Gaffer auf Usedom

Rettungskräfte und Bestatter nach tödlichem Unfall belästigt

Nach einem tödlichen Unfall auf Usedom ist ein Bestatter an der Unglücksstelle per Mittelfinger begrüßt worden. Zudem versammelten sich viele Schaulustige.
dpa
Manche Autofahrer zeigten den Stinkefinger.
Manche Autofahrer zeigten den Stinkefinger. Jens Büttner (Symbolfoto)
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Heringsdorf.

Gaffer haben Feuerwehr und Bestatter bei einem Einsatz auf der Insel Usedom belästigt. Ein 35 Jahre alter Mann war am Dienstag aus noch ungeklärter Ursache im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit seinem Wagen in den Gegenverkehr geraten und gestorben, wie die Polizei mitteilte. Eine Frau wurde schwer verletzt, ihr 61 Jahre alter Ehemann leicht.

An der Unfallstelle habe sich der Verkehr auf mehrere Kilometer gestaut, als der Bestatter – eskortiert von Streifenwagen – vorfuhr. Einige Autofahrer sollen dem Mann nach Angaben der Polizei den Mittelfinger gezeigt haben. „Wie jemand auf die Idee kommen kann, einem Bestatter so zu belästigen, ist mir schleierhaft”, sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwoch.

Es wurden keine Bußgelder verhängt

Auch an der Absperrung des Unfallorts hätten immer wieder Radfahrer gestoppt, um zu schauen. Bußgelder gegen die Gaffer seien nicht verhängt worden, erklärte die Polizei.

Erst vor wenigen Wochen erregte ein ähnlicher Vorfall in Bayern Aufsehen: Nach einem tödlichen Lkw-Unfall bei Nürnberg platzte einem Polizisten wegen mehrerer Gaffer der Kragen. Das Video, in dem er die Schaulustigen fragte, ob sie nicht aussteigen und die Leiche sehen wollten, machte bundesweit Schlagzeilen.