ESSEN AUF USEDOM

Der Barista mit dem sexy Milchschaum

Mit seiner mobilen Kaffee-Bar ist Klaus Ewert überall dort auf Usedom zu finden, wo etwas los ist. Doch wie kam der heutige Barista überhaupt zu seiner Leidenschaft?
Klaus Ewert kredenzt ein ganzes Erlebnis rund um seinen Kaffee. Sein Oldschool-Vehikel, eine Ape, ist mit allem technischen Sc
Klaus Ewert kredenzt ein ganzes Erlebnis rund um seinen Kaffee. Sein Oldschool-Vehikel, eine Ape, ist mit allem technischen Schnickschnack ausgerüstet, den er für die Zubereitung eines leckeren Kaffees braucht. Foto: DAS FOTO Henry Böhm DAS FOTO Henry Böhm
Usedom ·

Wenn dieser quirlige Mann nicht da ist, fehlt auf den Hafen-, Seebad- oder Sommerfesten der Insel Usedom etwas. Denn Klaus Ewert ist nicht einfach nur ein Unikat. Er macht Kaffee auf der ganzen Insel. Und das nicht etwa in einem Café, sondern an einer mobilen Kaffee-Bar auf einer echten italienischen Ape.

Das ist ein kleines, knatterndes, dreirädriges Motorrad mit einer kleinen Ladefläche, auf der die Italiener üblicherweise von Lebensmitteln bis zum Baumaterial alles durch die engen Gassen ihrer Städte transportieren, was nicht niet- und nagelfest ist. Der leidenschaftliche Barista Klaus hat aus eben diesem urigen Gefährt einen echten Kaffee-Traum gemacht.

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Selbst kreierter Kaffee wird auf echter italienischer Ape zubereitet

Der 57-Jährige lebt für das aromatische Getränk, hat sich, was dessen Zubereitung angeht, zu einem echten Experten entwickelt. Er kredenzt ein ganzes Erlebnis rund um den Kaffee. Sein Oldschool-Vehikel, das er, in Italien gekauft, zu einer Kaffeebar hat umbauen lassen, ist mit allem technischen Schnickschnack ausgerüstet, den er für die Zubereitung eines leckeren Kaffees braucht. Die Siebträgermaschine mit Handhebel glänzt in der Sonne. Aus den beiden Ausläufen pulscht in entspanntem Urlaubstempo das göttliche Heißgetränk, verbreitet ein feines Aroma.

Strom braucht Klaus Ewert nicht. Seine mobile Kaffee-Bar ist sowohl mit einer Batterie als auch mit Propangas ausgestattet. Er nennt sie seine Arbeitsbiene, denn das italienische Wort Ape bedeutet Biene. Dazu kommt eine von ihm bei einer kleinen Manufaktur selbst kreierte und dort auch geröstete Bohnenmischung.

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Über Umwege kam der Barista zum Kaffee

Doch das Entscheidende neben den Bohnen sei der Milchschaum, erklärt Klaus. Deshalb hat er für den perfekten Milchschaum geübt wie ein Weltmeister. „Ich habe literweise Kaffee verschenkt, bis der Schaum endlich so war, wie er sein sollte. Aber wenn mir dann jemand sagt, ich mache sexy Milchschaum, ist das natürlich das schönste Kompliment“, lacht er. Neben der normalen 3,8 prozentigen Kuhmilch bietet Klaus auch laktosefreie, Hafer- und Sojamilch an.

Zum Kaffee kam Klaus, der in der Nähe von Stralsund neben der alten Schnapsbrennerei VEB Sonne aufgewachsen ist, allerdings erst spät. „Fast ein bisschen zu spät“, bedauert er. Bis nach der Wende hat Klaus im ehemaligen KKW in Lubmin als Elektromonteur gearbeitet, hat dann BWL studiert, beschädigte Möbel saniert und in der Uni-Klinik in Greifswald gearbeitet.

Selbst kreierter Schwarzwälder-Kirsch-Latte kommt gut an

Aber die Mischung aus Kaffee und Klaus, dem Entertainer, der mit seinem Charme und seinen Geschichten Menschen zum Lächeln bringt, die hat von Anfang an gestimmt. „Keiner geht von meiner Bar ohne ein zufriedenes Lachen“, schwärmt er. Seine Reklamationsrate liege bei Null. Dabei können es an manchen Tagen auf einem gut besuchten Festival schon mal 300 bis 400 Kaffee, Espresso oder Latte macchiato werden, die über seinen kleinen Tresen wandern. Da bekommt sein Kaffeelieferant manchmal feuchte Augen, erzählt er.

Sein absoluter Renner ist neben den Klassikern seine selbst kreierte Schwarzwälder-Kirsch-Latte. Natürlich ohne Alkohol. Wer keinen Kaffee mag, für den hat Klaus auch Tee oder Chai Latte.

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Nachhaltiges Pfandsystem für Kaffeebecher

Kaffeeklaus war übrigens der erste, der auf der Insel die Becher des Pfandsystems „Recup“ verwendete. „Nachhaltigkeit ist für mich sehr wichtig. Da muss man mit der Zeit gehen“, sagt er. Weil die Pfandbecher so gut ankamen, verabschiedete er sich schnell von den Einwegbechern. Bislang hätten sich nur eine Handvoll Gäste über den Pfand mokiert. Aber auch die kämen wieder, meint er.

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