Hier kommt beim Drehen keine Langeweile auf: Dennis Kharazmi (links) als Kemal, Luis Vorbach als Alfons Zitterbacke und Leopol
Hier kommt beim Drehen keine Langeweile auf: Dennis Kharazmi (links) als Kemal, Luis Vorbach als Alfons Zitterbacke und Leopold Ferdinand Schill (rechts) als Alfons bester Freund Benny. Stefan Sauer
Luis Vorbach (links) spielt erstmals Alfons Zitterbacke. Seinen mürrischen Lehrer Flickendorf verkörpert Thorsten Me
Luis Vorbach (links) spielt erstmals Alfons Zitterbacke. Seinen mürrischen Lehrer Flickendorf verkörpert Thorsten Merten. Stefan Sauer
Schauspieler Thorsten Merten spielte schon in der Verfilmung 2019 den Lehrer Flickendorf. Nun muss er mit seinen Schülern
Schauspieler Thorsten Merten spielte schon in der Verfilmung 2019 den Lehrer Flickendorf. Nun muss er mit seinen Schülern auf Klassenfahrt an die Ostsee. Stefan Sauer
Alexandra Maria Lara spielt in dem Film erneut die Mutter von Alfons Zitterbacke. Ihr neuer Freund ist britischer Musiker und
Alexandra Maria Lara spielt in dem Film erneut die Mutter von Alfons Zitterbacke. Ihr neuer Freund ist britischer Musiker und wird gespielt von Laras Ehemann Sam Riley. Jörg Carstensen
Dreharbeiten in Ückeritz

Abenteuer von Alfons Zitterbacke auf Usedom verfilmt

Zu DDR-Zeiten kannte ihn wohl jeder: die Kinderbuchfigur Alfons Zitterbacke. Doch auch heute noch weiß der liebenswerte Pechvogel zu unterhalten und kommt mit einem neuen Film ins Kino. Die Dreharbeiten finden derzeit in Ückeritz statt.
Ückeritz

Es ist immer wieder der gleiche Ablauf. „Achtung, alle auf ihre Plätze! Ruhe bitte. Ton läuft. Kamera läuft“. Anschließend gibt der Regisseur das Signal: „Uuuund bitte.“ Dieser Tage finden im Ferienpark Colorado in Ückeritz, nur wenige Gehminuten vom Ostseestrand entfernt, Dreharbeiten für den neuen „Alfons Zitterbacke“-Film statt. Diesmal dreht sich alles um „Chaos auf der Klassenfahrt“.

Alfons Zitterbacke ist eine Kultfigur aus der DDR-Kinderbuchliteratur, ein Junge, der vor tollen Ideen nur so übersprudelt – doch leider ist er ein echter Tollpatsch und stolpert von einem Missgeschick ins nächste. Die Geschichten von Gerhard Holtz-Baumert (1927 – 1996) wurden bereits 1966 von Konrad Petzold, in der Hauptrolle Helmut Rossmann, verfilmt. In den 1980er- Jahren gab es eine sechsteilige Miniserie über den liebenswerten Pechvogel.

Dass die Geschichten von Alfons Zitterbacke auch heutzutage noch gut beim Publikum ankommen, bewies eine weitere Verfilmung seiner Abenteuer 2019 durch Regisseur Mark Schlichter. Auch für den neuen Film hat er – wieder zusammen mit John Chamber – das Drehbuch verfasst und führt Regie. Produzentin ist Nicole Kellerhals, und sie verrät, dass die Handlung des neuen Films auf der Geschichte „Was mir mit Makkaroni und Tomaten passierte“ beruht. „Um die Szene zu erzählen, blieb uns als Aufhänger die Klassenfahrt, dazu entstand eine neue Geschichte von Alfons, seinen Freunden Benni und Emilia sowie Kontrahent Nico und der gesamten Klasse“, erklärt Nicole Kellerhals. Und diese Episode führt die Schüler auch an die Ostsee. „Dieses Mal geht es um nichts weniger als das Amt des Klassensprechers, eine abenteuerliche Klettertour, laue Lagerfeuer-Nächte, eine Küche, die beinahe brennt, fliegende Makkaroni, eine gefährliche nächtliche Rettungsaktion in den Bergen und der Beweis, dass Jungs nie die Rechnung ohne Mädchen machen sollten, schon gar nicht wegen einer blöden Wette.“ So fasst die Berliner Firma X Filme Creative Pool, die den Film produziert, den Inhalt zusammen.

