung ziehen könnte. Ganz schnell, wenn es geht.

Ein ruhiger Typ und eine Diva suchen „Wohnung“

Susi und Moritz sind ein weiteres Katzen-Duo mit dem Wunsch, möglichst rasch in ein neues Zuhause vermittelt zu werden. Während Moritz ein eher ruhiger Typ ist, der am liebsten mit im Bett schläft, steht die Sache bei Susi anders. Das ist, sagt die Tierheimleiterin, eine richtige Diva. Was heißt: Die Katzendame muss stets im Mittelpunkt stehen und kann andere Artgenossen im selben Haushalt nur schwer akzeptieren. „Das bedeutet, Susi sollte schon so etwas wie eine Einzelkönigin sein“, sagt Sabine Schultz.

Sie ist als Tierheimchefin natürlich für die Katzen verantwortlich. Aber die wahre Katzenchefin ist Alexandra Jädke. Die Therapeutin aus Eggesin mag Katzen sehr – und diese Liebe wird von den Samtpfoten auch erwidert. So ist die Eggesinerin unangefochtene Katzenrudel-Chefin. Was die Tierheimleiterin freut, denn Katzentiere erfordern viel Arbeit und brauchen ausreichend Zuneigung. Das alles kann Alexandra Jädke bieten – und so bleibt für Sabine Schultz mehr Zeit, die sie den Tierheimhunden widmen kann.

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Kommentare (1)

Eine längst überfällige Gesetzesänderung- Kastrationspflicht und Steuer für Freigänger Katzen um das Problem mal einzudämmen. Aber es existiert ja kein Problem... wir haben verantwortungsvolle Halter, gut finanzierte Tierheime in ausreichender Menge und das stets erfreute zuständige Ordnungsamt...