FLUG-SAISON GEHT BIS OKTOBER

Pannen-Premiere am Insel-Flughafen

Ausgerechnet die Flughafen-Feuerwehr patzte, als am Sonnabend der erste Germanwings-Airbus am Flughafen Heringsdorf landete. Ansonsten ist die Saison-Prognose für den Insel-Airport aber gut - auch wenn es große Zukunftssorgen gibt.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Eigentlich sollten die beiden Flughafen-Feuerwehrautos zur Begrüßung eine doppelte Wasser-Fontäne über das Flugzeug sprühen. Doch der Luftfahrt-Brauch klappte nicht so ganz.
Eigentlich sollten die beiden Flughafen-Feuerwehrautos zur Begrüßung eine doppelte Wasser-Fontäne über das Flugzeug sprühen. Doch der Luftfahrt-Brauch klappte nicht so ganz. Gabriel Kords
Statt einer stattlichen Fontäne zur Begrüßung des Airbus brachte der alte DDR-IFA der Flughafenfeuerwehr nur dieses mickrige Rinnsal zustande.
Statt einer stattlichen Fontäne zur Begrüßung des Airbus brachte der alte DDR-Robur der Flughafenfeuerwehr nur dieses mickrige Rinnsal zustande. Gabriel Kords
Der erste Germanwings-Airbus am Flughafen Heringsdorf.
Der erste Germanwings-Airbus am Flughafen Heringsdorf. Gabriel Kords
Usedom.

Womöglich ist es das Symbolbild für die Lage des Insel-Flughafens in Zirchow auf Usedom schlechthin: Die Flughafen-Feuerwehr war am Sonnabend nicht in der Lage, den ersten Airbus-Jet von Germanwings mit einer doppelten Wasserfontäne auf dem Flugfeld zu begrüßen - die Technik patzte. Eigentlich ist so eine Begrüßung gute Luftfahrer-Sitte, doch der alte Feuerwehr-Ifa aus grauester DDR-Vorzeit bekam auf Kommando keine Wasserfontäne zustande. Nur das andere Feuerwehr-Auto, ebenfalls recht betagt, spritzte immerhin einen Wasserbogen.

Natürlich bemühte sich Flughafen-Chef Dirk Zabel anschließend zu betonen, eigentlich sei die Wehrtechnik am Flughafen sehr wohl in Ordnung. Und auch ansonsten stünden die Zeichen für die Flug-Saison 2014 gar nicht schlecht: Dieses Jahr fliegt nicht mehr Air Berlin, sondern die Lufthansa-Tochter Germanwings samstags den Insel-Flughafen an, bis Oktober. Ab Ende Mai kommt dann noch die polnische Fluggesellschaft Eurolot hinzu. Es gibt mehr Ziele als im letzten Jahr und die Flugzeuge sind ebenfalls größer - und trotzdem gibt es schon jetzt mehr Vorausbuchungen. "Die ersten Flüge sind sogar schon komplett ausgebucht", frohlockt Zabel.

Noch kein Konzept für Flughafen-Zukunft

Das kann jedoch alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Flughafen, der dem Landkreis gehört, bislang jedes politische Zukunftskonzept fehlt. Derzeit braucht der Flughafen jedes Jahr eine halbe Million Zuschussgelder vom Landkreis - alle sind sich einig: Das ist zu viel. Seit 2011 zankt die Kreispolitik daher um Sinn und Unsinn des Flughafens. Die Idee eines Verkaufs steht im Raum, ebenso wie die einer Schließung oder der Akquise neuer Gesellschafter wie etwa der Insel-Kommunen oder des Landes. Konkrete Pläne? Fehlanzeige. Norbert Raulin, SPD-Politiker und Aufsichtsratschef des Flughafens, räumt ein, man sei noch nicht so weit in der Zukunftsfrage. Gerade der hoffnungsvolle Beginn der Saison stimme ihn aber optimistisch, "dass wir eine Lösung finden, die nicht auf den Verkauf des Flughafens hinausläuft."

Für Fluggäste aus Vorpommern hat der Airport indes nicht viel zu bieten: Der Flughafen liegt für Nicht-Insulaner äußerst verkehrsungünstig, da erst die beschwerliche Anreise in den hintersten Winkel der Insel ansteht. Auch fliegen die Maschinen nur samstags, ein Flug kostet pro Richtung zwischen 140 un 150 Euro. Lediglich Krakau und Warschau sind für rund 50 Euro pro Flug erreichbar - jedoch müssen Fluggäste bis zum Rückflug eine knappe Woche dort bleiben.

StadtLandKlassik - Konzert in Usedom

zur Homepage