PLÄNE FÜRS DORFHAUS

Wietstocker Verein hat die Zukunft fest im Blick

Trotz der Pandemie hat der Wietstocker Verein „Dorfhaus“ nicht aufgegeben, sondern neue Ziele für 2021 abgesteckt. Wenn Corona erst einmal überwunden ist, dann stehen den Einwohnern tolle Angebote zur Verfügung.
Nicht nur Fenster und Fassade sind neu, auch im Inneren des Dorfhauses hat sich einiges getan. Wenn es die Umstände wiede
Nicht nur Fenster und Fassade sind neu, auch im Inneren des Dorfhauses hat sich einiges getan. Wenn es die Umstände wieder zulassen, kann dort gefeiert, getagt, Kultur gemacht werden. Lutz Storbeck
Das Haus ist bestens für Ausstellungen geeignet. Zu sehen waren beispielsweise schon historische Dorfaufnahmen.
Das Haus ist bestens für Ausstellungen geeignet. Zu sehen waren beispielsweise schon historische Dorfaufnahmen. Lutz Storbeck
Zur offiziellen Eröffnung des Dorfhauses im Sommer 2020 kamen viele Gäste und sahen sich dort um.
Zur offiziellen Eröffnung des Dorfhauses im Sommer 2020 kamen viele Gäste und sahen sich dort um. Lutz Storbeck
Wietstock ·

Das Jahr 2020 hat auch für den Wietstocker Verein „Dorfhaus“ einige Veränderungen gebracht. Zumeist waren dies Einschränkungen, wie Vereinschef Martin Müller-Butz sagt. Wegen Pandemie-bedingter Auflagen zum Beispiel hat es im vergangenen Jahr so gut wie keine regulären Treffen von Vereinsmitgliedern gegeben – und dies gilt auch für die Zusammenkünfte des Vorstandes. Was nicht heißt, dass die Vereinsarbeit geruht hat. Die Verständigung untereinander aber musste auf anderem Wege passieren. Und das hieß, notwendige Absprachen und Beratungen per Videokonferenzen zu absolvieren.

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„Im Frühjahr, als der erste Lockdown war, war das für uns gewissermaßen die Experimentierphase, und im Herbst dann hatten wir Erfahrungen damit, und da hat es dann auch gut geklappt mit unseren Videokonferenzen“, sagt der Vereinschef. Was nicht selbstverständlich war. Immerhin gibt es innerhalb des Vereins Frauen und Männer ganz unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Erfahrungen, was die Computertechnik angeht. Gerade für die Älteren waren Videokonferenzen Neuland.

Förderanträge müssen noch mal geschrieben werden

Gemeistert haben die Dorfhaus-Leute das Problem dennoch – zusehends besser sogar. Es blieb also größtenteils bei der Videokommunikation. „Wir haben im vergangenen Jahr also lediglich zwei Veranstaltungen mit größerem Publikum machen können“, sagt Müller-Butz. Das sei die offizielle Eröffnung des sanierten Dorfhauses gewesen, und dazu kam eine Sommerkino-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Neubrandenburger Kino „Latücht“ unter freiem Himmel. Das war‘s dann auch schon. Schade, denn eigentlich hatte der Verein gleich eine ganze Reihe von insgesamt acht Veranstaltungen geplant – zum großen Thema 30. Jahre Wiedervereinigung. „Das musste leider alles ausfallen“, sagt der Vereinschef. Aber für 2021 sollen einige Veranstaltungen nachgeholt werden. Wenngleich das mit einigem Aufwand verbunden ist. Denn die beantragten Fördergelder hätten für 2020 abgerufen werden müssen. Wegen Corona war dies nicht möglich – und so müssen die Anträge erneut formuliert werden. In der Hoffnung, dass es die Zuschüsse dann auch gibt – für Lesung, Kino, Tanzveranstaltung und anderes mehr.

Anlaufstelle für alles Digitale

Finanzielle Unterstützung hat es aber trotzdem gegeben. Zum einen 1.000 Euro aus einem Soforthilfefonds zur Abmilderung der Corona-Folgen. „Das Geld haben wir für die laufenden Kosten, die der Unterhalt des Hauses verursacht, verwendet“, sagt der Vereinsvorsitzende. Diese Unterstützung war bitter nötig. „Ohne das hätten wir hier dichtmachen können“, sagt Müller-Butz, weil fast sämtliche Einnahmen einfach weggebrochen sind. Und es gab eine weitere Förderung. „Dem Landintakt-Programm sei Dank, mit Mitteln von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, richten wir seit einigen Wochen ein DigitaLokal im Dorfhaus Wietstock ein“, ist auf der Webseite des Vereins zu lesen.

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Und was heißt dies? „Dazu gehört die Ausrüstung des Dorfhauses mit Internet, Telefonanschluss, Endgeräten, Scan- und Druckmöglichkeiten und anderem mehr, die Einwohnerinnen und Einwohnern von Wietstock und Umgebung bei Bedarf zur Verfügung stehen sollen“, sagt der Vereinschef. Bei Bedarf können also im Dorfhaus – wenn der Lockdown vorbei sein wird – alle Fragen rund ums Internet geklärt werden, können E-Mails geschickt und empfangen, Dokumente ausgefüllt und gedruckt oder das seit Jahresbeginn funktionierende WLAN genutzt werden. Dazu braucht mancher vielleicht etwas Hilfe und Anleitung, und deshalb wird der Verein eine Sprechstunde für digitale Themen einrichten, in der alle Interessierten zu fast allen Themen rund um IT und Digitales ihre Fragen loswerden können.

Kaminzimmer, Küche, Saal – alles fertig

Ein weiteres Thema, das den Verein bewegt, ist die Idee und die Entwicklung eines Kunstprojekts für Wietstock und die Region. Allzu viel möchte der Vereinsvorsitzende dazu noch nicht sagen. Nur so viel: Es geht um einen Garten, der hinter dem Dorfhaus angelegt werden soll. Etwa 5.000 Quadratmeter groß ist die Fläche dafür. Und in diesem Garten soll das Kunstwerk, zu dem es schon etliche Ideen, Vorschläge, Meinungsäußerungen gab, dann umgesetzt werden. Übrigens wollen sich in dem Gartenprojekt nicht nur Vereinsmitglieder engagieren, sagt Müller-Butz, dort wollen auch die Gemeinde und Privatpersonen mitmachen.

Was das Bauliche angeht, so ist die untere Dorfhaus-Etage mittlerweile komplett. Sie kann also dann so richtig genutzt werden, wenn es die strengen Auflagen wegen der Pandemie nicht mehr geben wird. „Kaminzimmer, Küche, Saal stehen zur Verfügung – für den Verein, aber eben nicht nur für ihn, sondern auch für private Feiern, für Firmen und andere Vereine“, sagt der Vereinsvorsitzende. Das Feiern wird möglich sein, Schulungen, Tagungen, Versammlungen, auch Lesungen und anderes mehr. Und wenn dieses Angebot sich herumgesprochen hat und von den Wietstockern und den Leuten aus der Region angenommen wird, dann hat der Verein eines seiner Ziele erreicht.

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