Die meisten Ueckermünder Stadtvertreter finden das neue Werbeschild für Uckerstrom und UWG am Haff-Parkplatz viel zu
Die meisten Ueckermünder Stadtvertreter finden das neue Werbeschild für Uckerstrom und UWG am Haff-Parkplatz viel zu groß. Es sollte versetzt werden. Eckhard Kruse
Streit

Werbeschild am Haffstrand sorgt für Ärger

Die beiden Sponsoren für die Ueckermünder Badeplattform durften ein Werbeschild am Haff-Parkplatz aufstellen. Der Bürgermeister musste sich nun von Stadtvertretern einige Kritik dazu anhören.
Ueckermünde

Da hatte die Ueckermünder Stadtverwaltung eine eigentlich gute Idee. Sie wollte die Bewirtschaftungskosten für den großen Parkplatz am Haff-Strand senken. Sie erlaubte den Stadtwerken Prenzlau und der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft, auf einem großen Werbeschild für sich zu werben. Beide Seiten schlossen einen Vertrag. Fünf Jahre lang müssen die beiden Sponsoren der Badeplattform nichts dafür zahlen. Danach wird eine jährliche Summe von 1.500 Euro fließen.

Die Tafel steht nun seit ein paar Wochen am Strand. Die Ueckermünder Stadtvertreter sind davon aber nicht sonderlich begeistert, wie sich in der jüngsten Sitzung zeigte. Im Vorfeld der Stadtvertretersitzung und auch in der Fraktion habe es sehr kontroverse Diskussionen dazu gegeben, sagte die CDU-Fraktionsvorsitzende Kathleen Fleck. Man habe schon vorher vermutet, dass es mit dem Bau der Badeplattform zu Befindlichkeiten mit dem Werbeschild kommen wird, und schon im Vorfeld darauf hingewiesen. Die Stadt sei aber der Ansicht gewesen, dass ein Schild planungsrechtlich zulässig und eine Zustimmung der Stadtvertreter nicht erforderlich gewesen wäre. „Wir halten das Schild auf dem Parkplatz nicht für günstig“, sagte Kathleen Fleck. „So, wie es ist, kann es nicht bleiben.“

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„Das Schild ist genauso groß wie die Badeplattform“, sagte Ingo Rollik (CDU-Fraktion). Das sollten sich die Stadtvertreter nicht gefallen lassen. Stadtpräsident Robert Kriewitz (CDU) sah das nicht anders. Auch ihm ging es um die Größe. „Das ist nicht der schönste Ort“, sagte SPD-Fraktionschef Carsten Seeger. Er erinnerte aber daran, dass die beiden Firmen die Plattform gespendet hatten, und würde sich eine Satzung für den Parkplatz und solche Werbeschilder wünschen.

„Bei 700 Fahrzeugen fällt das Schild kaum auf“

„Ich kann nicht nachvollziehen, dass wir uns den Strand zupflastern wollen“, betonte André Klink (Bürgerbund Ueckermünde). Detlef Rabethke (Die Linke) sieht die Sichtachse zum Strand beeinträchtigt und meinte, dass dort gar kein Schild stehen sollte. „Höchstens anderswo an der Seite, wo es nicht stört.“

Bürgermeister Jürgen Kliewe verteidigte den Standort des Schildes. Die beiden Firmen hätten die Badeplattform gesponsert. Die Stadt habe deswegen eine Werbemöglichkeit für die UWG und für den Uckerstrom finden wollen. Das solle auch nur Unternehmen vorbehalten sein, die sich am Strand eingebracht haben. „Ich habe es so gesehen, dass auf dem großen Parkplatz mit 700 Fahrzeugen drei bis vier solcher Schilder stehen können, um Geld einzunehmen“, sagte Kliewe. Er habe das nicht gemacht, um die Stadtvertreter zu ärgern. Gegenüber dem Nordkurier sagte er später, das Schild falle bei 700 Fahrzeugen weit weniger auf als aktuell bei einem leeren Parkplatz. Den Strand und das Wasser könne man vom Parkplatz auch nicht sehen.

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Werbeschild als Gegenleistung für Spaß

Die Stadtvertreter berieten sich und baten dann den Bürgermeister, in Zukunft sensibler mit dem Bereich am Strand umzugehen und doch einiges mit den Abgeordneten abzustimmen. Man könne sich die Schilder eher links vorstellen. Sie wünschten sich ein Gespräch zwischen Bürgermeister und den Unternehmen. Bei der Abstimmung gab es aber eine Gegenstimme und eine Enthaltung.

Bei den Prenzlauer Stadtwerken zeigte man sich verwundert. Der Bereichsleiter Verkauf, René Otto, hat erst in der nächsten Woche einen Termin mit dem Bürgermeister. „Das Schild ist die Gegenleistung für den Spaß“, erklärte er in Bezug auf die Badeplattform. Auch er findet, dass kein Spaziergänger in der Sicht behindert wird. „Es ist ein Parkplatz“, so Otto. Unmöglich sei die Umsetzung nicht. „Doch wer trägt die Kosten?“, fragte er. Denn für den Aufbau hätten die Stadtwerke 10.000 Euro bezahlt.

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Kommentare (1)

Was bitte hat da 10.000€ gekostet? Müssen die Stadtwerke ihr Geld zum Fenster rauswerfen oder gäbe es nicht etwas Nachhaltigeres als Investition? Die Verantwortlichen bei den Stadtwerken scheinen nicht besonders kostenbewusst zu sein.