100.Mahnwache an der B109

Windkraftgegner „kämpfen bis bis zum bitteren Ende“

Samstag für Samstag steht eine eingeschworene Truppe an der B 109, um gegen den geplanten Windkraft-Ausbau zu kämpfen. Aufgeben ist für die Bürger-initiative keine Option.
Fast 70 Menschen nahmen an der 100. Mahnwache der Windkraft-Gegner an der B 109 in Ferdinandshof teil.
Fast 70 Menschen nahmen an der 100. Mahnwache der Windkraft-Gegner an der B 109 in Ferdinandshof teil. Christian Johner
Ferdinandshof

Luftballons mit 100 Fragen an die Landesregierung wollte die Bürgerinitiative (BI) „Freie Friedländer Wiese“ am Samstag anlässlich der 100. Mahnwache an der B 109 nahe der Tankstelle in Ferdinandshof steigen lassen. Ganz geklappt hat das nicht – den Luftballons ging schon vorher die Puste aus.

Während auf die Ballons kein Verlass war, werde der BI im Kampf gegen den Ausbau von Windkraftanlagen in der Region nicht die Luft ausgehen, versicherte Jens Funk: „Wir werden weiterkämpfen bis zum bitteren Ende. Und wenn nichts mehr geht, dann werden wir gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland und der Deutschen Wildtier Stiftung klagen. Der Ausbau ist ein Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie.“

Knapp 70 Menschen demonstrierten

Die BI ist eine eingeschworene Truppe: Seit 100 Wochenenden stehen die Windkraft-Gegner an der B 109, stellen Banner auf und halten Plakate in den Händen. „Man muss schon eine Menge Hoffnung, Zuversicht und Liebe seiner heimatlichen Umgebung in sich tragen, um immer wieder hier zu stehen“, sagte Angelika Janz. Am Samstag waren es wieder knapp 70 Menschen, die an der Protestaktion teilnahmen. „Von Jung bis Alt ist alles dabei. Auch während des harten Corona-Lockdowns, als keine Mahnwache möglich war, haben wir immerhin Banner aufgestellt“, sagte Funk.

„Was bringt der Ausbau?“, „Wie soll das Ganze finanziert werden?“ waren nur zwei der 100 Fragen, die die BI mithilfe der Luftballons symbolisch an die Landesregierung schicken wollte. Dass die Kraft der Luftballons bis nach Schwerin nicht reichen würde, dürfte Funk klar gewesen sein. Das ist aber nichts Neues für ihn und seine Mitstreiter, die sich seit Jahren von der Politik nicht ernst genommen fühlen. „Die Politik interessiert sich nicht dafür, was die Bürger denken“, betonte Funk.

Auch der sanfte Tourismus wäre bedroht

Mit dem Windkraftausbau würde nach Ansicht der BI die unberührte Natur zerstört werden. „Die Wiese ist der einzige Anziehungspunkt, den wir haben. Ich bin mir sicher, dass auch der sanfte Tourismus wegbrechen wird, wenn hier alles mit Windkraftanlagen zugeballert wird“, sagte Funk, der auch kritisierte, dass der Strom gar nicht gespeichert und zu den Verbrauchern geleitet werden könne. „Wir kämpfen für den Artenschutz und gegen einen industriellen Energiepark in einem Gebiet, über das seit Jahrhunderten abertausende Zugvögel wochenlang ihre Routen verfolgen, in dem trotz intensiver Landwirtschaft ein einzigartiges Naturgebiet in Vorpommern existiert“, fügte Angelika Janz hinzu.

In der Haff-Region sind zwölf Windkrafträder in Lübs sowie sieben in Torgelow vorgesehen – es wären die ersten Anlagen überhaupt in der Region. Das Gebiet in Lübs wurde im Zuge der bisherigen Öffentlichkeitsbeteiligung mehrmals verkleinert. Und es sollen in der Haff-Region weniger Windkraftanlagen entstehen, als es noch vor einigen Jahren geplant war. Denn ein Gebiet in Wilhelmsburg fiel aus natur- und artenschutzrechtlichen Gründen weg.

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