Im neuen Usedom-Krimi entführt Patrizia den kleinen Jesper.
Im neuen Usedom-Krimi entführt Patrizia den kleinen Jesper. Oliver Feist
Regisseur Felix Herzogenrath: Die Zuschauer haben großes Interesse an komplizierten Figuren.
Regisseur Felix Herzogenrath: Die Zuschauer haben großes Interesse an komplizierten Figuren. Oliver Feist
November

Gleich drei neue Folgen des Usedom-Krimis angekündigt

Der Herbst ist die Hochzeit für den Usedom-Krimi, denn im November strahlt die ARD gleich drei neue Folgen aus.
Insel Usedom

Der Auftakt wird am 4. November um 20:15 Uhr mit der Folge „Entführt” gegeben. Worum geht es? Der erste Arbeitstag von Ellen Norgaard (Rikke Lylloff) nach der Baby-Pause endet mit einer Katastrophe: Ihr einjähriger Sohn Jesper wird aus der Obhut seiner Tagesmutter entführt. Kommissar Rainer Witt (Till Firit) und Ex-Staatsanwältin Karin Lossow (Katrin Sass) setzen alles in Bewegung, um das Kind zu finden. Ein Ermittlungsdetail bringt Karin auf die richtige Spur: Die Entführerin ist Patrizia, Ellens Mutter (Marion Kracht), die vor mehr als 30 Jahren spurlos verschwand. Karin und Patrizia waren in Jugendjahren enge Freundinnen. Da Karin Patrizia von damals gut kennt, arbeitet sie intensiv am Fall mit.

Lesen Sie hier einige ausgewählte Stimmen zu diesem Film.

Marion Kracht:

Als Patrizia entführen Sie im Film das Kind Ihrer Tochter. Warum tut sie das ihrer Tochter an? Wie tickt diese Frau?

Diese Figur bzw. ihre Wahrnehmung ist gestört. Sie leidet unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Patrizia hat nicht von langer Hand geplant, das Kind zu entführen. Sie entscheidet spontan, aus dem Moment heraus, dass sie den Jungen einfach bei sich haben möchte und denkt sich irrigerweise: „Ach, so sehe ich dann auch meine Tochter wieder.“ Dass dieser „Plan“ völlig nach hinten losgeht und sich verselbstständigt, das hat sie natürlich nicht durchdacht. Sie ist in ihrer Wahrnehmung – wie sie als Person auf andere wirkt und wie sie Welt wahrnimmt – massiv gestört. Das heißt, ihr Verhalten ist nicht mit normalem Maß zu messen.

Katrin Sass:

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Marion Kracht erlebt?

Ich kannte Marion Kracht nicht persönlich. Zunächst dachte ich: Das wird etwas Kühles werden. Wir werden den Film abdrehen und dann auf Wiedersehen sagen. Irrtum. Es ist etwas Wunderbares zwischen uns entstanden. Sie hat die Rolle der Patrizia großartig gespielt und mit sehr sparsamen, sensiblen Mitteln diese psychisch kranke Frau verkörpert. Fantastisch, wie sie das gemacht hat. Und auch menschlich war es eine sehr schöne Begegnung. Wirkliches Teamplay zwischen uns. Vor Beginn der Dreharbeiten hat sie mich besucht, damit wir uns kennenlernen können. Wir haben uns auf Anhieb verstanden und einen ganzen Nachmittag verschwatzt. Den Besuch werde ich bald erwidern. Wir wohnen ja beide in Berlin.

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Felix Herzogenrath:

„Entführt“ ist bereits Ihr dritter Usedom-Krimi. Was mögen Sie an der Reihe?

Mich interessieren insbesondere zwei Aspekte an dieser Reihe. Einmal, dass der Schwerpunkt nicht auf dem Krimi, sondern auf dem Drama der Figuren in den Geschichten liegt. Und das ist, glaube ich, auch das, was die Zuschauer daran lieben. Nicht unbedingt das Herumkniffeln an komplizierten Fällen, sondern das Interesse an komplexen Figuren. Das zweite ist die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit wundervollen Schauspielern, allen voran natürlich Katrin Sass, die ich nach drei Filmen noch mehr ins künstlerische wie auch ins menschliche Herz geschlossen habe. Der Film erzählt eine außergewöhnliche Geschichte. Die Vergangenheit holt Karin Lossow und Ellen Norgaard ein – in Gestalt von Patrizia Norgaard, Ellens Mutter, die auf der Insel nach 30 Jahren auftaucht. Was hat sie an diesem Plot interessiert?Die spannendste Frage der Geschichte ist für mich: Wie funktioniert Vergangenheitsbewältigung? Diese passiert ja zwangsläufig mit dem Fortlaufen der Zeit auf der politischen aber auch auf der individuellen, menschlichen Ebene. „Entführt“ machte diese spannende Frage an verschiedenen Figuren fest, die ganz unterschiedlich mit ihrer Vergangenheit und damit mit ihrer individuellen Wahrheit umgehen. Was braucht es an charakterlicher Stärke, um sich auch Fehlern der Vergangenheit zu stellen?

Drei neue Folgen des Usedom-Krimi werden im November von der ARD jeweils um 20:15 Uhr ausgestrahlt.

"Entführt" läuft am Donnerstag, den 4. November, "Ungebetene" Gäste ist am Donnerstag, den 11. November und "Langer Abschied" am Donnerstag, den 18. November im Fernsehen zu sehen. Die nächsten Folgen werden im November 2021 und ab Anfang 2022 auf Usedom gedreht.

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