„BEACHCLEANUP”

2000 Helfer wollen Strand von Usedom putzen

Die Ostsee vom Plastikmüll befreien: 2000 Helfer sollen am Freitag bei einer Strandreinigungsaktion auf Usedom dabei sein. Anders als vorher angekündigt, sind Greta Thunberg und Alexander Gerst aber nicht dabei.
dpa
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Nach den beiden Sturmfluten zu Jahresbeginn 2019 wurde an vielen Stränden der Ostsee viel Plastikmüll angeschwemmt. Hier: der Bereich Rehtannen der Rostocker Heide.
Nach den beiden Sturmfluten zu Jahresbeginn 2019 wurde an vielen Stränden der Ostsee viel Plastikmüll angeschwemmt. Hier: der Bereich Rehtannen der Rostocker Heide. Bernd Wüstneck
Zinnowitz.

Saubermachen als Event: Die Insel Usedom startet am Freitag den ersten großen deutschen Beachcleanup – eine Strandreinigungsaktion. 42 Kilometer Strand hat die Insel, 2000 junge Helfer zwischen 6 und 26 Jahren seien angemeldet, teilten die Veranstalter von der Stiftung Usedom-Projekt im Vorfeld mit.

Die Aktion sei von 90 Auszubildenden, Schülern, Studierenden und Studenten der Theaterakademie Zinnowitz organisiert worden. Sie wollen mit der Aktion Jung und Alt sensibilisieren und Aufmerksamkeit schaffen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und der eigenen Umgebung, hieß es. Die Politik in Mecklenburg-Vorpommern unterstütze das Projekt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Umweltminister Till Backhaus (beide SPD) wollen in Zinnowitz den offiziellen Startschuss für alle zehn Orte geben, an denen der Strand geputzt werden soll.

Die Aktion beginnt um 10 Uhr an allen Hauptstrandzugängen (Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide, Zinnowitz, Zempin, Ückeritz, Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck) auf dem deutschen Teil der Insel.

Ohne Greta Thunberg und Alexander Gerst

Anders als noch im Februar von den Veranstaltern in der „Ostsee-Zeitung” angekündigt, werden am Freitag allerdings nicht die schwedische Ikone der „Fridays for Future”-Bewegung Greta Thunberg und der deutsche Astronaut Alexander Gerst beim Saubermachen mithelfen. Offenbar wollten die Veranstalter mit dieser Ankündigung nur die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Offen bleibt, ob sich nun Gäste abgeschreckt fühlen.

Anstelle von Thunberg werde aber die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer erwartet. Am Abend werde sie zudem bei einem „Talk im Preußenhof” in Zinnowitz auftreten. Neben der Moderatorin Joey Grit Winkler („Welt der Wunder“), wurden auch Felix Finkbeiner (Gründer von „Plant-for-the-planet“), Frank Schweikert (Deutsche Gesellschaft für Meeresforschung) und Marcella Hansch („Pacific Garbage Screening“) als Gäste genannt.

Plastik-Pottwal als Kunstaktion

Bereits vor drei Jahren warnte das Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) in Warnemünde vor Mikroplastik in der Ostsee. Dies sei ein ernstes Problem. Mit einem Plastik-Pottwal hatte im Mai 2018 ein Festival an der Ostseeküste bei Zingst für Aufsehen gesorgt. Angeblich sei das Tier an Plastikmüll gestorben und an die Küste gespült worden, hieß es damals. Es handelte sich aber um ein Kunstwerk, wie der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn später erklärte. Damit sollte auf die Meeresverschmutzung und ihre Folgen für Meeresbewohner hingewiesen werden, hieß es.

Teil der Aktion war auch gewesen, den echten Notruf zu wählen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte danach wegen Notrufmissbrauchs.

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