DRAMA IM DAMWILDGEHEGE

Wolfs-Alarm: Zehn Tiere im Blutrausch getötet

Offenbar Wölfe haben in der Ueckermünder Heide über Weihnachten rund ein Dutzend Nutztiere getötet. Die meisten davon wurden in einem Damwildgehege gehalten. Agrarminister Till Backhaus (SPD) appellierte an die Tierhalter in der Region, ihren Herdenschutz zu überprüfen.
Jörg Foetzke Jörg Foetzke
dpa
Auf diesem Bild aus dem vergangenen Jahr leben die Tiere im Damwildgehege in Kuhlmorgen bei Stallberg noch. Wölfe sollen nun zehn von ihnen getötet haben.
Auf diesem Bild aus dem vergangenen Jahr leben die Tiere im Damwildgehege in Kuhlmorgen bei Stallberg noch. Wölfe sollen nun zehn von ihnen getötet haben. G. Heyden
Ueckermünde.

In einem Damwildgehege in der Ueckermünder Heide wurden in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag zehn Tiere gerissen, wie das Agrarministerium in Schwerin am Dienstag mitteilte. Ein elftes werde vermisst. In der darauffolgenden Nacht sei in unmittelbarer Nähe ein Schaf gerissen worden. Zwei Gutachter haben die beiden Vorfälle untersucht und halten Wölfe für die Verursacher.

Nicht der erste Fall in dem Gehege

Es soll sich dabei um einen oder zwei ausgewachsene Wölfe gehandelt haben. Darauf sei von den Fährten her und von den Bisswunden zu schließen, sagt auch Bodo S., der Besitzer des Damwildgatters. Für den Eigentümer des Gatters ist es ein Rätsel, wie es der Wolf durch die Umzäunung geschafft hat.

Bereits vor sechs Wochen habe es einen Vorfall gegeben, bei dem offensichtlich ein Wolf ein Loch im Zaun gefunden hatte und zwei Tiere riss. „Das haben wir nicht gemeldet, weil wir Aufsehen vermeiden wollten“, erklärt Bodo S. Danach habe er den Zaun genau unter die Lupe genommen und eventuelle Schwachstellen ausgemerzt.

Schutzmaßnahmen gegen den Wolf

Agrarminister Till Backhaus (SPD) appellierte derweil an die Tierhalter in der Region, ihren Herdenschutz zu überprüfen. „Die Zäune müssen allseitig geschlossen und funktionstüchtig sein“, sagte er. Für Schaf- und Ziegenhalter würden mindestens 90 Zentimeter hohe, stromführende Zäune oder Maschendrahtzäune mit mindestens 120 Zentimetern Höhe und einem Untergrabeschutz empfohlen. Das Land könne Schutzmaßnahmen fördern. Wolfsrudel sind in Mecklenburg-Vorpommern bislang in der Ueckermünder und der Lübtheener Heide nachgewiesen.

Dieser Artikel wurde am Dienstag, den 27. Dezember um 16.58 Uhr aktualisiert.

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Kommentare (5)

In der Natur können Tiere flüchten, das geht bei eingezäunten Tieren ja nicht. Wölfe genauso wie Füchse oder Marder nehmen sich dann das was sie erreichen können. Übrigens gibt es auch Menschen die auf Vorrat einkaufen, auch ganz ohne Rausch...
Natürlich kann man sich darüber streiten, ob es gut ist Wildtiere in Gehegen zu züchten. Wenn man das macht sollte man aber auch für einen sicheren Zaun sorgen. In NDS hatte sich ein mutmaßlicher Wolf vor einiger Zeit problemlos untendurch buddeln können. Der Wolf erkennt ja nicht den Unterschied zwischen jagdbarem Damwild und solchem das geschlachtet werden soll. In unser Facebookgruppe "Schützt die Wölfe" hoffen wir, dass jetzt nicht wieder eine Hetzkampagne losgetreten wird.

Hallo, sehr gut geschrieben. Schließe mich dem Vorredner vollends an.

Wieso, weshalb und besonders wofür hält man Damwild in einem Gehege, für die Fleischerzeugung zu Weihnachten? Es sind tagaktive Tiere, welche in Freiheit also im Wald und auf Lichtungen leben sollten und nicht eingesperrt in einem Gehege. Wie würde sich der Pächter fühlen, wenn man ihm in ein Gatter sperrt und dann zur Schau stellt. Es sind auch Fluchttiere, welche bei Gefahr in Panik geraten und Schutz in der Natur suchen. Nun stellt euch nun mal vor, wie sich ein Damhirsch fühlt wenn Gefahr auf ihn zukommt! Wie fühlen wir uns dann, das Herz rast, der Puls geht nach oben und und und…. Na und nun duHerr Pächter, wie würdest du dich fühlen?

Man nennt das Verhalten der Wölfe (und anderer Tiere, z.B. Füchse) "surplus killing". Blutrausch bleibt es, weil die Wölfe solange töten bis sich nichts mehr im nahen Jagdumfeld bewegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses "surplus killing" naturgegeben oder ungewollt ist. Bei der Nutztierhaltung sollte "surplus killing" nicht Ursache von Verlusten sein. Noch eins: Wölfe sind wilde unberechenbare Tiere. Deshalb muss der Mensch sein Revier gegen die Wölfe verteidigen (fernhalten) sonst stehen sie eines Tages wirklich am hellichten Tag auf der Gemeindestraße oder im eigenen Garten.

Der Wolf ist kein heimisches Tier und gehört zielgerichtet zur Jagd freigegeben. Wenn irgendwann noch mal Saurier aus vergangenen Zeiten auftauchen, schützen wir sie dann sicher auch noch , bevor sie uns auffressen. Wölfe rerkennen nicht ob es Wildtiere sind oder "Haustiere". es ist eine unverschämtheit von oben zu sagen die Tierhalter habn für den Schutz selber zu sorgen. So was kann nur von jemanden kommen der genug Geld sich angeeignet hat. Am besten so verfahren wie mit den armen Luichsen in der Oberpfalz wo es eine Jägerkonnection dafür gibt.