15 tote Tiere

Wölfe sollen in Vorpommern zugeschlagen haben

In der Ueckermünder Heide und der Umgebung sollen Wölfe Schafe und Damwild gerissen haben. Ein Tier wird noch vermisst. Eine Genprobe soll Gewissheit geben.
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In Vorpommern sind offenbar erneut Tiere von Wölfen gerissen worden.
In Vorpommern sind offenbar erneut Tiere von Wölfen gerissen worden. Julian Stratenschulte
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Ueckermünde.

In Vorpommern sind offenbar erneut Tiere von Wölfen gerissen worden. In der Ueckermünder Heide und der Umgebung sollen die Raubtiere zehn Schafe und fünf Stück Damwild getötet haben.

Wie das Landwirtschaftsministerium am Montag mitteilte, waren in zwei Fällen Schafhaltungen und in einem Fall eine Damwildhaltung betroffen. Ein Schaf sei zudem verletzt, eines werde noch vermisst. „In allen drei Fällen kann ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden beziehungsweise muss als wahrscheinlich gelten”, so das Ministerium. Es seien Genproben genommen worden.

Ob der „Grundschutz” für Nutztiere gegeben war, werde überprüft. Um den Mindestanforderungen des Grundschutzes zu entsprechen, müssen die Zäune allseitig geschlossen sein. Die Mindesthöhe beträgt dabei für stromführende Zäune 90 Zentimeter.

160 Nutztiere getötet

Im Jahr 2018 hatten Wölfe trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen im Nordosten mehr als 160 Schafe, Kälber und andere Nutztiere getötet und verletzt. "Solche bedauernswerten Übergriffe sind der Beweis dafür, dass der Erhaltungszustand der Raubtiere inzwischen sehr gut ist", sagte der Präsident des Landesjagdverbandes, Volker Böhning. Der strenge Schutzstatus der Wölfe müsse endlich gelockert und die Raubtiere "zur Bewirtschaftung" freigegeben werden.

"Es macht keinen Sinn, die Zäune immer noch höher zu bauen", sagte Böhning. In der Ueckermünder Heide, wozu der riesige Truppenübungsplatz Jägerbrück gehört, jagen mehrere Wolfsrudel. Die Raubtiere kommen auch aus Polen herüber. Bei Jagden in der Region Rothemühl-Ueckermünde seien schon mehrfach Wölfe gesichtet worden.

Ähnliche Forderungen zur "Bewirtschaftung" gibt es seit langem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, wo noch deutlich mehr Wölfe leben. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Ministerium mindestens sechs Rudel sowie diverse Einzelwölfe und Wolfspaare. Dazu kommen Wölfe oder Rudel, die auch aus Brandenburg in den Norden kommen.

Kommentare (1)

Den Artikel zum Sachverhalt, den Herr Christian Johner geschrieben hat- heute in der Haffzeitung- fand ich sehr gut geschrieben, Danke dafür, hier erahnt man journalistische Fähigkeiten, die schon selten geworden sind. Der Artikel machte einen objektiveren Eindruck als der hier in Nordkurier.de, wo gleich die Wünsche des Präsidenten des Landesjagdverbandes, Volker Böhning, nach "Bewirtschaftung" der Wölfe angehängt wurden. Wäre ein guter Herdenschutz nicht erste Maßnahme? Früher wurden Schafe gehütet oder/und man setzte Hüte- oder Herdenschutzhunde ein. Aber das kostet ja Geld und schmälert den Ertrag. Auch Esel sollen da erfolgreich beim Beschützen sein. Bevor man auf den Gutachten rumreitet, sollte es Informationen geben zum Zustand der Schutzmaßnahmen. Das geht ja schneller.