Demo gegen die Corona-Politik in Wolgast am 29. Dezember 2021.
Demo gegen die Corona-Politik in Wolgast am 29. Dezember 2021. Tilo Wallrodt
Demo gegen die Corona-Politik in Wolgast am 29. Dezember 2021.
Demo gegen die Corona-Politik in Wolgast am 29. Dezember 2021. Tilo Wallrodt
Manche Teilnehmer reisten von weither nach Wolgast an.
Manche Teilnehmer reisten von weither nach Wolgast an. Tilo Wallrodt
Demo gegen die Corona-Politik am 29. Dezember 2021 in Wolgast
Demo gegen die Corona-Politik am 29. Dezember 2021 in Wolgast Tilo Wallrodt
Polizei

Corona-Demo in Wolgast mit über 2.000 Teilnehmern

Rund 2000 Menschen haben in Wolgast gegen die Corona-Politik demonstriert. Es blieb weitgehend friedlich - mit einer Ausnahme. Zwei Polizisten wurden verletzt.
Wolgast

Am Mittwoch fand wie in den Vorwochen erneut eine Versammlung, die sich gegen die Corona-Politik richtete, in Wolgast statt. Unter dem Motto „Unverhältnismäßige Corona-Maßnahmen beenden” nahmen laut Polizeiangaben in der Spitze rund 2.000 Personen teil. Ein Nordkurier-Reporter vor Ort geht nach eigener Zählung davon aus, dass es eher mehr Personen waren und schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 3000 Personen. 

Die Versammlung begann der Polizei zufolge mit einer Auftaktkundgebung gegen 18 Uhr „Am Kai” in Wolgast. Eine Stunde später liefen die Teilnehmer nach einigen Redebeiträgen von dort über die B111 in Richtung Altstadt zur Kreuzung Platz der Jugend. Von dort ging es laut Polizei die Breite Straße entlang rechts auf die Wilhelmstraße bis zum Marktplatz. Vom Markplatz bewegten sich die Teilnehmer weiter auf die Lange Straße und über die Burgstraße zurück bis zum Ausgangspunkt „Am Kai”. Dort wurde die Versammlung gegen 20.15 Uhr für beendet erklärt.

Maskenpflicht ignoriert

Zahlreiche Personen des Aufzugs hielten sich der Polizei zufolge nicht an die Auflage zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung. Die Polizei nahm daraufhin Kontakt zur Versammlungsleitung auf, welche anschließend auf die Einhaltung der Maskenpflicht hinwies. Die Teilnehmer wurden zusätzlich aktiv von den Polizisten angesprochen und über Lautsprecherdurchsagen zum Tragen einer Maske aufgefordert. Dieser Aufforderung sei der Großteil der Demonstranten aber bis zum Schluss nicht nachgekommen, so die Polizei.

Im Laufe des Aufzuges kam es vereinzelt zum Abbrennen von Pyrotechnik aus dem Aufzug heraus.

Reichskriegsflagge sichergestellt?

Die Behauptung, ein Teilnehmer habe eine verbotene Reichskriegsflagge mit sich geführt, zog die Polizei kurze Zeit später zurück: Die von dem Teilnehmer mitgeführte Flagge habe dieser zwar geähnelt, es habe sich aber um eine andere Flagge gehandelt. Daher werde man die eingezogene Flagge wieder an den Teilnehmer zurückgeben, so die Polizei weiter.

Zuvor war der Teilnehmer allerdings von der Versammlung ausgeschlossen worden. Die zwischenzeitlich angedrohte Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen habe man allerdings bereits wieder zurückgenommen, so die Polizei weiter.

Schläge und Tritte gegen Polizisten

Im weiteren Verlauf stellte die Polizei bei einem Teilnehmer im Aufzug sogenannte Schlagschutzhandschuhe fest. Während die Identität des Tatverdächtigen festgestellt werden sollte, kam es laut Polizeimeldung „zu Solidarisierungseffekten” und der Teilnehmer wurde durch eine größere Gruppe befreit und konnte sich der Polizei entziehen. Bei der Aktion wurden zwei Polizisten durch Schläge und Tritte an Hand und Hinterkopf leicht verletzt.

Im späteren Verlauf des Aufzuges wurde die Person erneut im Aufzug festgestellt. Sie wurde daraufhin von Polizeikräften angesprochen, identifiziert und von der Versammlung ausgeschlossen. Zudem wurden bei der Person zwei mitgeführte Messer festgestellt, die beschlagnahmt wurden. Ermittlungsverfahren wegen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Versammlungs- und Waffengesetz wurden eingeleitet.

Ein Teilnehmer fühlte sich durch die Eingriffsmaßnahmen der Polizei in seiner körperlichen Unversehrtheit beeinträchtigt und erstattete Anzeige gegen eine Einsatzbeamtin, teilte die Polizei weiter mit.

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