SCHAFE GERISSEN

Halter fordert nach Wolfsangriff Taten

Aus der Schafhaltung von Christiane und Axel Göll sind zwei Mutterschafe getötet worden – offenbar von einem Wolf. Das Verhalten des Wolfs kann das Ehepaar Göll verstehen, das der Politik dagegen weniger.
Christian Johner Christian Johner
Axel Göll zeigt, wo sich der Wolf durchgebuddelt haben soll.
Axel Göll zeigt, wo sich der Wolf durchgebuddelt haben soll.
Die Vermehrung des Wolfes soll eingedämmt werden, sagen Christiane und Axel Göll.
Die Vermehrung des Wolfes soll eingedämmt werden, sagen Christiane und Axel Göll. Patrick Pleul
Gegensee.

Die eine oder andere Träne muss Axel Göll verdrücken, als er auf den vergangenen Samstagmorgen angesprochen wird. So richtig glauben kann und will er es immer noch nicht. Auf einer abgelegenen Weide im Ahlbecker Ortsteil Gegensee fühlten sich seine Tiere immer pudelwohl, doch seit wenigen Tagen ist nichts mehr so, wie es einmal war. Axel Göll und seine Frau Christiane erlebten einen fürchterlichen Anblick: Zwei der acht Mutterschafe waren voller Blut, überall auf der Weide lag Wolle herum, es gab eine Schleifspur und darüber hinaus fehlten vier der fünf Lämmer. Sie waren wie vom Erdboden verschluckt – oder sollte man besser sagen vom Wolf?

Waren es mehrere Wölfe?

Noch kann man nur mutmaßen, wer den Tod der beiden Mutterschafe und das Verschwinden der Lämmer verursacht hat. Doch viele Anzeichen sprechen für einen Angriff durch einen Wolf. Axel Göll und seine Frau Christiane meldeten den Vorfall sofort. „Je mehr solcher Fälle gemeldet werden, desto eher greift die Politik vielleicht doch noch mal ein“, sagt Christiane Göll. Noch am gleichen Tag wurden die beiden Risse begutachtet. Das Ergebnis: Ein Wolfsriss gilt für die Gutachterin als wahrscheinlich. Es könnten sogar mehrere Wölfe beteiligt gewesen sein. „Es wurden die Kehlbisse gemessen. Die waren unterschiedlich groß“, sagt Christiane Göll.

In der kommenden Woche soll ein Herdenschutzberater nach Gegensee kommen. Dabei war die Herde nach Angaben von Axel Göll eigentlich genügend geschützt. „Wir hatten ja sogar zwei Zäune: einen Maschendrahtzaun und einen Wildzaun.“ Doch das alles half nicht. „Der Wolf hat sich unter den Zaun durchgebuddelt“, sagt der Frührentner.

„Wolf gehört dazu wie das Wildschwein”

Wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, dass es der Wolf war, dann kann es Axel Göll dem Raubtier noch nicht einmal verübeln: „Der macht das, was er machen muss. Der geht nur seinem Instinkt nach.“ Vielmehr ärgert Göll die Politik: Man könne nur so viele Wölfe dulden, wie man auch Fläche hat. „Wenn ich nicht so viel Fläche habe, dann muss ich eben irgendwas gegen Überpopulation tun.“ Seit 20 Jahren hat das Ehepaar Göll eine Schafhaltung. Bis vor knapp einer Woche ist nie irgendwas passiert, betont Axel Göll. „Wir wollen den Wolf nicht ausrotten. Der gehört dazu wie das Wildschwein. Aber man muss die Vermehrung ja irgendwie mal eindämmen“, sagt Christiane Göll.

Die Schafe, die überlebt haben und noch da sind, haben die Gölls auf eine Weide eines Bekannten gebracht. Die Weide ist nicht ganz so abgelegen und befindet sich mitten im Ortskern. „Da sind sie sicher, soweit man das überhaupt sagen kann“, so Christiane Göll.

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Kommentare (2)

greift zur Selbsthilfe

Dieser Anblick muss traurig gewesen sein und ich kann sehr gut beurteilen wie die Familie sich fühlt. Ich selbst verliere jedes Jahr Nutztiere an den Fuchs . Dem zuständigen Jäger interessiert das kaum.Kreuzt aber der Wolf in seinem Revier auf dann wird er als Konkurrenz gesehen.Warum setzen sich die Jäger nicht mal auf die Lauer und beschützen eine private Schaffherde durch zb einen Warnschuss? Er wird es nicht tun, weil es ihn kein Wild bringt.Der Wolf ist nun mal da und er wird bleiben, über die Anzahl wird aber zu reden sein. Liebe Jäger das Wild gehört dem Wolf und nicht Euch ! Helft mit die Nutztiere zu schützen auch das ist eure Aufgabe!