GETÖTETE 18-JÄHRIGE

Bewegender Gottesdienst auf Usedom für Maria K.

Am Mittwoch verabschiedeten sich Freunde und Verwandte bei einem Gedenkgottesdienst in Zinnowitz von Maria K. Unterdessen sind Anwohner in Sorge.
dpa
Simone Schamann Simone Schamann
Nach dem gewaltsamen Tod von Maria K. haben die Menschen am Mittwochnachmittag auf der Insel Usedom bei einer Gedenkveranstaltung an die 18-Jährige erinnert.
Nach dem gewaltsamen Tod von Maria K. haben die Menschen am Mittwochnachmittag auf der Insel Usedom bei einer Gedenkveranstaltung an die 18-Jährige erinnert. dergerichtsreporter.de
Trauerfeier Maria K. 03.04.2019
Mit diesem Porträtbild erinnern Freunde und Familie an Maria K. dergerichtsreporter.de
Das Programm für den Gedenkgottesdienst für Maria K.
Das Programm für den Gedenkgottesdienst für Maria K. dergerichtsreporter.de
Zinnowitz.

Nach dem gewaltsamen Tod von Maria K. haben sich die Menschen am Mittwochnachmittag auf der Insel Usedom bei einer Gedenkveranstaltung von der 18-Jährigen verabschiedet. Auch die Mutter Steffi K. (46) und Marias Brüder waren anwesend. Nach einem Glockengeläut für die Tote begrüßte Pfarrerin Christa Heinke die Anwesenden, im Anschluss wurde Psalm 55 aus der Bibel gelesen. Er beginnt mit den Worten: „Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.”

Nach einer Ansprache von Pfarrerin Heinke und Gemeindepädagoge Cord Bollenbach wurde gemeinsam gesungen („Du bist mein Zufluchtsort”) und gebetet. Zum Abschluss fand in der Kirche eine Kerzenaktion zu Marias Gedenken statt. Außerdem wurden Spenden für die Beerdigung gesammelt. Zu der Gedenkandacht kamen rund 70 Menschen.

Hier finden Sie eine Übersicht mit allen Artikeln zum gewaltsamen Tod von Maria auf der Insel Usedom.

Fassungslos stehen wir noch immer vor den Ereignissen vom 19. März, sagte Pastorin Christa Heinke. Man sei ratlos und ohnmächtig angesichts der Gewalt, die bei uns eingebrochen ist”. Maria sei eine von uns gewesen.  Sie hat es nicht immer leicht gehabt, aber sie war auf einem guten Weg, erklärte Bürgermeister Peter Usemann mit sichtlich stockender Stimme. Maria habe beim Subbotnik geholfen und sei ein Teil von Zinnowitz gewesen, egal wie lange sie dort war. Die Polizei forderte er auf, den Täter schnell zu finden. Wenigstens das hat Maria verdient.” In einer Fürbitte wurde der immer noch unbekannte Täter aufgefordert, die Kraft zu finden und sich zu stellen, damit die Angehörigen auch Ruhe fänden. 

„Die Menschen in Zinnowitz sind erschüttert”, so der Bürgermeister vor der Andacht. Sonst sei das Leben auf der Ostseeinsel eher ruhig. „Wenn mal eine leichte Körperverletzung passiert, sorgt das schon für Aufsehen.” Im Zuge der Ermittlungen wird immer deutlicher, dass Einheimische die 18-Jährige kaum kannten. „Ich bin 33, die Getötete war 18 und ist erst hierhergezogen”, erklärt es ein junger Mann, der einen Kinderwagen an dem Haus vorbei schiebt.

Kaum noch Ermittler in Zinnowitz

Der Badeort hat 4200 Einwohner, aber tausende Gäste. „Im Jahr gibt es 1,3 Millionen Übernachtungen”, erläutert der Bürgermeister Usemann. „Man kennt nicht mehr alle Leute, denn es sind auch viele neu hergezogen”, sagt Sabine Mehlhorn, die wenige Meter von Maria K.s Wohnung Schuhe verkauft .

Am 19. März hatte eine Bekannte die Leiche der jungen Frau in der Wohnung gefunden. Sie hatte sich Sorgen gemacht, weil sie die 18-Jährige, die erst kurze Zeit allein eine Wohnung hatte, nicht erreicht hatte. Das Opfer soll über Facebook und Instagram sehr aktiv gewesen sein, erläutert der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Cloppenburg. Rechtsmediziner fanden heraus, dass das Opfer vermutlich erstochen wurde.

In den ersten Tagen war die Polizei mit einem Großaufgebot in Zinnowitz, inzwischen sieht man kaum noch Ermittler. „Sie waren auch hier und haben nach Kameras und Aufnahmen gefragt, aber am Haus waren keine”, sagte Mehlhorn.

War der Täter Gast auf Usedom?

Eine Frage treibt die Zinnowitzer nun um: So lange kein Verdächtiger gefunden sei, laufe ein Mörder wohl frei herum, sagt die Verkäuferin. Viele halten es für denkbar, dass die junge Frau jemanden kennengelernt hat, der sich in dem Ostseebad erholte. Deshalb hat die Polizei neue Fahndungsbilder von Maria veröffentlicht. „Wir wissen noch nicht lückenlos, was sie an dem Tag vor dem Gewaltdelikt gemacht hat”, sagt Polizeisprecherin Claudia Tupeit. Auch Urlauber sollten sich melden, die etwas gesehen hätten.

„Derjenige, der Maria begleitet hat, muss nicht automatisch auch der Tatverdächtige sein, sollte sich aber melden”, fordert die Polizeisprecherin. Bisher gebe es kaum Resonanz. Die Leiche von Maria K. wurde inzwischen freigegeben. Bei den Ermittlungen seien bislang mehr als 50 Leute aus dem Umfeld der 18-Jährigen überprüft worden. Es gab aber zuletzt noch keine heiße Spur. Auch eine Tatwaffe wurde noch nicht entdeckt.

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