KUNST UND KULTUR

Ein Weltenbummler wieder zurück auf Usedom

In Zinnowitz ging er an den Start, umrundete einmal die Welt und kehrte schlussendlich doch wieder zurück nach Zinnowitz: Ringo Behn.
Nach einem „Bummel“ rund um die Welt ist Ringo Behn zu seinem Ausgangspunkt Zinnowitz zurückgekehrt. Foto: Cl
Nach einem „Bummel“ rund um die Welt ist Ringo Behn zu seinem Ausgangspunkt Zinnowitz zurückgekehrt. Claudia Winter
Zinnowitz ·

Der bisherige Lebenslauf von Ringo Behn, er ist 38 Jahre alt, ließe sich folgendermaßen grob umreißen: Start im Zinnowitzer Jugendtheater, Studien an verschiedenen Hochschulen, einmal um die Welt per Kreuzfahrtschiff und Punktlandung im gelben Theater „Die Blechbüchse“ als verantwortlicher Ansprechpartner. Und nein, seine Eltern waren keine Beatles-Fans, Ringo Starr spielte bei der Namensgebung keine Rolle.

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Durch Musik und Band-Kumpels tief in der Region verwurzelt

Was zieht ihn wieder an seinen Ausgangsort zurück und was ist zwischendurch passiert, dass er nicht in der Ferne oder in einem anderen Metier bleiben wollte? Es gibt keine eindeutigen Antworten. Ringo Behn ist natürlich verbunden mit dem Lieper Winkel, mit der Band „Schramm“, die Wikipedia als „Neue-Deutsche-Härte-Band“ bezeichnet und in der Ringo seit 2010 Keyboard und Gitarre spielt. Die Musik und Band-Kumpels das sind tiefe Wurzeln.

Drei Jahre lang war er bei „Vineta“ cooler Wiedergänger und spielte andere schräge Typen, von denen es ja nur so wimmelt im Bordel’schen Vineta-Kosmos. Im Jugendtheater spielte er einiges, einmal sprang er als Macbeth ein, das war nicht so cool, ein Tick zu viel Theater. Aber so etwas bleibt im Gedächtnis. Nie wieder auf die Bühne – seine Erkenntnis daraus.

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Mit 30 ordnete er sein Leben neu

Dann wurde er zum Suchenden. Es folgten Studien der Musikwissenschaft und der Philosophie zwischendurch sattelte er um zum Wirtschaftsstudium und landete schließlich in der Finanzbranche. Die versprach nicht nur Brot, sondern auch reichlich Butter. „Allerdings wurde ich hier aller Illusionen beraubt, denn die Branche ist Regelwerken unterworfen, die in der Hauptsache ihr dienen und nicht den Kunden“, stellte er ernüchtert fest, hörte auf und ordnete sein Leben mit 30 neu. „Ich fragte mich, worauf hast du wirklich Lust, was macht dich glücklich?“ Und da war wieder die Musik.

Die Wahl fiel auf ein Studium als Tontechniker und der vielfältigen Arbeit danach. Begeistert erzählt Behn von Trickfilmen für Kinder, die in der Deutschen Oper synchronisiert wurden, von „Zwischenakt“, klassischen Konzerten mit Piano und Bariton, von „Schleusenkonzerte“ in Magdeburg. Und er schwärmt geradezu vom unvergleichlichem Klang in einer leeren Schleuse.

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Bei seiner Arbeit als Tontechniker bereiste er die ganze Welt

Dann musste wieder ein Tapetenwechsel her. Tontechniker werden überall gebraucht und er heuerte auf Kreuzfahrtschiffen an. Amerika, Asien, Karibik, Hawaii, Jordanien, Dubai, Indien – so die Routen. Bis der junge Mann ausstieg und sich wieder der Insel Usedom und Zinnowitz näherte.

Zunächst Müritz-Saga in Waren, dann Klassik am Meer in Koserow. Die verkorkste Sommersaison 2020 war seine erste wieder in Zinnowitz, aber immerhin konnte er sich bei „Der schöne grüne Vogel“ schon beweisen. „Ich bin der genaue Typ und freue mich, wenn ich Zeit habe alles akribisch einzurichten. Und am besten sind die Endprobenwochen,“ sagt er.

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Rückkehr fühlt sich richtig an

„Für mich fühlt es sich total richtig an, wieder hier zu sein,“, so der 38-Jährige. Und da ist ja auch noch das neue Tonstudio an der Vineta-Bühne. Von dort sollen „Live-Streams“ aufgenommen werden mit Schauspielern, aber auch Kulturschaffende aus dem Umkreis sollen hörbar gemacht werden.

Dieser Artikel erschien auch im Magazin „Usedom aktuell”.

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