MARIA K.

Usedom-Mörder muss lebenslang ins Gefängnis

Der Mord an der 18-jährigen schwangeren Maria K. war einer der brutalsten und grausamsten der vergangenen Jahrzehnte. Jetzt musste sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall beschäftigen.
Verurteilt: Nicolas K. (rechts) und Nico G.
Verurteilt: Nicolas K. (rechts) und Nico G. ZVG
Usedom ·

Die Entscheidung im Fall der beantragten Revision gegen das Urteil für einen der beiden Mörder der 18-jährigen schwangeren Maria K. aus Zinnowitz ist gefallen: Der zuständige 6. Senat des Bundesgerichtshofs in Leipzig hat die Revision verworfen. Damit ist das Urteil gegen Niko G., eine lebenslange Haftstrafe unter Berücksichtigung der besonderen Schwere der Schuld, rechtskräftig. Das berichtete die Ostsee-Zeitung.

Bereits vor vier Wochen hatte es eine Vorentscheidung gegeben: Der Generalbundesanwalt hatte in einem Schreiben mitgeteilt, dass er keinen Grund für eine Revision des Urteils von Niko G. sieht. Er hat daher beantragt, die Revision als unbegründet zu verwerfen.

Die 18-jährige Maria K. aus Zinnowitz war am 18. März vergangenen Jahres mit insgesamt 39 Messerstichen bestialisch in ihrer Wohnung ermordet worden. Sie war tags darauf durch Bekannte gefunden worden. Der Mord hatte sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen – nicht nur im Ostseebad Zinnowitz und auf der gesamten Insel Usedom, sondern in ganz Deutschland wusste man vom furchtbaren Geschehen auf der Urlauberinsel.

Tötungsfantasien und extrem gefährlich

Die Polizei konnte schon bald zwei Tatverdächtige festnehmen: den heute 19-jährigen Nicolas K. und den heute 21-jährigen Niko G. Das Landgericht Stralsund verhängte am 6. September 2019 in seinem Urteilsspruch für Nicolas K., der Maria mit 39 Stichen ermordet hatte und dies während des Prozesses auch zugab, die unbefristete Unterbringung im Maßregelvollzug in einer psychiatrischen Haftklinik mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Laut forensischem Gutachter weist K. eine schwere seelische Abartigkeit auf, hat auch weiterhin Tötungsfantasien und bleibt damit extrem gefährlich.

Die Höhe der außerdem verhängten Haftstrafe beträgt zwölf Jahre. Die besondere Schwere der Schuld wurde trotz der schweren Persönlichkeitsstörung des Täters verhängt. K. und sein Anwalt hatten das Urteil anerkannt.

Bei beiden Tätern Heimtücke und Mordlust

Der andere Täter, Niko G. (21), erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Das Gericht stellte auch bei ihm die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist ausgeschlossen, dass er nach 15 Jahren einen vorzeitigen Antrag auf Entlassung aus dem Gefängnis stellen kann. G. hatte mehrfach beteuert, nicht die Beine des Opfers während der Tat festgehalten zu haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide Täter Maria aus Heimtücke und Mordlust erstochen haben. Sie hätten einen Menschen sterben sehen wollen.

Der Pflichtverteidiger von Niko G. hatte am 10. September bekannt gegeben, einen Revisionsantrag wegen des Strafmaßes zu stellen. Das Gericht habe zu wenig die geringe Tatbeteiligung seines Mandanten berücksichtigt und keinen Nachweis für das tatsächliche Festhalten der Beine erbringen können, so die Argumentastion

Da das Urteil nun rechtskräftig ist, wird Niko G. in den nächsten Tagen von Stralsund aus in eine Justizvollzugsanstalt im Land gebracht werden, wo er seine lebenslange Haftstrafe verbüßen muss.

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