RETTER AUF USEDOM WARNEN

"Ihr bringt die Enten und Möwen nur um"

Viele Menschen haben Freude daran, Enten und Möwen mit Brot zu füttern. Doch das ist gefährlich für die Tiere. Die Wasserrettung Kaiserbäder warnt deswegen eindringlich.
dpa
Nordkurier Nordkurier
Enten können am angebotenen Brot ersticken.
Enten können am angebotenen Brot ersticken. Andrea Warnecke
Heringsdorf.

Die Wasserwacht der Kaiserbäder auf der Insel Usedom hat mit eindringlichen Worten davor gewarnt, Wasservögel mit Brot zu füttern.

Immer wieder müssen die Retter nicht nur in Not geratenen Menschen helfen. Während der Hauptsaison müssten sie zudem täglich mehrere verendete Wasservögel einsammeln, die schlicht an Überfütterung gestorben seien, schreibt die Wasserrettung Kaiserbäder auf ihrer Facebookseite.

„Genießt deren Freiheit! Schaut euch an wie schön sie fliegen können und wie viel Nahrungsangebot besteht”, appellieren die Retter. „Aber bitte hört auf tonnenweise Brot an Wasservögel zu verfüttern.” Denn: „Es bringt die Enten und Möwen nur um!”

Experten zufolge liegt es nicht am Hunger der Tiere, dass sie sich geradezu auf angebotenes Brot und andere Nahrungsmittel stürzen: Es ist für die Vögel schlicht bequemer, als sich selbst Nahrung zu suchen. Gesund ist das mitgebrachte Futter für die Tiere nicht. Den Tieren droht durch Brot als Futter nämlich der Erstickungstod. Große Mengen trockenes Brot können durch aufgenommenes Wasser im Hals oder Magen der Tiere aufquellen. Außerdem enthält etwa Weißbrot kaum Nährstoffe und Brot generell Salz, welches den Wasservögeln schaden kann.

Gewässer können umkippen

Außerdem zieht das herumliegende Fressen Mitesser an. Am Ufer liegen gebliebenes Brot lockt Ratten und Mäuse an. Wenn die Stadt gegen die Schädlinge vorgeht, wird das teuer. Auch die Gewässer können Schaden nehmen. Brotbrocken und Entenkot reichern das Wasser mit zusätzlichen Nährstoffen an. Es entstehen mehr und mehr Algen, für deren Zersetzung Sauerstoff nötig ist.

Das bereitet der Natur vor allem im Sommer Probleme, da warmes Wasser weniger Sauerstoff bindet als kaltes. Spült ein starker Regenguss zusätzliche Nährstoffe in den See, beispielsweise in Form von Blütenpollen oder Abwässern, kann es zum Kollaps kommen: Der Sauerstoffgehalt sinkt so stark, dass Fische und Pflanzen regelrecht ersticken. Man spricht von einer Eutrophierung oder dem Umkippen des Gewässers.

Eine weitere Gefahr für die Tiere besteht im Verlust der Scheu vor dem Menschen. Dadurch kann es passieren, dass die Tiere bei Unfällen getötet werden, zum Beispiel auf der Straße oder durch Hunde.

StadtLandKlassik - Konzert in Heringsdorf

zur Homepage