Die Pommernkogge liegt derzeit am Neuen Bollwerk. Momentan muss der Verein 4.400 Euro im Jahr dafür berappen.
Die Pommernkogge liegt derzeit am Neuen Bollwerk. Momentan muss der Verein 4.400 Euro im Jahr dafür berappen. Eckhard Kruse
Lothar Hoffmann, Vorsitzender des Koggenvereins
Lothar Hoffmann, Vorsitzender des Koggenvereins NK-Archiv
Bürgermeister Jürgen Kliewe
Bürgermeister Jürgen Kliewe NK-Archiv
Diskussion

Wie viel Liegegebühren sollte die Pommernkogge „Ucra" zahlen?

Ueckermünde berechnet ihre Liegegebühren für den Stadthafen neu. Dabei wird es auch um die Gebühren für die Torgelower „Ucra“ gehen.
Ueckermünde

Die Pommernkogge „Ucra“ gehört zwar der Stadt Torgelow. Weil sie aber im Hafen von Ueckermünde liegt, ist sie auch zu einem touristischen Aushängeschild für die Stadt am Haff geworden. Und trotzdem muss der Torgelower Koggenverein noch 4.400 Euro Liegegebühren im Jahr bezahlen. Das sehen viele in Torgelow nicht ein. Denn die Stadt Torgelow hatte allein für das Jahr 2021 schon 18.100 Euro im Haushalt angesetzt. Sie übernimmt auch immer wieder die Restkosten, die der Verein selbst nicht stemmen kann. So war die Hoffnung groß, dass die Liegegebühren in Ueckermünde sich verringern oder sogar ganz wegfallen, wenn eine neue Hafengebührensatzung entsteht. Die alte Satzung ist 20 Jahre alt.

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In Altwarp müssen Traditionsschiffe gar nichts bezahlen

Die wurde am Dienstagabend im Ueckermünder Bauausschuss zum allerersten Mal in der Entwurfsphase diskutiert. Für die „Ucra“ stehen mit der neuen Kalkulation zwei Zahlen im Raum. 6.800 Euro würde der Liegeplatz im Stadthafen pro Jahr kosten, wenn man 33 Euro je Quadratmeter Schiffsfläche ansetzt und 100 Prozent der Kosten umlegt. „Das wäre eine Kostensteigerung um 54 Prozent“, erläuterte Susanna Brickmann aus der Verwaltung. 3.112 Euro müsste der Koggenverein zahlen, wenn man 15 Euro je Quadratmeter berechnet. Das wäre eine Kostenverminderung von rund 29 Prozent. Bauamtsleiter Sven Behnke betonte aber, dass die Zahlen längst nicht feststehen. Der Satzungsentwurf müsse auch noch durch viele Ausschüsse laufen.

Zu den in den Raum gestellten Geldern wollte sich Lothar Hoffmann, Vorsitzender des Koggenvereins, noch nicht äußern. „Der Koggenverein begrüßt aber, dass man die Satzung nun endlich anpackt und die Berechnung auf eine rechtliche Grundlage gestellt wird“, sagte er. Er erwähnte aber, dass Traditionsschiffe in Altwarp gar nichts bezahlen müssten. Das bestätigte Altwarps Bürgermeister Jan Herzfeld. Die Kogge, die „Greif“ und die „Wappen von Ueckermünde“ würden jeweils auf Einladung der Gemeinde einlaufen, weil man froh ist, dass diese Schiff anlegen. Nach Recherchen des Nordkurier dürften Traditionsschiffe im Lübecker Museumshafen sieben Tage frei liegen. Danach ist ein Euro je Meter Schiffslänge zu zahlen. In Wismar würde sich die Gebühr für solche Schiffe halbieren.

„Kogge hat keinen so großen touristischen Mehrwert”

„Ich habe großen Respekt vor der ehrenamtlichen Arbeit des Koggenvereins“, betonte Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe. Die Stadt Ueckermünde unterstützt den Verein auf Antrag seit diesem Jahr und mit Stadtvertreterbeschluss zum ersten Mal mit einer Summe von 10.000 Euro. Ob der Verein gar nichts bezahlen sollte, das müssten die Stadtvertreter entscheiden.

Im Ausschuss fand André Klink (Bürgerbund), dass die Pommernkogge keinen so großen touristischen Mehrwert hat und zu wenige Touristen bei Ausfahrten mitfahren können. Er würde nicht von den 4400 Euro runtergehen. Ulf Gerhardt (Bürgerbund) sprach von einer Berechnung nach den Vereinseinnahmen.

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Kommentare (1)

Welche Kosten entstehen der Stadt durch die Ucra im Hafen? Und könnte das Erlassen der Liegegebühren nicht ein Beitrag der Stadt zur Unterstütung der Ucra sein? Letztendlich profitiert die touristische Infrastruktur der Stadt Ueckermünde ja von der Kogge.