Das Gros der Schauspieler geht noch zur Schule

Viele Figuren des Films werden von denselben Darstellern wie 2019 verkörpert. Nur für Alfons Zitterbacke selbst musste Ersatz gesucht werden. Vor zwei Jahren spielte noch Tilman Döbler die Hauptrolle. „Diesmal befindet er sich in seinem Abschlussjahr für die Mittlere Schulreife und wurde daher von der Schule nicht freigestellt, um sich auf den Abschluss gut vorbereiten zu können“, erklärt Nicole Kellerhals. Doch mit Luis Vorbach wurde ein ebenbürtiger und sehr erfahrener Nachfolger gefunden. Vorbachs größte Erfolge waren bisher der Familienfilm „Unheimlich perfekte Freunde“ (2019) sowie der Kinderfilm „Auf Augenhöhe“ (2016), für den er sogar ausgezeichnet wurde. An seiner Seite spielen Leopold Ferdinand Schill und Lisa Moell seine besten Freunde Benni und Emilia. Ron Antony Renzenbrink verkörpert erneut Alfons’ ewigen Widersacher Nico.

Ein Großteil der Schauspieler geht also noch in die Schule. Wie lässt sich das mit den Dreharbeiten vereinbaren? „Wir haben eine Lehrerin am Set, die mit den Kindern Unterricht macht“, gibt die Produzentin Auskunft. Einige der Kinder würden auch Online-Unterricht machen oder hätten einen Nachhilfelehrer, der sie online unterrichtet.

Familienfilm mit namhaften Darstellern

Doch in dem Film ist nicht nur der Schauspiel-Nachwuchs zu erleben. Bereits vor zwei Jahren konnte Regisseur Schlichter für den Familienfilm ein hochkarätiges Ensemble namhafter Akteure um sich versammeln. Viele davon sind auch bei diesem Dreh wieder dabei. So spielt zum Beispiel Alexandra Maria Lara („Der Untergang“) erneut Alfons Mutter. Deren neuer Freund, ein britischer Musiker, ist im Übrigen im echten Leben auch Laras Ehemann: Sam Riley. Thorsten Merten, der regelmäßig in Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen ist, zum Beispiel im „Spreewaldkrimi“ oder Weimarer „Tatort“, verkörpert wieder den mürrischen Lehrer Flickendorf. Katharina Thalbach wird in diesem Film von ihrer Tochter Anna Thalbach abgelöst. Sie spielt die strenge Usedomer Herbergsmutter Hilde Buck. An ihrer Seite der einstige Winnetou-Darsteller Gojko Mitić als Herbergsvater Fred.

Die Geschichten von Alfons Zitterbacke stammen aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Lassen sich seine Abenteuer einfach so in die Gegenwart übertragen? „Vor allem die Figur des Alfons ist zeitlos: ein Junge, der immer etwas Gutes machen will, das dann gründlich schief geht. Das Besondere an Alfons ist, dass er jedoch bei all seinem Pech weder den Mut noch die gute Laune verliert. Psychologisch betrachtet verfügt er also über ein hohes Maß an Resilienz und Selbstbewusstsein, beides Dinge, die Kinder heutzutage mehr als alles andere brauchen, um gut heranwachsen zu können“, verdeutlicht Nicole Kellerhals. „Die Abenteuer als Geschichten sind altmodisch und in ihrem zeithistorischen Kontext zu verstehen, insofern mussten die Geschichten selber an die heutige Zeit angepasst werden.“

Neben dem Ferienpark wurde auch am Strand und in einem Wald bei Ückeritz gedreht. Außerdem diente eine Wiese in Loddin als Kulisse. Nun sind die Dreharbeiten auf der Insel Usedom bald abgeschlossen, weiter geht es dann nach Halle und in den Harz. Insgesamt 30 Drehtage sind eingeplant, bis der Film Ende Oktober im Kasten ist. In die Kinos kommt er voraussichtlich im Sommer 2022.

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