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Wildschleifer entschuldigt sich

Dieses Foto sorgt für viel Empörung in der Region.
Dieses Foto sorgt für viel Empörung in der Region.
NK-Archiv

Darf er oder darf er nicht? Der Wildschleifer von Ueckermünde hat für viel Aufsehen gesorgt. Weil er ein totes Reh mit dem Abschleppseil über die Bundesstraße zog, sollte er seinen Jagdschein abgegeben. Jetzt gab es das Gerichtsverfahren.

Ein Jäger, der ein totes Reh über die Straße geschleift hat, darf seinen Jagdschein behalten. Der 74-Jährige muss sich aber für sein Verhalten öffentlich entschuldigen und Geld an den Landesjagdverband spenden. Einen entsprechenden Vergleich beschloss das Verwaltungsgericht Greifswald am Donnerstag. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald als Jagdbehörde und der Anwalt des 74-Jährigen stimmten dem Vergleich zu.

Der Mann hatte Ende Mai 2014 mit seinem Auto ein Reh an den Hinterläufen hinter sich hergeschleift, woraufhin die Jagdbehörde seinen Jagdschein einzog. Der Jäger aus Ueckermünde klagte. Die Höhe der Spende an den Jagdverband legte das Gericht auf 500 Euro fest.

Der Richter sah im Handeln des Jägers einen schweren Verstoß gegen den Grundsatz des ethisch korrekten waidmännischen Handelns. Allerdings habe es sich um eine „einmalige Entgleisung“ gehandelt, sagte er.

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Kommentare (2)

"Er entschuldigt sich" - dieser Satz erinnert mich an die DDR-Zeit: Frage eines Volkspolizisten: "Können Sie sich ausweisen ?" Antwort des Bürgers: "Darf man das jetzt selbst tun ?" Wie kann sich ein Jagdfrevler selbst entschuldigen ? Wäre es nicht seine Pflicht, öffentlich um Entschuldigung zu bitten ? Abgesehen davon, daß es nach meiner Ansicht wieder einmal ein viel zu mildes Urteil ist - solchen Personen, die zu faul sind, das verendete Wild in den Kofferraum zu laden, sollte man einen Rollator geben und ihnen kein geländegängiges Kraftfahrzeug zum Fahren überlassen.

Als Außenstehender könnte man fast meinen, dass da gewisse Leute zusammen auf den Schießstand oder die Jagd gehen! Wie kann es sein, dass jemand, der seine Zuverlässigkeit so offensichtlich abgelegt hat, einen Jagdschein behalten darf!? Wenn dieser Herr vor Wut mal jemanden mit einer Waffe bedroht oder gar schießt, sagt der aktuelle Richter hinterher auch: " Entschuldigung, das konnte ich ja nicht ahnen!" Normalerweise hätte dem Herrn vor Wiedererlangen seiner Waffenrechtlichen Dokumente eine psychologisches Gutachten auferlegt gehört und nicht eine lächerliche Pseudostrafe von 500,-€. Mit diesem unzurechnungsfähigen Herrn in der Nachbarschaft würde ich mir ernsthafte Sorgen um Leib und Leben von mir und allen anderen im Umkreis machen. In Anbetracht der Umstände ist dieser Herr nichts anderes als eine tickende Zeitbombe. Allein des Alters wegen wäre zu mindestens eine Amtsärztliche Begutachtung Voraussetzung zum Wiedererlangen gewesen! Aber... in den Amtsstuben dieser Region gehen die Uhren scheinbar noch 30 Jahre nach!? Gruß, ein Sportschütze aus Österreich. (Ja auch im Ausland verfolgt man den Fall und die Rechtssprechung)