GROßEINSATZ FÜR FEUERWEHREN

Waldbrand im Sperrgebiet auf Usedom "außer Kontrolle"

Ein Feuer in der Nähe von Peenemünde ist nach Angaben des Landkreises außer Kontrolle geraten. Munitionsreste auf dem Gelände erschweren die Löscharbeiten. Innenminister Lorenz Caffier will sich vor Ort ein Bild machen.
Carsten Schönebeck Carsten Schönebeck
Was als kleiner Waldbrand anfing hat inzwischen eine Fläche von fünf Hektar ergriffen.
Was als kleiner Waldbrand anfing hat inzwischen eine Fläche von fünf Hektar ergriffen. Tilo Wallrodt
Zunächst war unklar ob Feuer- oder Bundeswehr die Löscharbeiten übernehmen.
Zunächst war unklar ob Feuer- oder Bundeswehr die Löscharbeiten übernehmen. Tilo Wallrodt
Einsatz mit Tücken: Im Boden liegen Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg.
Einsatz mit Tücken: Im Boden liegen Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Tilo Wallrodt
Peenemünde.

Nahe des beliebten Strands zwischen Peenemünde und Karlshagen auf Usedom ist am Nachmittag ein Waldbrand ausgebrochen, der Behörden, Einsatzkräfte und sogar die Bundeswehr in Atem hält. Das betroffene Waldstück ist als Sperrgebiet deklariert, weil dort Munitionsreste vermutet werden. Gegen 15.30 Uhr schien es zunächst, als würde man die Lage in den Griff bekommen. Der auffrischende Wind fachte das Feuer allerdings weiter an. Eine Stunde später sagte Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald: „Der Brand ist außer Kontrolle.”

Kreis mobilisert Einsatzkräfte

Betroffen sei inzwischen eine Fläche von fünf Hektar. „Wir sind dabei weitere Feuerwehren aus dem Kreis zusammenzutrommeln. Im Prinzip alles, was laufen kann”, so Froitzheim. Innenminister Lorenz Caffier sei inzwischen auf dem Weg zum Unglücksort, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Er sei wegen anderer Termine in der Region unterwegs gewesen.

Munitionsreste im Waldboden

Die Löscharbeiten waren am Nachmittag nur schleppend angelaufen, weil zunächst geklärt werden musste, welche Risiken in dem Waldgebiet liegen, das als Sperrgebiet ausgewiesen ist. Dort liegen Munitionsreste aus Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Nach beratung mit der Bundeswehr war beschlossen worden, dass die Freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Gemeinde doch zum Einsatz kommen. Weil die Munition tief im Boden liege, sei das Risiko nicht so hoch, wie im ersten Moment angenommen, hieß es aus dem Landratsamt.

Nach Augenzeugenberichten gibt es zwei Brandherde. Die Landesstraße zwischen Karlshagen und Peenemünde wurde voll gesperrt.

Auch in Lübtheen war diese Woche ein Brand in munitionsbelastetem Gebiet ausgebrochen, der bislang noch nicht gelöscht ist und bei dem am Mittwoch sogar eine Evakuierung von Anwohnern für möglich gehalten wurde. In Brandenburg hatte es diese Woche ebenfalls mehrere Waldbrände gegeben.

StadtLandKlassik - Konzert in Peenemünde

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Kommentare (2)

Nein, er macht sich Sorgen um sein im Schilfgürtel eines Vogelschutzgebietes gebautes Ferienhaus auf der Insel Usedom.

Artikel: Waldbrand bei Karlshagen - Ferienhaus: Neppermin. Den örtlichen und sachlichen Zusammenhang müssen Sie schon erklären.