MORDPROZESS

Wird Leonies Mutter im März angeklagt?

Welchen Anteil hat die Mutter am Tod des sechsjährigen Mädchens aus Torgelow? Seit fast einem Jahr wird gegen die Mutter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.
Leonies Stiefvater David H. (hier mit seinem Anwalt Jörg Fenger) wurde am 9. Januar zu lebenslanger Haft verurteilt.
Leonies Stiefvater David H. (hier mit seinem Anwalt Jörg Fenger) wurde am 9. Januar zu lebenslanger Haft verurteilt. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg will frühestens Anfang März entscheiden, ob Anklage gegen die Mutter der sechsjährigen Leonie aus Torgelow in Vorpommern erhoben wird. Nach dem Urteil im Mordprozess gegen den Stiefvater müsse nochmals genau geprüft werden, welche Rolle die 25-Jährige in dem Haushalt gespielt habe, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Neubrandenburg.

Bisher wird seit fast einem Jahr wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die Mutter ermittelt. Sie soll trotz vieler Verletzungen bei Leonie, die am 12. Januar vergangenen Jahres in der Wohnung der Familie starb, nicht rechtzeitig Hilfe geholt oder den Stiefvater verlassen haben.

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Verteidigung legte Revision ein

Die Staatsanwaltschaft müsse auch entscheiden, ob ein öffentlicher Prozess nötig ist, ob ein Strafbefehl gegen die Frau in Frage kommt oder ob die Ermittlungen ganz eingestellt werden, sagte der Sprecher. Zudem liege die Urteilsbegründung des Landgerichtes Neubrandenburg noch nicht vor. Die Schwurgerichtskammer hatte den Stiefvater Anfang Januar wegen Mordes durch Unterlassen, Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine Verteidiger haben Revision gegen das Urteil eingelegt.

„Bestrafungsaktion des Stiefvaters”

Leonie und ihr kleiner Bruder, Stiefkinder des Mannes, waren laut Gericht über drei Monate einem Martyrium des Stiefvaters ausgesetzt gewesen. Leonie war an ihrem Todestag laut Gerichtsurteil „Opfer einer Bestrafungsaktion des Stiefvaters geworden”, der auch verhinderte, dass rechtzeitig medizinische Hilfe geholt wurde. Wegen der langen Verhandlungsdauer im Prozess gegen den Stiefvater hat das Landgericht rund zehn Wochen Zeit für die Begründung des Urteils.

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