POLEN

Beim Usedom-Tunnel ist der Durchbruch geschafft

Bislang trennt Wasser die Inseln Usedom und Wollin bei Swinemünde. Doch schon kommende Woche können Fußgänger darunter durch gehen.
Dieses Teil war seit März unter der Erde aktiv. Jetzt kam es auf der Insel Wollin an die Oberfläche.
Dieses Teil war seit März unter der Erde. Kai Ottenbreit
So sieht die Einfahrt auf Usedomer Seite aus.
So sieht die Einfahrt auf Usedomer Seite aus. Kai Ottenbreit
Man kommt schon mit dem Auto in den Tunnel.
Man kommt schon mit dem Auto in den Tunnel. Kai Ottenbreit
Swinemünde ·

Die Tunnelbohrmaschine namens Wyspiarka – Insulaner – wie sie von Einwohnern von Swinemünde (Swinoujscie) liebevoll genannt wird, hat die Betonwand der Aufnahmekammer in Swinemündes Stadtteil Warzow auf der Insel Wollin durchbohrt. Derzeit werden gut 12.000 Kubikmeter Wasser aus der Aufnahmekammer gepumpt, in der der Bohrkopf zum Stillstand kam.

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Bevor der riesige Bohrer in den Aufnahmeschacht einfuhr, blieb er direkt kurz vor einer Betonschlitzwand stehen. Die Maschine wurde kurz vor dem Durchbruch gründlich inspiziert und der Zustand der Schneidwerkzeuge überprüft. Die Schlitzwand zu durchbohren war eine Herausforderung für Mensch und Maschine, da es sich um einen 16 Meter dicken Betonblock handelt.

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„Das letzte Mal sah man die Vorderfront der Bohrmaschine auf der Insel Usedom im März dieses Jahres, als sie mit den Bohrungen begann. Fast 1,5 Kilometer hat sie nun zurückgelegt und jetzt ist sie wieder an der Oberfläche aufgetaucht aber nun endlich auf der Wolliner Inselseite”, sagte Barbara Michalska, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Swinoujscie.

Zerlegen der Bohrmaschine dauert zwei Monate

Die Aufnahmekammer ist 35 Meter lang, 19 Meter breit und 18 Meter hoch. Bevor der Durchbruch erfolgte war sie mit 12.000 Kubikmeter Wasser gefüllt. Das allmähliche Abpumpen wird höchstwahrscheinlich an diesem Wochenende erledigt sein. Dann erfolgt die Zerlegung der Maschine in ihre Einzelteile. Danach können Fußgänger schon in der kommenden Woche trockenen Fußes durch den Tunnel unter der kompletten Swine durchlaufen – von einer Insel zur nächsten.

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„Die Demontage beginnt in umgekehrter Richtung zur Montage, also beginnend mit dem Bohrkopf. Die schwierigste Phase wird das Verladen und der Transport der schweren Elemente in die Lagerhalle sein”, erklärte Jacek Król, der verantwortliche Ingenieur vom Konsortium Sweco/Lafrentz, das dieses Bauvorhaben überwacht.

Die Demontage wird etwa zwei Monate dauern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeiten im Tunnel zu diesem Zeitpunkt eingestellt werden. Die Arbeiten an Tragwerken und Notausgängen werden fortgesetzt. Gerade der Bau von Notausgängen und insbesondere die spezielle Bodenverfestigung wird nun die größte Herausforderung sein.

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Der Unterwassertunnel in Swinoujscie wird der längste in ganz Polen sein. Gebohrt wurden insgesamt 1484 Meter und mit den Ein- und Ausfahrten in Dachbauweise beträgt er stolze 1780 Meter. Die Investitionskosten belaufen sich auf mehr als 900 Millionen Zloty, von denen fast 775,7 Millionen von der Europäischen Union stammten. Den Rest zahlt die Stadt Swinoujscie.

2022 soll der Tunnel fertig sein

Die Arbeiten werden voraussichtlich im dritten Quartal 2022 abgeschlossen sein. Danach erfolgt die für die Verkehrszulassung des Tunnels notwendige Inbetriebnahme. Dieser Unterwassertunnel bedeutet das Ende der langen Warteschlangen bei den beiden Fährhäfen Swinoujscie im Stadtzentrum und Karsibor außerhalb. Bisher fahren dort im 30-Minutentakt zwei Autofähren zwischen der Insel Usedom und der Insel Wollin auf der Swine im Wechselverkehr, stets kostenlos und 24 Stunden die ganze Woche über.

Wobei die Fähren im Stadtzentrum ausschließlich für Einheimische vorgesehen sind, beziehungsweise für Berufspendler, die eine Vignette besitzen. Auch nach der Eröffnung des Tunnels wird der Fährbetrieb zumindest im Stadtzentrum weiterhin aufrechterhalten.

Diese Tunnelverbindung zwischen den Inseln eröffnet komplett neue Möglichkeiten für die Stadt Swinoujscie und auch für die deutsche Seite der Insel Usedom.

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Kommentare (2)

E Fahrräder und andere nicht niet und nagelfeste Güter noch schneller verschwunden - ein Schelm wer böse dabei denkt

na na...es handelt sich hier doch nur um einen Durchbruch....da kribbeln die Finger...zum Thema sonstige Durchbrüche dieser Tage....