AUSGEBÜXT

Zwei Esel sorgen für Ärger

Esel sind nette Tiere. Jedenfalls, wenn sie nicht unbeaufsichtigt umherlaufen und Leute erschrecken oder für Gefahren im Straßenverkehr sorgen. In Luckow gibt es ein Esel-Duo, das bereits mehrfach von seiner Weide ausgerissen ist. Das ärgert Anwohner.
Diese beiden Esel leben in Luckow und haben sich in der Vergangenheit schon öfter unbeaufsichtigt auf die Hufe gemacht. T
Diese beiden Esel leben in Luckow und haben sich in der Vergangenheit schon öfter unbeaufsichtigt auf die Hufe gemacht. Tags, aber auch nachts sind sie durch den Ort gelaufen. Nunmehr hat der Besitzer einen Zaun mit einem elektrischen Weidegerät aufgestellt. Lutz Storbeck
Luckow.

Zwei Esel haben für Ärger in der Gemeinde Luckow gesorgt. Nicht erst seit ein paar Tagen, sondern wohl schon viel länger. Die beiden Tiere gehören dem ortsansässigen, aus den Niederlanden stammenden Reinder Luinge und waren, so sagt er, eigentlich dazu angeschafft, um Kindern eine Freude zu bereiten. Mag sein, dass dies auch der Fall ist. Einen ganz anderen Eindruck aber hatte beispielsweise die zwölfjährige Enkelin von Diana Müller aus Luckow. Das Mädchen, eigentlich eine Pferdeliebhaberin und -kennerin, ist von den Eseln mitten im Dorf heftig bedrängt worden und konnte sich nur davor retten, weil Nachbarn die Kleine auf ihr umzäuntes Grundstück geholt haben.

Das ist kein Zustand, sagt Diana Müller. Das zeigt nicht nur der Vorfall mit ihrer Enkelin. Die beiden Esel, so niedlich sie auch sein mögen, ziehen mitunter tags und auch nachts ohne Aufsicht durch Luckow. Das könne gefährlich enden, denn beide Tiere nehmen bei den Ausflügen von ihrer Weide keine Rücksicht darauf, ob sie auf einer Straße oder einem Fußweg unterwegs sind.

Besitzer: Kriminelle wollten mir schaden

Der Besitzer, darauf angesprochen, ist sich keiner Schuld bewusst. Dass die Esel ausgebrochen sind, sei dreimal passiert, sagt der Niederländer. Allerdings hätten das Kriminelle zu verantworten, die ihm Übles wollen. Sie hätten unter anderem den Weidezaun beschädigt, weshalb die Esel ausreißen konnten. „Das alles war widerrechtlich, es gibt eben in Luckow ein paar Leute, die mich ärgern wollen“, sagt Luinge. Seit zehn Tagen sei ein solider Weidezaun installiert mit Strom darauf, und insofern dürfe es keine Ausbrüche der Esel mehr geben.

Ob das funktioniert? Das wird sich zeigen, denn in der Vergangenheit hatten die Tiere durch ihr überraschendes Auftauchen mal hier, mal da im Ort immer wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Auch für Fragen. Denn wer kommt dafür auf, wenn die beiden Esel künftig womöglich nicht nur eine Vorgartenpflanze abfressen oder einen Zaunpfahl verbiegen, sondern einen Unfall mit einem Auto oder Krad herbeiführen – mit schlimmen Verletzungen für Mensch und Tier?

Amtstierärztin war vor Ort

Bürgermeister Fabian Schöne kennt die Eseleien, hat mit dem Besitzer gesprochen und auch schon mehrere Telefonate führen müssen. Der Bürgermeister hat sich alles notiert, damit im Fall des Falles dokumentiert ist, was wann wo passiert ist mit dem langohrigen Duo.

Besuch von der Amtstierärztin Karin Albrecht hat es in Luckow ebenfalls gegeben. „Unser Veterinäramt war am 14. August, 10 Uhr, zur Kontrolle in Luckow. Der Halter der Esel war vor Ort und zeigte der Amtstierärztin die beiden Esel, die hinter dem Haus auf einer eingezäunten Weide standen. Anwohner hatten sich zuvor beschwert, dass die Esel im Dorf umherlaufen. Zum Zeitpunkt der Kontrolle war das aber nicht der Fall. Der Tierhalter wurde entsprechend dazu und zur artgerechten Tierhaltung belehrt“, teilte das Landratsamt auf Nachfrage mit. Der Kommentar von Reinder Luinge: „Als studierter Tierarzt weiß ich aber natürlich selbst, wie ich die Tiere zu halten habe.“

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Kommentare (2)

Das ist gesetzlich ja ganz eindeutig geregelt: Wessen Tier Schaden anrichtet, der haftet auch. Ärgerlich kann es allenfalls werden, wenn der Eigentümer nicht ausreichend versichert ist und man sich dann direkt mit ihm auseinandersetzen müsste. Eine Kleinigkeit für jeden halbwegs kompetenten Anwalt, am Ende entscheidet der Richter. Aber anscheinend sind die Esel einigen Nachbarn generell ein Dorn im Auge - stören die Tier die Dorfruhe? Gezielter Vandalismus ist jedenfalls nicht nur eine kleingeistige und feige Lösung, sondern auch die falsche.

Es geht nicht um die Vermutung, dass wer die Esel nicht mag. Es geht um potentielle Gefahrenabwehr, Schäden und Kinderschreck umherstreunender Haustiere auf Straße, Gehweg und Grundstücken. Dass der Halter der Haustiere für Schäden aufkommt, sollte auch der Nordkurier wissen und keine Problematik daraus machen. Ich kenne die bisherige Umfriedung für die Esel nicht. Jetzt scheint diese zumindest sicher.