Ralph Weber (AfD) sorgt als Landtagsabgeordneter immer wieder für Eklats. Nun fordert er AfD-Anhängerinnen auf, sein
Ralph Weber (AfD) sorgt als Landtagsabgeordneter immer wieder für Eklats. Nun fordert er AfD-Anhängerinnen auf, seinem Parteikollegen keine Stimme in der Landtagswahl zu geben. Daniel Bockwoldt
Stephan Reuken, AfD-Fraktionsmitglied in Schwerin, wird von Ralph Weber mit Vorwürfen überhäuft.
Stephan Reuken, AfD-Fraktionsmitglied in Schwerin, wird von Ralph Weber mit Vorwürfen überhäuft. Rainer Marten
Landtagswahl

AfD-Politiker Weber ruft zur Nicht-Wahl der AfD auf

In der Vorpommern-AfD geht der Streit weiter. Der Landtagsabgeordnete Ralph Weber macht sich auf Facebook Luft. Wähler sollen ihre Stimmen nicht seinem „faulen” Partei-Kollegen geben.
Schwerin

Der monatelange Streit der AfD-Funktionäre in Mecklenburg-Vorpommern wird neu entfacht. In einem Facebook-Post stichelt der Landtagsabgeordnete Ralph Weber gegen „treue Parteisoldaten” und greift besonders seinen Partei-Kollegen Stephan Reuken scharf an. Pikanterweise ruft er dazu auf, diesem bei der kommenden Landtagswahl im September nicht die Stimme zu geben.

Unter dem Titel „Es war mir eine Ehre” postet Ralph Weber am Freitag einen langen Text auf seine Facebook-Pinnwand. Dort äußert sich der aktuelle Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion zu seiner Abwahl als Direktkandidaten für Usedom (Wahlkreis 30). Weber hatte dort schon 2016 überraschend klar die Wahl gewonnen, wurde im Oktober 2020 erneut zum Direktkandidaten gewählt. Doch vor einem Monat entschieden die AfD-Funktionäre, diese Wahl einfach zu wiederholen. Als Grund wurde das gegen Weber laufende Partei-Ausschlussverfahren angegeben. Weber gilt als Vertreter des formal aufgelösten, rechtsextremen Flügels der AfD, der im Landtag mehrfach für Provokationen sorgte und zu den offenen Unterstützern des Thüringer AfD-Rechtsaußen Björn Höcke zählt.

Eigene Abwahl treibt Weber zu Vorschlag, AfD-Direktkandidaten nicht zu wählen

Bei der Abstimmung unterlag Weber knapp seinem Landtagskollegen Stephan Reuken. Das sorgt bei Ralph Weber offensichtlich immer noch für Groll. Er vermutet, dass seine „große Beliebtheit” und sein „Erfolg” unter Wählerinnen und Wählern zu seiner Absetzung führten: „Aber gerade diese große Beliebtheit und mein Erfolg machten mich bei dem Landesvorstand der AfD suspekt. Man möchte dort leider nur treue Parteisoldaten und keine Menschen, die auch die Kritik am eigenen Vorstand nicht scheuen und nicht zu allen Machenschaften JA sagen.”

Weiter schießt der AfD-Mann gegen seinen Partei-Konkurrenten Stephan Reuken. Ihm wirft er unter anderem wenig Engagement im letzten Wahlkampf vor, insbesondere im Wahlkreis 30. „Schlendrian und Faulheit sind seine Markenzeichen”, überhäuft er den gebürtigen Gütersloher mit Vorwürfen. Für Weber gibt es deshalb nur eine für ein AfD-Mitglied eher ungewöhnliche Schlussfolgerung: „Ich bitte deshalb alle, die mir ihr Vertrauen gegeben hatten und auch bei der Wahl im September wieder geben wollten, diesen Kandidaten nicht zu wählen. Keine Erststimme für Stephan Reuken und die AfD.”

Harte Worte, denen der von Weber Beschuldigte allerdings nicht viel entgegnen will. „Ich finde das schade, dass er sich so dazu äußert, aber mehr möchte ich dazu nicht sagen”, sagt Reutken dem Nordkurier auf Nachfrage.

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