Ueckermünder Heide
Wolf sprengt Wildschwein-Video am Haff

Am Stettiner Haff ist unter anderem eine Rotte Wildschweine über ein Feld gezogen. Kurz darauf gesellte sich auch ein Wolf dazu.
Am Stettiner Haff ist unter anderem eine Rotte Wildschweine über ein Feld gezogen. Kurz darauf gesellte sich auch ein Wolf dazu.
privat

Dass Wölfe in der Ueckermünder Heide leben, ist lange kein Geheimnis mehr. Einem Jäger sind nun aber faszinierende Aufnahmen von einer abendlichen Verfolgung gelungen.

Einem Jäger sind spektakuläre Aufnahmen am Stettiner Haff gelungen. Er machte Urlaub in Rieth, einem Ortsteil der Gemeinde Luckow im Landkreis Vorpommern-Greifswald, und nahm bei einem Abendspaziergang am vergangenen Wochenende aus Spaß seine Wärmebildkamera (eine Helion XQ28F) mit.

Um den Jagdpächter und das Wild nicht zu stören, blieb er auf der Straße. Was sich sofort bezahlt machen sollte! Zahlreiche Tiere tauchten gegen 23 Uhr auf: Als wäre er nicht dagewesen, zogen mehrere Wildschweine mit zahlreichen Frischlingen übers Feld an ihm vorbei. „Die haben mich mit Sicherheit bemerkt”, so der Jäger, aber sie blieben ganz entspannt, da sie Bewegung auf der Straße gewöhnt seien.

Ein einzelner Hirsch streifte majestätisch umher. Als im Hintergrund ein großes Rudel Rot- und Damwild auftauchte, „war das absolute Naturidyll perfekt”. Aber es wartete noch eine weitere Überraschung auf ihn.

Tiere flüchten vor dem Wolf

Der Jäger ist vor allem von der Vielfalt und Fülle der Tiere beeindruckt, was der Ueckermünde Heide zu verdanken ist, aber auch das Verhalten der Tiere hier ist besonders. Denn normalerweise flüchten sie, sobald sie Menschen und die damit verbundene potentielle Gefahr bemerken. „Gerade Bachen mit ihren Ferkeln sind in dem Moment, in dem man sie entdeckt, eigentlich schon wieder verschwunden," so der Jäger. Hier in Vorpommern gehen sie jedoch ganz entspannt weiter auf Futtersuche.

Plötzlich aber stürmten die Wildschweine, die eine sehr gute Nase haben, in panischer Flucht davon und verschwanden im Unterholz. Direkt danach flüchtete auch das Rot- und Damwild, nur einige wagemutige blieben auf dem Feld stehen und sondierten die Lage.

Die Frage, was hier eigentlich los ist, klärte sich kurz darauf, denn völlig gelassen spazierte wie selbstverständlich ein Wolf ins Bild.

Wolf startet halbherzige Attacke

Auch er ließ sich vom Beobachter nicht stören. An einem einzeln stehenden Gehöft näherte sich der Wolf auf etwa 20 oder 30 Metern mehreren Rehen und startete eine eher halbherzige Attacke auf das Wild. Diese brach er jedoch kurz darauf wieder ab, „bestimmt hatte er noch nicht genug Hunger”, vermutet der Jäger.

Das ganze Schauspiel war für ihn eine perfekte Werbung für den Tourismus in der Region und spielte sich in einer idyllischer Stille ab, die man so wahrscheinlich auch nur hier oben erleben kann.