Günther Jikeli (rechts) lässt einfach nicht locker. Ex-Innenminister Lorenz Caffier wollte dem SPD-Kreistagsmitglied
Günther Jikeli (rechts) lässt einfach nicht locker. Ex-Innenminister Lorenz Caffier wollte dem SPD-Kreistagsmitglied schon juristisch verbieten, das Ferienhaus „illegal” zu nennen. Vor Gericht scheiterte er allerdings. Jens Büttner/Arne Dedert
Korruptionsvorwürfe

SPD-Mann organisiert Demo vor Caffiers Ferienhaus

Ex-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) droht schon wieder Ärger. Um den Bau seines Feriendomizils auf Usedom ranken sich seit Jahren Korruptionsvorwürfe.
Neppermin

Gerade erst hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den ehemaligen CDU-Innenminister Lorenz Caffier bestätigt, da gibt es mal wieder Ärger um sein Ferienhaus auf Usedom. Nicht nur Günther Jikeli, SPD-Kreistagsmitglied in Vorpommern-Greifswald, erhebt seit Jahren schwere Vorwürfe wegen dieser und drei weiterer Immobilien, die 2011 in Neppermin gebaut wurden.

Zeugenaussagen und seltsame Zufälle

Der SPD-Mann lässt seit Jahren einfach nicht locker und hat nun eine Demo direkt in der Nähe der fraglichen Häuser angemeldet. Schon der Verkaufspreis der Grundstücke 2006 hatte in der Gemeindevertretung für anhaltenden Ärger gesorgt. Es geht aber auch um die Frage, ob die Gemeinde und die Bauherren naturschutzrechtliche Einschränkungen umgangen haben.

Für Jikeli liegt das auf der Hand. Der Bau von Caffiers Ferienhaus 2011 sei nur durch verbotene Aufschüttungen möglich gewesen. Das Material dafür sei von einer anderen Baustelle ganz in der Nähe gekommen. So sei bei der Sanierung der Kreisstraße zwischen Benz und Labömitz kontaminierter Aushub angefallen, der nach Neppermin gebracht wurde. Jikeli führt dafür zwei Zeugen ins Feld, die das eidesstattlich versichert hätten. Auch das ist ein pikantes Detail: Auch einem leitenden Mitarbeiter des damals bauausführenden Unternehmens soll eines der umstrittenen Ferienhäuser gehören.

Weiterlesen: Caffier scheitert im Usedomer Ferienhaus-Streit vor Gericht

Mahnwache passt in SPD-Wahlkampf

Die Forderung nach einer entsprechenden Bodenprobe auf den vier Grundstücken habe der Landkreis abgelehnt, so Jikeli. Dort streitet man auch ab, dass Aushub der Kreisstraße nach Neppermin verbracht wurde. Dass der jahrelange Streit um das Haus des Ex-Ministers nun neue Fahrt aufnimmt, dürfte auch mit dem Wahlkampf zusammenhängen.

SPD-Bundestagskandidat Erik von Malottki hat große Teile seiner Kampagne den Themen Korruption und Lobbyismus in der Politik gewidmet. Die beiden SPD-Männer haben beim Landkreis nun für den 14. September um 17 Uhr eine Mahnwache an der Anlegestelle nahe der Ferienhäuser in Neppermin angemeldet.

Weiterlesen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Innenminister Caffier

 

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