"Hunter Brothers"

Youtube-Stars aus Vorpommern vor Gericht

Zwei YouTube-Stars aus Ueckermünde, die als "Hunter Brothers" besonders in der Jagdszene bekannt sind, mussten sich am Montag vor dem Amtsgericht Greifswald verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf beiden Wilderei vor.
Philipp Schulz Philipp Schulz
Paul (links) und Gerold Reilmann sind nach dem Prozess sichtlich erleichtert.
Paul (links) und Gerold Reilmann sind nach dem Prozess sichtlich erleichtert. Philipp Schulz
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Greifswald.

Gerold (20) und Paul (24) Reilmann haben sich bereits in ihren jungen Jahren einen großen Namen in der Jagdszene gemacht. Seit fünf Jahren filmen sie ihre Erlebnisse rund um die Jagd, stellen im Internet Outdoor- und Jagdprodukte vor, geben Tipps. Zehntausende Nutzer verfolgen ihre Beiträge. Auf YouTube wurden ihre Filme über 14 Millionen Mal angeklickt. Die beiden hatten sich im vergangenen Jahr auch publikumswirksam in die Debatte um die Rückkehr des Wolfes eingebracht.

Jetzt mussten sich die Brüder jedoch vor dem Amtsgericht Greifswald verantworten. Beiden wurde zu Last gelegt, dass sie am 29. April vergangenen Jahres in einem fremden Jagdrevier (in direkter Nachbarschaft zu ihrem eigenen) eine trächtige Ricke geschossen und diese mitgenommen hätten. Kein Kavaliersdelikt: Für Jagdwilderei kann laut Strafgesetzbuches eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, in besonders schweren Fällen sogar bis zu fünf Jahren verhängt werden.

Anklage wegen Wilderei

Das Jagdgebiet der Reilmanns umfasst 500 Hektar, hat ein Grenzverlauf von gut 12 Kilometern. Es liegt etwa auf halber Strecke zwischen Lassan und Wolgast. Tatsächlich wollte ein Zeuge, der sein Jagdrevier ebenfalls in direkter Nachbarschaft hat, gesehen haben, wie die Brüder durch das fremde Jagdrevier gefahren seien, und ein Reh auf das Auto luden. Zuvor habe er einen Schuss gehört. Der betroffene Jäger war selbst nicht vor Ort, wurde erst später informiert. Die beiden Angeklagten stritten die Tat ab, beriefen sich auf einen Freund, der an diesem 29. April zur Tatzeit mit beiden jagen war, was er auch vor Gericht so bestätigte. Tatsächlich gibt es bei YouTube sogar ein Video, das an dem fraglichen Tag entstanden sein soll und die Angeklagten bei der Jagd von Wildschweinen zeigt.

Im Zweifel für die Angeklagten

Nach gut drei Stunden, in denen die Beweise gesichtet und die Zeugen angehört wurden, endete der Prozess mit glücklichem Ende für die Angeklagten: Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch beide Verteidiger forderten einen Freispruch, der Richter schloss sich dem an. Die Unschuld sei zwar nicht erwiesen. Die Tat könne man den beiden aber eben auch nicht zweifelsfrei nachweisen.