Kliewe, Klink, Degenkolb
Wofür stehen die drei Bürgermeister-Kandidaten von Ueckermünde?

Antworten auf Wählerfragen: Bürgermeisterkandidaten Jürgen Kliewe (links), Veit Degenkolb (Zweiter von links) und André Klink (rechts). Christian Johner (Zweiter von rechts) moderierte die Veranstaltung.
Antworten auf Wählerfragen: Bürgermeisterkandidaten Jürgen Kliewe (links), Veit Degenkolb (Zweiter von links) und André Klink (rechts). Christian Johner (Zweiter von rechts) moderierte die Veranstaltung.
Simone Weirauch

In einer ersten Runde haben Ueckermündes Bürgermeisterkandidaten Fragen von Bürgern beantwortet. Dabei zeigte sich schon, wofür die Kandidaten stehen.

Erstmals saßen sie alle drei nebeneinander vor ihren Wählern, die Bürgermeisterkandidaten für Ueckermünde. Veit Degenkolb (Bündnis Für Ue.de), Jürgen Kliewe und André Klink (beide Einzelbewerber) haben sich der Diskussion mit etwa 70 Besuchern im Familienzentrum-West der Volkssolidarität gestellt. Der Seniorenbeirat, der Heimatbund „August Bartelt“ und der Behindertenverband Ueckermünde hatten zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion eingeladen.

Kein Wunder also, dass die Senioren im Saal deutlich in der Überzahl waren. Um so erstaunlicher, dass es in dem gut zweistündigen Forumsgespräch dennoch weniger um seniorenspezifische Themen ging als vielmehr um Familienfreundlichkeit und den Stopp der Abwanderung junger Leute, um Bildung und die Ausstattung der Schulen mit Digitaltechnik. Und um ein unternehmerfreundliches Umfeld in der Kommune, um den Hotelneubau am Haffbad sowie um Radwege und den defizitären Ueckermünder Stadthaushalt.

André Klink gegen Fährverbindung nach Usedom

Weil zu fast jeder Frage auch jeder Kandidat zur Antwort aufgefordert war, konnten die Zuhörer vergleichen und sich ein gutes Bild von den Bewerbern um das hauptamtliche Bürgermeisteramt machen. Als konkret gefragt wurde, wie jungen Leuten eine Perspektive in der Stadt geboten werden kann, antwortete Veit Degenkolb, der als selbstständiger Pädagoge tätig ist, dass die Digitalisierung große Chancen biete. Dafür müssten Stadt und Unternehmen im Verbund beispielsweise in Berlin mit digitalen Präsentationen werben. „Ohne Job bleibt oder kommt niemand nach Ueckermünde, aber hier muss auch die ganze Familie eine Perspektive haben.“

André Klink meinte, allein vom Tourismus könne die Stadt nicht leben. Er sprach sich gegen eine Fährverbindung nach Usedom aus, gegen einen Hotelneubau, stattdessen hätte er eine saisonunabhängige Kurklinik angestrebt. Außerdem plädierte er für die Senkung des Steuersatzes, damit Unternehmen ihren Sitz nicht in andere Regionen verlegen. Er kritisierte, dass die Stadtverwaltung nicht vertreten war, als in Pasewalk das neue Welcome-Center eröffnet wurde, das sich um Rückkehrer in die Region kümmert.

Jürgen Kliewe argumentierte, dass fehlende Lehrstellen oder Arbeitsplätze nicht mehr das Problem seien. Doch die Schulabgänger hätten oft andere Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. Ueckermünde sei ein attraktiver Wohnort, auch für Menschen, die nicht hier arbeiten. Er halte es zudem für wichtig, dass ein Bürgermeister den regelmäßigen Kontakt zu den einheimischen Firmen pflegt. „Das ist in letzter Zeit verloren gegangen“, bedauerte er.

Was die Kandidaten konkret zu anderen Themen zu sagen hatten, können Sie in der gedruckten Ausgabe des Nordkurier lesen.

Kommentare (3)

Solange hier sich Ausbildungsmöglichkeiten weiterhin größtenteils auf das Gesundheitswesen, Altenpflege und Gastronomiebereiche erstreckt, wird sich am Wegzug der jungen Menschen nichts ändern. Es müssen andere Möglichkeiten geschaffen werden. Wer nicht das nötige Vitamin "B" hat, bekommt für seinen Nachwuchs eben nicht einen der wenigen begehrten Ausbildungsplätze, wie vielleicht Bankwesen, Informatik usw. Auch sind die Wege oft viel zu weit. Man muss in der Region eine halbe Weltreise machen, um in seine Berufsschule zu kommen. Die Torgelower Berufsschule ist da ja auch nicht gerade breit aufgestellt. Es wäre schade, wenn Ueckermünde nur noch für Senioren und Touristen attraktiv wäre. Ich las viele interessante Ideen von den jeweiligen Kandidaten. Das Problem wird die Umsetzung sein......."Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."

Es wird viel versprochen und warscheinlich ganz ganz wenig davon umgesetzt. Vor den Wahlen wird das blaue vom Himmel versprochen und im endefekt geht es nur darum wer sich das Geld künfigt einstecken darf für den Posten.

Es wird viel versprochen und warscheinlich ganz ganz wenig davon umgesetzt. Vor den Wahlen wird das blaue vom Himmel versprochen und im endefekt geht es nur darum wer sich das Geld künfigt einstecken darf für den Posten.