OFFENER BRIEF

Windkraft-Gegner fühlen sich von Regierungschefin verschaukelt

In einem offenen Brief haben sich mehrere Bürgerinitiativen aus der Region an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gewandt und einen Stopp für den Windkraftanlagenbau in MV gefordert. Die Ministerpräsidentin hat (noch) nicht reagiert, aber das Energieministerium.
Ende Januar haben mehrere Bürgerinitiativen vor dem Amt für Raumordnung und Landesplanung in Greifswald gegen Windkr
Ende Januar haben mehrere Bürgerinitiativen vor dem Amt für Raumordnung und Landesplanung in Greifswald gegen Windkraft protestiert. Dem folgte ein offener Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Nun ist Warten angesagt. ZVG/BI
Ferdinandshof.

Das ist noch nicht die Antwort, die sich die 13 Initiativen, Bürgergruppen und Einzelpersonen gegen Windkraft auf ihren gemeinsamen offenen Brief an die Ministerpräsidentin von MV, Manuela Schwesig (SPD), erhofft hatten. „Die zahlreichen Bürgerinitiativen und Zusammenschlüsse Betroffener gegen industrielle Windkraft-Anlagen des Kreises Vorpommern-Greifswald fordern Sie mit aller Dringlichkeit auf, den Windkraftausbau in unserem Kreis Vorpommern-Greifswald und im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu stoppen“, hieß es in dem Schreiben der Windkraftgegner.

Energieministerium ignoriert die Bedenken

Eingegangen ist stattdessen ein Schreiben aus dem Energieministerium. Ob das nun schon eine Antwort war, die von der Regierungschefin in Auftrag gegeben wurde? Oder ob Manuela Schwesig vielleicht doch noch persönlich auf den offenen Brief reagiert? Thea Funk von der Bürgerinitiative „Freie Friedländer Wiese“ weiß es nicht. „Das geht aus dem Brief vom Ministerium nicht hervor“, sagt sie. Unterschrieben ist jener Brief von Christian Dahlke, Abteilungsleiter Energie und Landesentwicklung im Ministerium. Kern der mehrseitigen Antwort: Das Schweriner Energieministerium unterstützt den Bau von Windrädern bei Ferdinandshof – ungeachtet der Argumente aus den Reihen der Windkraft-Gegner. Aus Sicht des Ministeriums sei der Windparkbau bei Finkenbrück auch deshalb notwendig, um den Klimaschutz zu unterstützen.

Minister Backhaus hatte etwas ganz anderes gesagt

Damit allerdings steht das Ressort im Widerspruch zu dem, was der Chef des Landwirtschaftsministeriums, Till Backhaus (SPD), gesagt hatte. Bei einem runden Tisch im Herbst hatte der Ressortchef sich öffentlich gegen die Errichtung der Windräder in der Friedländer Wiese ausgesprochen. Und das unter anderem, weil in der Friedländer Wiese ein Modellprojekt starten soll, um das Niedermoorgebiet zu renaturieren.

Windkraft-Gegner fühlen sich verschaukelt

Was nun den Antwortbrief aus dem Energieministerium angeht, fühlen sich die Bürgerinitiativen verschaukelt. Zum einen hatten sich die Initiatoren eine Antwort von Manuela Schwesig persönlich erhofft. Zum anderen werde auf die Bedenken und Argumente der Windkraft-Gegner kaum eingegangen, sagt Thea Funk von der Wilhelmsburger Bürgerinitiative „Freie Friedländer Wiese“. Zwar sei es schon ein Erfolg, dass die Abstimmung mit den anderen Bürgerinitiativen für diesen offenen Brief gelungen ist, aber die Antwort sei doch ernüchternd, sagte sie.

 

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Kommentare (2)

Wenn die "13 Initiativen, Bürgergruppen und Einzelpersonen gegen Windkraft" nach nunmehr fast 30 Jahren Bundesrepublik Deutschland immer noch nicht begriffen haben, dass Hinhaltetaktik, gegenseitiges Ausspielen, Lügen, Versprechungen ohne Absicht ihrer Einhaltung, zum Repertoire der Gegner jeglicher Bürgerinitiativen gehören, um ihnen erst einmal den Wind aus den Segeln zu nehmen, sie zu beschwichtigen, ihrem Druck scheinbar nachzugeben, dann sind diese Bürgerinitiativen zunächst einmal für ihren Optimismus zu bewundern, andererseits für ihre Naivität zu bemitleiden. Elektroenergie wird im Norden erzeugt und muß in den Süden geleitet werden, jede Windkraftanlage trägt zur Erhöhung der Stromkosten bei. Das sind wissenschaftlich bewiesene Fakten. Der Staat ist doch gar nicht daran interessiert, den Energiekonzernen die Einnahmequellen zu verschließen. Je höher der Strom(netto)preis, desto höher die Steuereinnahmen des Staates.....Der Staat gab den Konzernen Investitionszuschüsse zum Auf-/Ausbau der Kernenergie, jetzt finanziert der Staat deren Rückbau und zahlt riesige Schadensersatzleistungen - Stand 2016: 23 Milliarden EURO.
"Alles für das Wohl des Volkes" - glaubt wirklich noch jemand den Politikern, insbesondere, wenn sie früher FDJ-Sekratär für Agitation und Propaganda gewesen sind ?

Sekretärin soll es heißen.